This life is fulfilling me.

Einträge "Von der Seele geschrieben":

Montag, 25. September 2006

Weiter, weiter.

Fahre weiter, fahre weiter,
Schiffchen, Schiffchen, aus dem Sinn.
Mit dem Wind nur treibe weiter,
sollst vergessen, wer ich bin.

Lass mich hier die Stille finden,
die doch jung verloren ging.
Will nicht weiter, nur entschwinden
jenem Schleier, der mich umfing.

Nur mein Täubchen soll mich führen,
fliegen, fliegen weit vornweg.
Deinen Schutz möcht ich verspüren,
deine Schwingen seien mein Versteck.

Ach, so trag’ mich in die Ferne,
zeig’ mir, wo ich rasten kann.
Schenk mir Frieden, schenk mir Wärme,
setz’ mich dann nieder irgendwann.

Fliege weiter, fliege weiter,
Täubchen, Täubchen, aus dem Sinn.
Lass mich hier und ziehe weiter,
will vergessen, wer ich bin.
 
Zwei lange Tage Arbeit für solch schöne Zeilen. Und interpretieren lässt es sich vielfach. Wer's errät, wird gelobt.
Currently playing: Sigur Rós - Með Blóðnasir
Current mood: Glücklich

Dienstag, 5. September 2006

Requiem

Spät kam die Nachricht, schwer war die Kund’,
hastig gesendet an Kinder und
Geschwister, in letzter Stund’ Land
durcheilte, jeden an die Heimat band.

Vater fuhr rasch nach Haus’, in die Rhön,
Großmutter ein einzig Mal zu seh’n,
die letzten Tage bei ihr zu sein,
ein letztes Mal kehrte er bei ihr ein.

Elf Uhr am Abend schlug’s in der Uhr,
wenige Male das Herz doch nur.
Die Großmutter schlief besanftet ein
doch Vater fuhr noch lange nicht daheim.

Vater erreicht erst morgens darauf
Großmutters Bett, wo sich schon zu Hauf
die Sippe hat eingefunden sich
und voller Trauer sich in Tränen bricht.

Doch Vater nahm seine Mutter ein letztes Mal in den Arm,
die ihn nimmer sah, kalter Körper, doch Liebe warm.
Currently playing: Stille.
Current mood: Traurig

Sonntag, 3. September 2006

Hohelied

Einen Abend habe ich ihr verbringen können, der so atemberaubend schön ist, dass es schwer fällt, ihn in Worte zu fassen. Mit ihr, jener bezaubernden Gestalt, die all meine Sinne in ihrem rätselhaftem, einzigartigem und unendlich schön anzusehendem Wesen gefangen hält, mit ihr, durfte ich jenen Abend für einige wenige Stunden teilen. Als sie den Raum betrat, die gesamte Atmosphäre bestimmend, die Luft zum Atmen zu süß verzaubert, nahm ihre Anmut all meine Aufmerksamkeit hinfort und hüllte mich sogleich in einen sanften Schleier aus den wunderbarsten und eindringlich schönsten Gefühlen, auf dass ich mir wünschte, dass dieser Moment, dieser Hauch, der mich sanft bettete, nie enden möge.
Der Klang ihres Namen vermag die beißendsten Sorgen und den tiefsten Kummer zu vertreiben, ihre Anwesenheit dörrt jeden Missmut und jedes Trübsal aus. In einem wärmenden Schauer küssten wir uns mit aller Romantik, nun küssten wir uns über dem wärmenden Licht der kleinen Lampe, in einem Regen der Romantik. Mir sollten ganz neue Wunder begegnen, als ich fühlte, was es heißt, mein Glück und meine Liebe in diesem anmutigem, engelsgleichem Menschen zu entdecken; wie es sich anfühlt, die kostbare Perle der göttergleichen Liebe zu hegen und zu behüten.
Wie kann ich nur danken für jenen Abend, an dem mir die Erkenntnis über die Kostbarkeit und das Wunder dieser Liebe geschenkt wurde. Geschenkt von dem Menschen, der all meine Sinne in seinem rätselhaften, einzigartigen und unendlich schön anzusehendem Wesen gefangen hält.

Die Welt sollte sich umgestalten und ihre Sorgen für sich behalten. Das Glück sollte sich sanft verhalten, es soll mein Schicksal mit Liebe verwalten.

Currently playing: Hildegard Knef - Für mich (dich wohl eher) soll's rote Rosen regnen
Current mood: Verliebt

Donnerstag, 23. Februar 2006

Gedicht: Am Tag des Federblutes

Seit langer Zeit, seit Myriaden Jahren möchte man fast meinen, sitze ich wieder einmal an einem Gedicht. Es wird wohl "Am Tag des Federblutes" heißen. Eine echte Handlung wird es auch nicht geben, ich werde wohl wie immer eher die emotionale Unterdrückung des Lesers in Angriff nehmen. Ein utopischer Gedanke, mit dem ich seit einiger Zeit infiziert bin, gaukelt mir vor, dass man eventuell eines Tages meine kleinen, dilettantischen Gedichte und Kurzgeschichten an den Anfang einer neuen Ära setzt; der des Emotionalismus. Einer "Epoche", die die Leser in ihren Emotionen auf einen Weg zwängt und sie mit ihren Sorgen und Ängsten in ein Jammertal stürzt, dessen einziger Ausweg die Einsicht ist. Ein wahrlich utopischer Gedanke, fast schon wieder spaßig, wenn da nicht manche Personen wären, die meine Gedichte tatsächlich für gut halten. Nun denn. Ich möchte nicht länger vorhalten.

Dieser weiße Morgen, kaum geboren schon gestorben,

prangert ohnmächtig an, was die unheilige Schar getan.

Fleht zur eilenden Nacht, warum diese ihm das Leid gebracht,

flucht in bitterem Wahn, dass ein Engel ihm das Leben nahm.

Aufgedrängte Sorgen klagen nun vom langen Morden.

 

Zeuge ist ein nasser Sturzbach düstrem Himmelwasser;

dunkle Träne erbricht sich über heißes Menschengesicht.

Schwarz der Himmel gemalt - voller Federblut vermengt mit fahlem

Fleische und ohne Licht - er verkünd' den nächsten Morgen nicht;

der Mensch wird zum Hasser, Sünde neues Zuckerwasser.

 

Des toten Himmelvolks ertränkten Hilfeschreien folgt's: 

Der rufenden Scharen langender Arm nach jenen klaren

Gewissen fordert Leben. Und diese Menschen hier begeben

sich unter Fanfarengeschrei ins Verderben und waren

nicht von wenig Erfolg für den, den sie so treu befolgt.

Was schaurig schön beginnt, endet leider fad. Der Anfang klingt wie dahingesprochen, der Rest eher gestammelt. Zwar habe ich mich in der dritten Strophe vom Versmaß entfernt und stattdessen alles umgekehrt, aber viel scheint es nicht gebracht zu haben. Urteilt selbst. Ich habe es bereits getan.

Currently playing: Wolf Parade - Dear sons and daughters of hungry ghosts
Current mood: Alles klar
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