This life is fulfilling me.

Einträge "Januar 2007":

Mittwoch, 31. Januar 2007

Der Integrität Willen

Im Übrigen:

Es war ein Stern. Einen Stern habe ich hier geschenkt. Getauft auf "A. in the sky with diamonds", einem Namen, den ich ihr vor langer Zeit gegeben hatte.

Currently playing: Im Loop: Moby - My weakness / Natural Blues / Why does my heart feel so bad?
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Qualvolle Dynamik der Konstanz

"Jetzt! Jetzt!" rief die Königin. "Schneller! Schneller!" Und nun sausten sie so schnell dahin, daß sie beinahe nur noch durch die Luft segelten und den Boden kaum mehr berührten, bis sie plötzlich, als Alice schon der Erschöpfung nahe war, innehielten, und im nächsten Moment saß Alice schwindlig und atemlos am Boden. Die Königin lehnte sie mit dem Rücken gegen einen Baum und sagte gütig: "Jetzt darfst du ein wenig rasten." Voller Überraschung sah sich Alice um. "Aber ich glaube fast, wir sind die ganze Zeit unter diesem Baum geblieben! Es ist ja alles wie vorher!" - "Selbstverständlich", sagte die Königin; "was dachtest du denn?" - "Nun, in unserer Gegend", sagte Alice, noch immer ein wenig atemlos, "kommt man im allgemeinen woandershin, wenn man so schnell und lange läuft wie wir eben." - "Behäbige Gegend!" sagte die Königin. "Hierzulande mußt du so schnell rennen, wie du kannst, wenn du am gleichen Fleck bleiben willst. Und um woandershin zu kommen, muß man noch mindestens doppelt so schnell laufen!"

Lewis Carroll: "Alice hinter den Spiegeln"

Was soll man tun, wenn das Gesicht der Welt um einen herum, das man so klar und mit all seinen Facetten kannte, das sich wie gemalt im Gedächtnis festsetzte, seine Farbe verliert, verwischt, dann nur schemenhaft erkennbar ist, um letztendlich ein trauriger, grauer Fleck zu werden? Was soll man fragen, wenn das, was vorgibt, Wirklichkeit, Realität, Wahrhaftigkeit zu sein, seine Maske ablegt und das Darunter entblößt: eine unerträglich schmerzende Anstattwahrheit, eine verzogene und verzerrte Fratze des gewohnten Bildes? Und kann man überhaupt etwas fragen, wenn einzig die Sprachlosigkeit des Schockierten den spärlichen Schutz verspricht, nach dem man nunmehr schreiend verlangt?

Sie sitzt tief, die Trauer. Dieser eine Blick, immer wieder. Enttäuschung, Kühle, Ablehnung, Verwehrung... Aber auch einen Moment lang etwas, was wie Verachtung aussieht? Ich mag es nicht deuten, der Gedanke quält, und doch ist ohne diesem grauen Verdacht meine Qual Legion. Wie entrinnen? Wie retten? Einfach, doch vielleicht töricht wäre es zu laufen. Laufen, einfach nur laufen. Und doch: Muss ich einsehen, dass ich laufe, um doch an der Stelle zu bleiben, dass ich mich weiter bewege, um Ruhe zu finden.

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