This life is fulfilling me.

Einträge "Oktober 2006":

Montag, 30. Oktober 2006

Krieg den Klinken, Friede den Knaufen

Was wie eine abgedroschene Parole aus längst vergangenen Revolutions- und Aufwiegler-Zeiten klingt, ist leider Gottes viel zu aktuell.
Zumindest für mich.

Auf dem Weg zum sicherlich pädagogisch sehr wertvollen Deutschunterricht in der siebten Stunde ereignete sich das so markerschütternde wie bestialisch-grausame Unheil:
Ganz unauffällig verhielt sie sich dort im Halbdunkel, niemand hätte je auf sie geachtet. Langsam kam sie auch mich zu, ich ahnte nichts von dem Unglück, das mir blühte und dann war es auch schon um mich geschehen.
Sie packte mich an meiner linken, inneren Sakkotasche und riss mit einem fürchterlichem Geschrei mein so geliebtes Sakko weit auf!

Ohje, da war es hin! Eine Fleischwunde Länge mal Breite größer als meine Hand durchschnitt das Innerste meines so vergötterten und geliebkosten Sakkos!

Der Tag war dahin. Nicht, dass ich berechnend wäre, aber so ein Sakko ist nicht billig. Obendrein ist der Herbst kalt, der Winter naht! Ich brauche ein neues Sakko! Aber wohin mit dem alten? Ich liebe es doch!

Und alles wegen einer dummen, dreisten, kleinen Türklinke. Schloss nicht einmal gut ab. Nicht verwunderlich, dass da früher oder später sich solch eine tragische Katastrophe ereignet. Die Schule möchte die entstandenen Kosten auch nicht tragen. Von wegen Haftplichtversicherung. Aber Türknaufe installieren, darauf kommt auch niemand. Den Namen des Architekten gab man mir aber auch nicht.

Currently playing: Ghinzu - Mine
Current mood: Traurig
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Samstag, 28. Oktober 2006

Auftauchen aus fünfhundert Metern Tiefe

Bin lang nicht mehr hier gewesen. War auch nichts zu berichten. Nichts besonderes. Denke ich.
Gestern bin ich zum ersten Male seit geraumer Zeit wieder abends aus gewesen. Mit A. auf der Geburtstagsparty ihres wohl besten und für mich eines Freundes. Karaoke-Bar unter dem Fernsehturm. Meine Klassifizierung der Klientel fiel schnell aus: Ehepaare Mitte vierzig, zwei bis drei Kinder und nach dem Motto: "Komm Schatz, heute ist der 12. im Monat, lass uns in die Karaoke-Bar gehen!" Hektischer Ort. Viel zu viel Gesinge und Gehopse, keine Ruhe. War auch schnell langweilig, zumindest für mich. Was soll ein neunzehnjähriger Bub auch unter Leuten, die ihn vom Alter her zweimal in die Tasche stecken.
Später dann, der Geburtstag erlebte seine ersten Stunden, fuhren zumindest einige wenige von uns noch schnell zu einer internationalen Studentenparty. Altes Fabrikgelände. Club im Innenhof, Eintritt lediglich vier Euro, man hat ja Kontakte. Wendeltreppe in die Tiefe, im Keller dann auf fleischereitypischem Fliesenboden 400 Menschen aller Nationen und aller Hochschulen dichtgedrängt. Stets Rücken an Rücken mit Fremden und Arm an Arm mit Unbekannten. Getanzt im ganzen Raum, auf den Podesten, auf den Treppen, selbst auf der futuristischen Bartheke, wenn die Bardamen nichts dagegen gehabt hätten. Hunderte aufgestylte Menschen zusammengepfercht wie in einer Sardinendose, jeder tanzte, jeder trank. Und wir mittendrin. Zwischen blauen und roten Lichtern, zwischen House und Elektro. Wie im Film. Eigentlich der Traum. Für A. war es das auf jeden Fall. Für mich nicht ganz so sehr, bald erfasste mich der Stress in diesem ewigen Gequetsche und es ging nicht anders, als den Laden zu verlassen. Spät nach Hause gefahren, später ins Bett gefallen, viel zu spät wieder aufgestanden.

Nun geht es zum Nachtshoppen auf den Ku'damm. Mal schaun, was mich heute erwartet.
(Ach ja. Und den Machheath sollte ich eigentlich auch lernen.)

Currently playing: Melanie Safka - What have they done to my song, Ma
Current mood: Ein Leben noch in seinen Fugen.
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Donnerstag, 19. Oktober 2006

Erlebnisse aus der Welt der Umkleidekabinen

Bin heute zwecks Kleidungskauf im hiesigen Einkaufszentrum gewesen. Eigentlich ein Unternehmen, das nur scheitern kann. Weil ich einerseits überaus wählerisch bin und andererseits schnell Stress bei solchen Abenteuern im Baumwolldschungel entwickle. Da sollte auch der heutige Tag keine Ausnahme machen.

Ein Pullover sollte es sein, in blassem grün für den Herren dort hinten. Tut mir leid, ist aus. Ich nehme das rote da, auch genehem. Wie der Herr wünscht. Bon?
Kurz anlegen musste ich es natürlich auch. Den roten. Alle Kabinen waren bereits von kaufwütigen Herren besetzt, Hennes genießt immer noch eine unmaßstäbliche Kundeneuphorie. Nein, eine war noch vakant, da springt das Herz aus der Brust. Nicht nur meines. Einer der Herren hatte seinen wasserstofausgeblichenen Schoßhund zur Wache abgeordert. Stand neben der offenen Türe und musste wohl das Kleinod des Herren bewachen. Sei's drum, ich habe den Abteil zwecks Anprobe betreten, schon kläfft mir der Hütehund in meine Seite, der Verschlag sei reserviert. Scherte mich nicht, Umkleidekabinen kann man noch nicht per Telefon vorbestellen. Scherte sie auch nicht, packte mich und zerfurchte meinen Arm. Spitze Krallen hatte das kokettierte Vieh, man kann es immer noch sehen. Weggestoßen und umgezogen. 1:0 für den Herren mit dem roten Pullover unter dem anderen Arm. Aber mit Wunden zurückgeblieben.

Und die andere Geschichte... Ja. Die hätte wohl in einer anderen Kabine stattfinden können. Jäh verhindert, doch wer weiß: Vielleicht einmal nach erfolgreicher Kippung des Ladenschluss und in einer Umkleide mit höheren Türen. Wie etwa bei Mauritz.

Current mood: Täglich vereinnahmt
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Samstag, 14. Oktober 2006

Es ist Oktober!

Ein dreifach Jucheissassa, lang lebe der König! Pour le mérite, allez enfants! Wir haben Oktober; Gilbhardt, Dachsmond, Weinmonat haben wir! Jucheh. Ich habe Geburtstag, aber es gibt auch gute Seiten in diesem Monat.

Das Laub fällt, Gilbhardt verwandelt die Blätter in schillernste Farbenspiele! Im Dachsmond setzen die Jäger auf Grimmbart an. Der Wein findet seine Note, die Winzer ernten im Weinmonat ihre kostbaren Reben! Ja. Und ich habe Geburtstag. Antithetik nennt man dies.

Genaues Datum wird nicht verraten, muss auch niemand gratulieren oder gar mit Präsenten um sich werfen. Ich bin kein Jahr älter geworden, nur einen Tag! Kinder, Kinder, wo kommen wir denn dahin, wenn hier jeder freudig Hände schütteln und Schultern klopfen möchte. Wer sich genötigt fühlt, darf aber trotzdem. Jeder soll nach seiner Facon selig werden.

Der Winter naht, ehe der Herbst sich empfehlen konnte; wo doch Laubgewitter und Blätterrauschen den heimelichen Höhepunkt im Jahreslauf markieren sollten. Schade, war meine Lieblingszeit unter den vieren.

Am ersten November dann gibt es sechsmonatiges Jubiläum zu feiern. Mit kleinen Schenkereien, zumindest von meiner Seite. An Ideen fehlt es nicht, habe sogar eine auswählen können. Wunderschöne Sache, wird ihr bestimmt gefallen. Kreativ dazu. Nur: Es herrscht Überfluss an Ausführungsmöglichkeiten. "Kitschig aber abgezielt" versus "Klassisch und zeitlos" versus "Edel aber protzig" versus "Klassisch aber doch unromantisch modern". Heute Abend fällt die Entscheidung für oder gegen Competitor No. 1. Gut Gelingen, bisher herrscht No. 2 vor.

(Matrona domi, die Dame des Hauses darf sich halb neun bei mir zwecks Präferenzendarlegung melden. Nichterscheinen führt unweigerlich zu eigenmächtigem Handeln.)

Currently playing: Edvard Grieg - Intermezzo der Symphonie in c-Moll
Current mood: Romantisch umwoben - im künstlerischen Sinne
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Freitag, 6. Oktober 2006

Sport, Sport, Sport

Ich hatte bereits jeden Finger meiner Hände gestaucht oder gebrochen, mein rechtes Armgelenk gebrochen, hatte meine Ellenbogenhaut bis auf den Knochen aufgesprungen sowie unzählige Male meine Knöchel verdreht.

Nun aber, nun sehe ich so aus. Ellenbogen auf Oberlippe führt unweigerlich zu Rissen im Untergewebe, in die dann Blut einfließt. Wieder was für die Sammlung. Aber ich liebe es.

Und dabei wollte ich kein Tagebuch führen...

Currently playing: Ghinzu - 'Til you faint
Current mood: Alles klar
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Donnerstag, 5. Oktober 2006

Zweck und Sinn

Ich könnte jeden Tag berichten, wie mein Leben vor sich hin purzelt, könnte schreiben, wann ich aufgestanden bin, was ich bei der Morgentoilette übersehen oder übergangen habe, wann ich an jenen und wann ich dieses gedacht habe; und überhaupt von allem, was mich nicht, und den handelsüblichen Leser dieser Seiten wohl viel weniger aus dem Hause lockt. Ich könnte also diesen Blog im Schleime der "gewöhnlichen Tagebuchblogs" versinken lassen oder ihn zumindest in seinem derzeitigen und eigentlich ständigen Zustande der mittelmäßigen, informationsleeren Lethargie lassen und diese eingestaubte Schachtel fein weiter auf dem Boden aufbewahren.

Was sollte ich auch schreiben. In letzter Zeit? Heute: Früh und munter aufgewacht, spät und müde augestanden. Frühstücksleckerli eingeholt und sodenn verspeist bzw. verzehren lassen. Dann ein gemütlicher Vormittag und... Anruf der Personalabteilung des sagenhaften, unerreichten Burj El Arab, wollen mich nach Dubai holen, dabei habe ich mich nur für A. informiert... bekomme fast einen halbseitigen Hörsturz von der Gegensprechanlage und sowieso und überhaupt.

Belanglose Anekdoten aus einem belanglosen Leben einer belanglosen Person. Wäre da nicht. Ja, Literatur und (Pseudo-)Philosophie sind recht ansprechend. Diese Entwicklung spiegelt auch dieser trostlose Blog wider. Oder wieder, passt beides hier. Aber könnte sich wohl mit den inoffiziellen provisorisch offiziellen Leitlinien dieses Formats nicht vereinbaren lassen.

Daher denke ich nach, einen Zweitblog zu eröffnen. Frei von alltäglichem Ballast, reine Literatur und Schöngeisterei soll hinein. Aber ist es auch durchführbar? Will das jemand sehen? Will ich es sehen?

Die wenigen unter euch, die dies überhaupt noch lesen, könnten ja mal ihr Echo einbringen. Werden auch nur zwei, wenn's hoch kommt drei vereinzelte Stimmen werden. Der Rest ist längst gelangweilt oder bleibt stumm. 

Currently playing: The Toasters - Gimme some lovin'
Current mood: Gelangweilt
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Dienstag, 3. Oktober 2006

Heute ist Dienstag, der dritte Oktober Zweitausendundsechs

Heißt seine Argumente darlegen, frech sein?
Gibt es einen moralisch vertretbaren Grund, Schmach und Schande über jemanden bringen zu dürfen?
Gibt es ein Anrecht, aufgrund subjektiver Empfindungen Menschen einzuengen und zu kränken?

Warum? Nein. 

Current mood: Traurig
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag
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