Um meiner selbst auferlegten Verpflichtung nachzukommen, regelmäßig Bericht aus meinem Schneckenhaus zu erstatten, darf ich natürlich nicht den Auftakt dieses Wochenendes auslassen.
Gestern, am ersten September, hatten A. und ich viermonatiges Jubiläum. Nichts großartig staatspolitisches, aber wohl doch etwas Bunt im Alltagsgrau eines entnervten Schülers wie mir. Wir waren essen. Ich habe sie, in einem schönen Kleid, zum gemütlich-romantischem Italiener an der ruhigen Dresitraßenkreuzung im beschaulichen Altbaubezirk aus Tagen der industrialisierten Mietskasernenaufforstung entführt. Ein Tisch für zwei, genug Zeit für einander, eine Öllampe und gutes Essen reichten für eine romantisch-intime Atmosphäre, wie man sie wohl nur beim lockeren, charmanten Italiener-Tipp erleben kann. Es war ein schöner Abend, wir saßen lange und redeten über vieles, vor allem über uns. Später dann, nach einer erstaunlich kleinen Summe für das Mahl, ging es nach Hause. Ein Abend oder eher eine Nacht mit der zweiten Staffel von Stromberg sollte folgen, auch wenn wir eher sanft geschlummert als hingeschaut haben.
Heute dann, das Konzert des Chores, dass wohl als Omen für den bevorstehenden Tod angesehen werden kann. War eine halbe Stunde Minimum zu spät, kaum Leute da, NPD stand in der Nähe und war auf Dummenfang, überall Fehler in den Liedern. Dieses Konzert hat mir nicht den geringsten Spaß gemacht. Unprofessionell war der Eindruck, undurchdacht das ganze Vorhaben. Scheinbar hat der Veranstalter einfach nur mal wieder auf sich aufmerksam machen müssen. So sich musikalisch präsentieren zu müssen, das kann ich mir sparen. Es sind auch nicth mehr viele Konzerte bis Bühnentod, ich hoffe sie werden dem Chor ein würdigeres Ende bescheren.

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