This life is fulfilling me.

Hallo, vielleicht erkennen Sie mich nicht wieder. Ich lebe noch, auch wenn ich nicht so aussehe.

Kommentare: 0     Stars : 0

Der Urlaub ist vorbei, auch diese drei Wochen mussten einmal ihr Ende finden, wenn ich auch während dieser Zeit häufiger daran gezweifelt habe. Da steh ich, ein entlaubter Stamm. Seltsam, wo das doch im Kapitel seines Todes geschrieben steht. Sei's drum, die Wochen waren lang, viel zu lang, denn A. war ja nicht zugegen, sondern viel mehr daheim geblieben. Das nagt schnell an den Nerven, die keineswegs drahtseilartig, eher dilettantisch-verkabelt waren. Nette Anspielung, das, wenn auch nur A. sie versteht. Aber zurück, zurück, ich kann mich kaum halten. Drei Wochen Ahrenshoop, also weit weg von Ahrensfelde oder Berlin wird das Herz wehmütig, hängt durch. Wohl nicht nur meins. Vorsorglich hatte ich eine Website eingerichtet, auf der A. jeden Tag eine neue, vom Herzen kommende Geste dargereicht bekäme. Ihr gefiel es, heute läuft diese Aktion aus, ich warte noch auf die Schlusseinschätzung. Wer in seiner Neugier einen Blick darauf erhaschen will, sei einmal enttäuscht. Es sei denn, er kann mich überzeugen.

Ich hatte genug Zeit für einiges. Zum Beispiel Lesen. Habe mir einige Bücher über die spezielle Relativitätstheorie angelesen, schließlich habe ich bis Mitte September eine vorwissenschaftliche Facharbeit dazu fertig zu stellen. Grass' "Im Krebsgang" habe ich mir zugelegt und sogleich verschlungen, sehr schöne Novelle, nur stellenweise etwas à la "Notwendige Wendung zur Erhaltung einer gewissen Dramaturgie". Kann man ihm aber nicht vorhalten, Sprache und Erzählung sind sonst exzellent. Habe ebenfalls James Joyce' "Ulysses" ein ganzes Stück weiter gelesen. Der Kerl war genial, und das ist jetzt nicht in meiner typischen Übertriebenheit gesagt. Dieses Buch führt den Nationalhelden der Iren, Leopold Bloom, ein und Joyce sieht es schon auf den ersten 200, 300 Seiten so voraus, lässt einen Charakter eben dies feststellen. Da war nicht einmal ein Drittel des Buches geschrieben. Geniales Werk, kann ich nur empfehlen.

Beschwingt durch diese literarischen Genüsse hatte ich auch Gelegenheit, über A.s Vorschlag, Journalist oder Autor zu werden, nachzudenken. Reizt mich sehr, zumindest letzteres. Alleine der Gedanke an ein ungeregeltes Schriftstellerleben auf einer ruhigen Veranda erfüllt mich höchster Entzückung. Nur habe ich auch das Talent dazu? Muss man zwangsweise Germanistik, vielleicht noch Philosophie, studiert haben? Grass hat mich derart inspiriert, ich muss eben ein Gedicht schreiben, das Leitmotiv geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Aber bin ich überhaupt gut? Kann ich tatsächlich mit meinem embryonal unausgereiftem, gut möglich nie reifendem Geschreibsel etwas mehr Geld als zwingend nötig verdienen? Die Person eines Grass imponiert mir sehr, das sieht man auch daran, dass ich mir anlässlich seines jüngsten Bekenntnisses die FAZ gekauft habe, ein sündhaft teures wie auch alternativloses Blatt in diesem traurigem Land. Kurz, ich trage ihm seine Mitgliedschaft nicht nach, sie steht für mich in keinem Verhältnis zu seinen Leistungen, drum ist er immer noch der von mir meist angesehene Schriftsteller aus diesen Landen. Aber kann ich mit meiner unausgegorenen und jugendlich träumenden Oberflächlichkeitskliererei auch nur annähernde Erfolge erreichen? Eher fraglich. Die wenigen Kritiken über meine wenigen "Werke" (Wie lächerlich das klingt.) fallen zwar durchweg positiv aus, aber was kann ich schon von einer Deutschreferandarin diesbezüglich lernen? Gut, sie war die beste Lehrerin dieses Faches in meiner Schullaufbahn, aber Pulitzer spielt eine andere Liga. Also, kann wer begründet ein Urteil fällen, warum meine unausgegorenen Gedichtchen und Kurzgeschichtchen so toll seien? Zu finden auf der rechts verlinkten Seite "Im Vollwaschgang", dort unter literatur, weiterhin am unteren Bildschirmrand "Eigenes". Kritiken, vor allem harte, erwünscht. Anbei sei gesagt, "Auf der Bordsteinkante" war jenes von der Lehrerin hochgelobtes Gedicht. Wer den Sinn erfasst, dem schenke ich einen echten Cent. Nur Barauszahlung.

Es wird Zeit, sich für einen Beruf zu entscheiden. Schriftstellerei lockt, aber das allein zählt nicht. Nein, das Leben ist zu echt für Träumereien.

Eintrag kommentieren

Registrierte Nutzer können sich hier einloggen

Name:

E-Mail:

Homepage:


Kommentar eingeben:

   

Zurück zu den Einträgen

Texte finden
 
RSS-Feed
  Für alle Rubriken
  Nur für diese Rubrik