Das Konzert gestern war alles andere als erhofft. Zur optimalen Vorbereitung bin ich am Vorabend schon 22.00 Uhr ins Bett gegangen, habe damit A. verärgert, die mit mir weggehen wollte. Da ich gestern dann gegen 8.00 Uhr aufgestanden bin, um pünktlich 10.00 Uhr zu allen Soundchecks und bühnentechnischen Feilereien in der grandiosen Parkbühne zu sein. Dort angekommen wurden gerade einmal die Rudimente von dem Bühnenteam aufgebaut. "Bühnenteam" ist übertrieben, der Veranstalter hatte doch tatsächlich für diese große Bühne nur einen Techniker. Die Helfer waren wohl kurzfristig für den Aufbau bestellt. Im Endeffekt hinkte alles um etwa eine Stunde hinterher, und das bei der Eröffnungsfeier. Dem konstant gestressten Soundtechniker konnte man es beileibe nicht recht machen, auf einen Soundcheck mussten wir verzichten, es wurden lediglich die Mikros und Monitore angepeilt. (Will heißen: Es wird nur kurz an der Lautstärke der Mikrofone rumprobiert.) Man hatte ja keine Zeit. Dass aber der grausame Kinderchor noch eine halbe Stunde Soundcheck machen durfte, entzog sich allen Verständnisses. Mittlerweile war auch schon das Publikum versammelt, schließlich hätte die Veranstaltung ja schon vor einer halben Stunde anfangen sollen. Selbigem war die Verspätung gar nicht zugetragen worden und so klatschte man schon bei der eigentlichen "Probe". Irgendwann begann es dann doch und eigentlich zweifle ich stark daran, ob der Moderator überhaupt selbst Gefallen daran hatte. Die restliche Gesellschaft nämlich kaum, nach besagtem plärrendem Kinderchor lichtete sich das Publikum massiv, muss wohl Elterngesellschaft gewesen sein. Ehe wir aber unsere vier Lieder spielen konnten, trat noch ein weiterer schlechter Chor auf, der wirklich alles falsch machte, was man als Chor falsch machen kann. Dennoch betraten wir dann irgendwann vor nunmehr einem Sechstel des ursprünglichen Publikums die eigentlich sehr gut nutzbare Bühne. Nur sollte sich schnell zeigen, dass der Soundtechniker diesen grandiosen Vorteil gekonnt ungenutzt ließ und sich lieber in wilde Soundspielereien verlor. So mussten wir noch einmal anmerken, dass der Bass gar nicht abgenommen war. Daneben setzten die Gesangsmikrofone regelmäßig aus, die Gitarren waren fast unhörbar, Bassdrum und Becken waren auch schwer hörbar. Kurz: Wir wunderten uns, dass man überhaupt etwas hören konnte. Manch einer schmiedete nach dem stilvollen Patzer schon Rachepläne gegen jenen Kollegen vom Mischpult, nur seltsamerweise konnte dieser dann auf schnellem Wege untertauchen. Wir fuhren also nach Hause. Adieu du geliebtes Biesdorf, wir verdrücken uns lieber in unser gemütliches Marzahn. Berlin ist schon eine eigene Welt. Nur das dumpfe Gefühl oder eher der dringende Verdacht, dass unser aller geliebter Soundmensch auch bei dem Auftritt zum Abiball der jetzigen 13. (Ich gehöre ja noch zu den jugendlichen Zwölftklässlern.) und zum Sommerkonzert der Schule an der PA rumpfuscht, konnte diese Aussicht noch vertrüben.
Am Nachmittag fuhr ich dann zwecks Rettung A.s Mathenote zu ihr. Wir übten tatsächlich Mathe, sie hatte auch schon zur Vorbereitung die ein oder andere Aufgabe gelöst. Gelöst wohlgemerkt. Kaum Fehler. Ich bin sogar etwas stolz auf sie in dem Punkt. Obgleich sie eine richtige Aufgabe nicht weiterbringen wird. Das verlor ich wohl aus dem Blick, denn bald war Schluss mit Mathe. Die Zeit plätscherte bei ihr dahin und irgendwann fuhren wir noch zu einer Party, die sich als gemütliches Stelldichein einer kleinen Kifferrunde entpuppte. Langweilig war es, abgesehen von A.s Gegenwart. Zur Verhinderung weiterer Tiefpunkte an diesem Tag war ich auch schnell wieder zu Hause. Daheim im gemütlichen Bett.

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gut dann hab ich ja nichts verpasst. ;)