Gestern hatten wir unsere Generalprobe für unser kurzes Konzert am Samstag auf der grandiosen Freilichtbühne im Schlosspark Biesdorf. Wir haben vier Lieder geprobt. Darunter auch den zeitlosen Klassiker "Free bird" von Lynyrd Skynyrd, der ein endlos langes Doubletime-Riff beinhält. Es gehört zweifellos zu den besten Soli der gesamten Rockgeschichte.
Für mich steht es für den wildesten Sex, die härtesten Drogen und den besten Rock'n'Roll, Woodstock (Auch wenn sie dort nicht gespielt haben.) und am wichtigsten: Ekstase. Kein Lied, das ich kenne, ist so ekstatisch wie dieses. Das sah man auch im Proberaum. Jeder zelebrierte sein Instrument, man kniete auf dem Boden oder begattete ihn, wenn man nicht gerade die Verstärker oder Mikrofonständer bestieg. So gut ist dieses Solo, sechs Musiker von einem Moment zum anderen in Aufregung versetzt. Dieses Lied ist einfach Ekstase pur.
Aber warum? Warum ist dieses Solo so gut? Schaut man sich die Noten an, so blickt man auf ein unphrasiertes, sich scheinbar unentschlossen entwickelndes Gewirr an Noten mit etlichen Motivwiederholungen. Man findet keinen Anhaltspunkt für die Meisterklasse dieses Songs. Nicht, dass man diese in allen Fällen auch dort finden würde, aber ausschließen kann man es nie. Nur bei der Suche nach dem Grund für diese ekstatische Wirkung wird man nicht fündig. Eine Suche, die wohl nie ein Ergebnis finden wird.
Dieses Lied ist einmalig. Wenn ich es höre, wünsche ich mir inständig, mein Leben lang Musik schreiben und hören zu können, die ebenso ekstatisch und "frei" von allen sublimen Zwängen ist. Musik, die jeden Trip um ein Vielfaches übertrifft. Praktisch ein Leben lang berauscht sein können. Ganz ohne Drogen, das würde dem Spaß ein jähes Ende setzen. Es ist eine Suche nach dem Stein der Weisen; dieser Wunsch bleibt wohl schnöde Utopie.

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