Der heutige Abend unterliegt einer straffen Planung. Ich werde A. zu einer Veranstaltung entführen, eine Überraschung, welche es sein wird. Seit Montag schon rätselt sie, wohin ich sie nehmen werde. Doch ich blieb und bleibe standhaft. Nur so viel:
Es handelt sich um ein einmaliges Ereignis. Die Besucherzahl ist auf lediglich fünfhundert begrenzt, alle Plätze sind schon ausgebucht. Der Event steht für Underground wie Streetart, Nervenkitzel wie Gefahr, Coolness wie Insider-Tipp. Es geht nicht um Grafitti. Besser. Viel besser. Vom Status eine Mischung aus Fight Club und City-Races. Kaum einer hat es je gesehen, aber viele haben davon gehört. Zu cool um illegal zu sein. Zu cool um es zu verpassen.
Nach zwei Stunden bester Unterhaltung fahren wir dann noch in den Volkspark, ein alter Freund von mir feiert dort seinen Geburtstag. Neben meinem kompletten alten Jahrgang und ein paar Konzertfreunden werden W. und K. auch dort sein, seltsamer- wie erfreulicherweise spricht sie immer mehr mit mir. Es mag für den Außenstehenden unspektakulär klingen, für mich grenzt es an ein Wunder, dass sie gestern ohne jegliche moralische Verpflichtungen, wie sie für sie am 1. Mai wohl von der Anonymität der Zehntausendschaft ausgingen, fragte, ob A. und ich auch kämen. Sicherlich ging es ihr mehr um A. als um mich, aber dann hätte sie sie bequem selbst fragen können. Diese Entspannung könnte aber auch daran liegen, dass sie am selben Tag voller Freude war, dass ich mein Diabolo bei mir hatte. Sie als Diaboloverrückte konnte nicht umhin, mich zu fragen, ob sie auch spielen dürfe. Da sag(t)e ich nicht nein.
Alles in allem wird dieser Abend also wieder einmal schön werden, auch wenn ich nicht einmal weiß, ob A. sich für die geheimen Veranstaltung begeistern kann. Soll auch nicht die Hauptsache sein; wir haben uns, das Insider-Event gibt nur das Ensemble.

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U-Bahnparty?
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