This life is fulfilling me.

Einträge "Mai 2006":

Montag, 29. Mai 2006

Höhenflüge

"[...] Hab grad mal wieder in den Blog geschaut und mach mir ehrlich gesagt ein bisschen Sorgen um dich, Hase! Schatz, wenn dich irgendwas stört oder was auch immer, dann sag es mir doch einfach! Glaub mir der direkteste Weg ist immer der Beste! [...]"

Ich liebe dich.

Currently playing: Ghinzu - Blow
Current mood: Verliebt
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Freitag, 26. Mai 2006

Fragen über Fragen

Warum haben die Leute mich so angestarrt?

Warum warst du so sauer, dass ich dahin mitkommen musste? Und warum war ich dann doch keine unentbehrliche Hilfe?

Warum hilft es mir nicht, wenn du schreibst? Der Bildschirm flackert, da wieder eine. Liebe Zeilen, keine Hilfe. Du verlierst kein Wort über das, was mich bewegt. Du willst kommen, ich würde mich freuen. Aber es geht nicht. Warum nur geht es nicht?

Warum kehrt keine Ruhe ein? Warum ist alles um mich herum so hektisch, warum ist es hier so voll?

Currently playing: Moby - My weakness
Current mood: Traurig
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Süße Melancholie doch so bitter

Ich bin krank. Nicht zu gebrauchen. Das ganze Wochenende zu Hause bleiben. A. nicht sehen, nicht hören, nicht fühlen. Ich bin krank. So und auch so. Kann nicht klar sehen, nicht riechen, kaum schmecken und hören. Bleibt nur fühlen. Nichts zum Fühlen. Leere. Fühle nur alte Ängste, neu aufgemacht. Ich will keine Angst haben, das macht alles kaputt. Berechtigt scheint sie aber. Ich bin krank. Kann nicht klar denken, ich erinnere mich aber genau an damals, als alles eine neue Stufe erreichte. Was soll ich tun. Bin doch gefesselt. Bin gefangen in neun Wänden, zwei Räumen. Macht doch bitte die Türe zu. Danke. Immer noch laut. Immer nur Datenmüll dringt an mein Ohr. Will es abschalten. Kann nicht. Alles so eng. Will allein sein. Besser zu zweit. Die Tür fliegt auf. Er muss aus dem Schrank etwas herauskramen. Kann ich nicht verhindern. Wieder. Diesmal die Schuhe auf den Boden geworfen. Warum hier? "Ich komm gleich. Lass mal liegen da." Kommunikation über zwei Räume und vier Wände. Kommunikation für die einen, Datenmüll für die anderen. Ich schaue aus dem Fenster, bemerke, dass die Bäume schon ganz grün sind. Sie wiegen sich im Wind. Ewiges Auf und Ab, mal stärker, mal schwächer. Es frischt wieder auf. Der Baum vor meinem Fenster ist wohl mein Spiegel. Bin eigentlich spiegelscheu, kann nur im Bad hineinschauen. Die Glühbirnen sind da anders. Der Baum steht im natürlichen Licht, doch dieses Mal schmerzt es nicht. Wieder wer da. Kann nicht ruhig sein. Der Teufel steckt im Leib. Seit langer Zeit. Mir geht es auch nicht besser zurzeit. Bin ja krank. Geh bitte. Ich will meine Ruhe. Danke, nimm es mir nicht übel. Mein Kopf schmerzt. Überm Auge und allgemein, letzteres wohl vom Duschen eben. Verdunstungskälte. Wieder wer da. Du wolltest doch gehen? Ach hast ja noch deine Schuhe hier. Bitte Türe schließen. Kann jetzt meinen Opa verstehen, hat mich auch immer angefahren. Da wieder die Fanfare. Den ganzen Tag. Chronik einer unglaublichen Sturheit. Ich mache lieber die Tür zu, immerhin etwas Sperrholzplatte im Schallweg.

Ich bin unschlüssig. Diese Gesellschaft ist mir zuwider. Keine Werte, kein Wert. Geht mit den höchsten Geschenken wie mit Abfall um. Ich will nicht Teil sein, muss aber. Irgendwann bin ich angepasst. Ganz unbemerkt. Mir graut es, will nicht sein, wie alle anderen. Anpassung ist mein Fuchsbandwurm. Schleicht sich ein und irgendwann in nicht absehbarer Zeit ist die Leber zerfressen, der Körper tot. So wird auch mein Ende sein. Aber jetzt schon? Kann verstehen, dass du ungeduldig bist. Bist ja auch Teil der Gesellschaft, kennst es nicht anders. Warst nie anderes gewohnt, dafür viel zu beliebt. Aber auch geliebt? Weiß es nicht. Er da ist mir fremd. Dir nicht. Mag ihn nicht, kann ich nicht berechnen. Bestimmt so einer. Scheint dir lieber zu sein als ein unberechenbarer Irrer. Kann ich verstehen. Der Mensch scheut Veränderungen. Bitte sag es auch. Schweig nicht. Starre das Telefon seit gestern an. Bewegt sich nicht, bestimmt tot. Könnte springen. Weiß nicht, alle Optionen freihalten. Köln ist übrigens weiter. Wir werden ja sehen. Sonntag fällt wohl auch ins Wasser. Bin krank. Hattest wohl auch keine Lust. Kann ich verstehen. Geh ran, ich kann ja nicht. Fang du an, ich bin zu arm dafür. Nachher wieder flüssig. Schon wieder so viel Geld. Machst mich noch ärmer. Hab nichts dagegen. "ain't going to the town, going to the city" Muss ja noch abholen gehen. Dabei bin ich doch krank. "Bist ein guter Junge." Keine Antwort. Immer wieder gehört, immer wieder entnervt. Datenmüll. Will doch nur etwas Ruhe kosten. Muss doch immer konzentriert die Fühler rausstecken. Hab doch ADS, es quält mich. Lach nur. Mag unplausibel sein. Nebensache. Fühle mich nicht besser. Vielleicht kann mich auch jemand verstehen. Wahrlich. Nicht eingebildet. Nicht geheuchelt. Man kann nie sicher sein. Musik war auch schon mal besser. Geht ja auch gleich weiter. Bridge kommt schon. Abwechslung muss sein. Oh die Sonne zieht auf. Merke es nicht. Alles so still, wie betäubt. Doppelglasscheibe. Meine Brille hat nur einschichtiges Kunststoffglas. Schade. Könnte gut tun. Etwas Urlaub nehmen von allem. Kann gleich ein wenig kosten. Sigur Rós in 3:59 Minuten. Freu mich schon. Gutes Album. Zeitlosigkeit auf hohem Niveau. Tut jetzt gut. Hilft die schizoiden Gedanken zu ordnen. Ist jetzt nötig. Allen ein schönes Wochenende. Ich liebe dich.

Currently playing: Interpol - Next exit
Current mood: Seelen(-)irre
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Mittwoch, 24. Mai 2006

Wenn der Platon den Aristophanes zitiert

Griechische Philosophen haben es mir angetan. Nichts Neues. In Platons Symposion findet man eine recht bekannte Anekdote, die direkt den Komödiendichter Aristophanes zitiere. Vor langer Zeit habe es drei Geschlechter gegeben. Das männliche, das von der Sonne abstamme, das weiblich (von der Erde) und das aus den beiden vereinigte Geschlecht (vom Mond abstammend). Jenes Geschlecht sei das der Kugelmenschen gewesen, die vier Füße, vier Hände und zwei entgegengesetzte Gesichter auf einem Kopf gehabt hätten. Sie waren wohl so stark und flink, dass sich selbst die Götter vor ihnen in Acht nehmen mussten, weshalb Zeus alle in je zwei Hälften geschlagen habe. Diese getrennten Wesen verfolgten seit jeher nun den Drang, sich wieder zu vereinen; jenes Bestreben wird seither Eros genannt. Die seelische Verwandtschaft dieser Halbwesen, die nun als Mann und Frau bekannt worden, ist spätestens seit Platon legendär. Und gern so bildlich ins Gedächtnis gerufen.

So auch heute. A. sollte heute ihre Mathe-Klausur nachschreiben. Wir hatten uns dazu tatsächlich gestern und heute in unseren Freistunden zu ungestörtem und effektivem gemeinsamem Üben aufraufen können. Und ich hatte doch tatsächlich Bauchschmerzen, wie ich sie vor mir unangenehmen Prüfungen bekomme. Hätte ich ihre Klausur geschrieben, hätte ich wohl kaum Probleme gehabt, aber dennoch waren da diese Bauchschmerzen. Und da kommen Platons seelenverwandte Halbkugeln ins Spiel. Gleich jeglicher Sinnlosigkeit, mir Angst zu machen, hatte ich doch Bauchschmerzen, die Prüfungsunbehagen anzeigen.

Ein gutes Zeichen!

Currently playing: Trash Money - You lied Satan
Current mood: Verliebt
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Sonntag, 21. Mai 2006

Das Wort zum Sonnabend

Das Konzert gestern war alles andere als erhofft. Zur optimalen Vorbereitung bin ich am Vorabend schon 22.00 Uhr ins Bett gegangen, habe damit A. verärgert, die mit mir weggehen wollte. Da ich gestern dann gegen 8.00 Uhr aufgestanden bin, um pünktlich 10.00 Uhr zu allen Soundchecks und bühnentechnischen Feilereien in der grandiosen Parkbühne zu sein. Dort angekommen wurden gerade einmal die Rudimente von dem Bühnenteam aufgebaut. "Bühnenteam" ist übertrieben, der Veranstalter hatte doch tatsächlich für diese große Bühne nur einen Techniker. Die Helfer waren wohl kurzfristig für den Aufbau bestellt. Im Endeffekt hinkte alles um etwa eine Stunde hinterher, und das bei der Eröffnungsfeier. Dem konstant gestressten Soundtechniker konnte man es beileibe nicht recht machen, auf einen Soundcheck mussten wir verzichten, es wurden lediglich die Mikros und Monitore angepeilt. (Will heißen: Es wird nur kurz an der Lautstärke der Mikrofone rumprobiert.) Man hatte ja keine Zeit. Dass aber der grausame Kinderchor noch eine halbe Stunde Soundcheck machen durfte, entzog sich allen Verständnisses. Mittlerweile war auch schon das Publikum versammelt, schließlich hätte die Veranstaltung ja schon vor einer halben Stunde anfangen sollen. Selbigem war die Verspätung gar nicht zugetragen worden und so klatschte man schon bei der eigentlichen "Probe". Irgendwann begann es dann doch und eigentlich zweifle ich stark daran, ob der Moderator überhaupt selbst Gefallen daran hatte. Die restliche Gesellschaft nämlich kaum, nach besagtem plärrendem Kinderchor lichtete sich das Publikum massiv, muss wohl Elterngesellschaft gewesen sein. Ehe wir aber unsere vier Lieder spielen konnten, trat noch ein weiterer schlechter Chor auf, der wirklich alles falsch machte, was man als Chor falsch machen kann. Dennoch betraten wir dann irgendwann vor nunmehr einem Sechstel des ursprünglichen Publikums die eigentlich sehr gut nutzbare Bühne. Nur sollte sich schnell zeigen, dass der Soundtechniker diesen grandiosen Vorteil gekonnt ungenutzt ließ und sich lieber in wilde Soundspielereien verlor. So mussten wir noch einmal anmerken, dass der Bass gar nicht abgenommen war. Daneben setzten die Gesangsmikrofone regelmäßig aus, die Gitarren waren fast unhörbar, Bassdrum und Becken waren auch schwer hörbar. Kurz: Wir wunderten uns, dass man überhaupt etwas hören konnte. Manch einer schmiedete nach dem stilvollen Patzer schon Rachepläne gegen jenen Kollegen vom Mischpult, nur seltsamerweise konnte dieser dann auf schnellem Wege untertauchen. Wir fuhren also nach Hause. Adieu du geliebtes Biesdorf, wir verdrücken uns lieber in unser gemütliches Marzahn. Berlin ist schon eine eigene Welt. Nur das dumpfe Gefühl oder eher der dringende Verdacht, dass unser aller geliebter Soundmensch auch bei dem Auftritt zum Abiball der jetzigen 13. (Ich gehöre ja noch zu den jugendlichen Zwölftklässlern.) und zum Sommerkonzert der Schule an der PA rumpfuscht, konnte diese Aussicht noch vertrüben.

Am Nachmittag fuhr ich dann zwecks Rettung A.s Mathenote zu ihr. Wir übten tatsächlich Mathe, sie hatte auch schon zur Vorbereitung die ein oder andere Aufgabe gelöst. Gelöst wohlgemerkt. Kaum Fehler. Ich bin sogar etwas stolz auf sie in dem Punkt. Obgleich sie eine richtige Aufgabe nicht weiterbringen wird. Das verlor ich wohl aus dem Blick, denn bald war Schluss mit Mathe. Die Zeit plätscherte bei ihr dahin und irgendwann fuhren wir noch zu einer Party, die sich als gemütliches Stelldichein einer kleinen Kifferrunde entpuppte. Langweilig war es, abgesehen von A.s Gegenwart. Zur Verhinderung weiterer Tiefpunkte an diesem Tag war ich auch schnell wieder zu Hause. Daheim im gemütlichen Bett.

Currently playing: Banda Bassotti - El quinto regimento
Current mood: Ärgerlich
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Freitag, 19. Mai 2006

Ekstase

Gestern hatten wir unsere Generalprobe für unser kurzes Konzert am Samstag auf der grandiosen Freilichtbühne im Schlosspark Biesdorf. Wir haben vier Lieder geprobt. Darunter auch den zeitlosen Klassiker "Free bird" von Lynyrd Skynyrd, der ein endlos langes Doubletime-Riff beinhält. Es gehört zweifellos zu den besten Soli der gesamten Rockgeschichte.

Für mich steht es für den wildesten Sex, die härtesten Drogen und den besten Rock'n'Roll, Woodstock (Auch wenn sie dort nicht gespielt haben.) und am wichtigsten: Ekstase. Kein Lied, das ich kenne, ist so ekstatisch wie dieses. Das sah man auch im Proberaum. Jeder zelebrierte sein Instrument, man kniete auf dem Boden oder begattete ihn, wenn man nicht gerade die Verstärker oder Mikrofonständer bestieg. So gut ist dieses Solo, sechs Musiker von einem Moment zum anderen in Aufregung versetzt. Dieses Lied ist einfach Ekstase pur.

Aber warum? Warum ist dieses Solo so gut? Schaut man sich die Noten an, so blickt man auf ein unphrasiertes, sich scheinbar unentschlossen entwickelndes Gewirr an Noten mit etlichen Motivwiederholungen. Man findet keinen Anhaltspunkt für die Meisterklasse dieses Songs. Nicht, dass man diese in allen Fällen auch dort finden würde, aber ausschließen kann man es nie. Nur bei der Suche nach dem Grund für diese ekstatische Wirkung wird man nicht fündig. Eine Suche, die wohl nie ein Ergebnis finden wird.

Dieses Lied ist einmalig. Wenn ich es höre, wünsche ich mir inständig, mein Leben lang Musik schreiben und hören zu können, die ebenso ekstatisch und "frei" von allen sublimen Zwängen ist. Musik, die jeden Trip um ein Vielfaches übertrifft. Praktisch ein Leben lang berauscht sein können. Ganz ohne Drogen, das würde dem Spaß ein jähes Ende setzen. Es ist eine Suche nach dem Stein der Weisen; dieser Wunsch bleibt wohl schnöde Utopie.

Currently playing: Lynyrd Skynyrd - Free bird (In Dauerschleife wohl gemerkt.)
Current mood: Glücklich
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

um das Eis zu brechen....

...bin ich wieder die Blöde, die ihren Kopf hinhält.
Prinzipiell halte ich das ganze Fremdschreibersystem für eine gute Idee.

Mein eigener Weblog soll aber völlig im Zeichen meines egozentrischen Selbst stehen, da haben fremde Gedanken nix zu suchen  ;)

Mein Gedanke ist übrigens... der Sommer.
Ich finde der Sommer strahlt so eine Unbefangenheit aus. Bei fast jedem scheint das so zu sein.
Ich kenne mich mit den biologischen Zusammenhängen nicht so aus, aber es scheint so, als würde die Wärme oder die Sonne diverse Glückshormone in uns ausschütten.
Das ist vor allem bei Kindern auffällig. Ich hab ja meinen Cousin und meine Cousine hier für ne Woche, die sind so unglaublich lebendig und schreien und lachen und spriongen viel mehr als im Winter (für meinen Geschmack zu viel. ich bin schleißlich die Blöde, die die Kniee zu evrarzten hat)
Currently playing: Babyshambles - What Katie did next
von: Blumenhirn in Rubrik: Fremde Gedanken

Dienstag, 16. Mai 2006

Ein klein wenig Anarchie hat noch keinem geschadet

Ich denke, es ist an der Zeit für ein verwaltungstechnisches und redaktionelles Experiment. Zeitraum erst einmal unbegrenzt. Ich weiß nicht, was es bringen wird, aber ich möchte meinen Lesern die Möglichkeit geben, in diesem Blog selbst Artikel zu veröffentlichen. Zwar "nur" in einer eigenen Sparte, aber immerhin. "Fremde Gedanken" soll sie heißen.

Welchen Grenzen das unterworfen ist, weiß ich selbst nicht so genau. Die Richtlinien des BlogHofs bilden dabei jedoch das Minimum allen redaktionellen Ausmaßes. Weiterhin wäre es auf jeden Fall von Vorteil, die Übereinkommungen einzuhalten, die ich einst in der Sparte "Licht im Dunkeln" getroffen habe. Mein Hauptaugenmerk liegt dabei auf Anonymisierung, gutem Ton und Nontrivialismus. Die Themenwahl soll frei sein, jedoch sind blogrelevante Themen und solche, die nicht illegal und anstößig sind, die erste Wahl.

Redaktionelle Eingriffe durch mich sind selbstverständlich vorbehalten, auch wenn ich an dieses Experiment den Anspruch stelle, eine gewisse journalistische Freiheit zuzulassen.

Wer kann nun aber schreiben? Prinzipiell, also von meiner Seite aus, jeder. Nur verlangt es die Software des Anbieters, dass Autoren Mitglieder des BlogHof sein müssen. Wer sich als Nichtmitglied daran nicht störe, kann sich natürlich auch anmelden!

So denn: Lasset die Spiele beginnen!

Currently playing: Moby - Run on
Current mood: Gespannt wie ein tattriger Eisntein vor seinen Aufbauten
von: ninikupenda in Rubrik: Licht im Dunkeln

Alte Debatten ermatten

A. fragte mich heute, was ich von Abtreibung halte. Um Missverständnissen vorzugreifen: Der Grund hierfür liegt definitiv nicht in eventuellen Versäumnissen der Vergangenheit, ich denke, wohl eher in der Vorbereitung auf alle Eventualitäten.

Ich wusste nicht, was ich antworten sollte. Auch starkes Drängen konnte mir keine Antwort entlocken. Ich weiß es nicht. Ich habe schon so viele Debatten über dieses Thema vor dem heutigen Tage geführt und bin nie zu einem einheitlichen Standpunkt gelangt. "Du sollst nicht töten." contra Menschheitsdefiniton. Umso überraschender kam diese Frage.

Ich habe mich nun dazu angelesen. Ein wenig bei Wikipedia reingeschaut, um fundamentales Wissen über den medizinischen und rechtlichen Aspekt eines Schwangerschaftsabbruchs in Erfahrung zu bringen. Zwar konnte auch die Enzyklopädie nicht klären, ab wann ein Mensch ein solcher ist, jedoch bin ich auf den kurzen Halbsatz "Ein Fötus ist erst ab 6 1/2 Wochen vorhanden" aufmerksam geworden. Was ist nun ein Fetus? "Die Bezeichnung für den menschlichen Embryo nach Ausbildung der inneren Organe." Ich hoffe, man darf diese Definition so verstehen, dass das Lebewesen zuvor kein Mensch ist. Demnach bestehen auch keine ethischen Bedenken, bis zu diesem Stadium eine Abtreibung zu unternehmen. Dabei erscheint mir der medikamentöse Abbruch als besonders geeignet. Umso zeitiger, desto besser für alle Beteiligten.

Dennoch kann ich nicht von der Hand weisen, dass da ein Lebewesen getötet wird. Die Schwammigkeit der Festlegung, wann ein Mensch ein solcher ist, verschärft meine Unsicherheit. Du sollst nicht töten. Tiere ja, aber Menschen, nein, niemals. Als Tiere kann man Embryonen kaum bezeichnen, auch wenn sie in ihrer Entwicklung Stadien durchlaufen, in denen sie mehr Fisch, Molch bzw. Küken als Mensch sind. Doch die Gene sind immer noch die eines Menschen. Harte Worte, schneidende Argumente.

Was aber bedeutet die Abtreibung für die anderen Parteien, auch wenn es in erster Linie um das (werdende) Kind geht? PAS ist ein ernst zu nehmendes Syndrom und hält nicht selten viele Jahre nach der Schwangerschaft an. Neben diesen beiden Tragödien nicht zu unterschätzenden Ausmaßes gesellen sich weitere psychische und soziale Probleme, vor allem was die Partnerschaft der potentiellen Eltern angeht. Auch diese Probleme scheinen unlösbar. Gar nicht erst daran zu denken, dass alle Bestreben zum Schwangerschaftsabbruch keine hundertprozentige Erfolgsquote versprechen können, man siehe nur einmal das Beispiel des nun quicklebendigen Tim.

Was also bleibt, ist den nötigen Respekt voreinander, der Situation und die daraus folgende Vernunft unbedingt zu wahren. Komme was wolle; doppelt hält besser. Ein Kind passt gar nicht in mein Leben. Dafür weiß ich Sorge zu tragen. Hoffentlich.

Currently playing: Moby - Find my baby (Wieder einmal passend, obgleich zufällig...)
Current mood: Skeptisch
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Samstag, 13. Mai 2006

Eine Reise ins mögliche Unmögliche

Ich liebe die Beatles. Ein alter Hut. Auch manchem bekannt ist, dass ich ihren Song "I want you (She's so heavy)" für das beste Lied des gesamten 20. Jahrhunderts halte. Obgleich es erst einmal sehr langweilig wirkt: Das Stück enthält auf mehr als acht Minuten Länge nur zwei Zeilen Text und stetig wiederkehrende Motive. Doch was es für mich ausmacht, ist schwer zu erklären. Es ist das harmonische Gefüge dieses Songs.

Nun habe ich vor einiger Zeit von einer Theorie gehört. Sie besagt, dass jeder Takt einer Kadenz ein eigenes harmonisches System darstellt. Ein Beispiel: Ein Lied in C-Dur, 4/4-Takt enthält über vier Akkorde die triviale I-IV-V-I-Kadenz, hat also die Akkordfolge C-F-G-C. Nun kann man laut der Theorie jeden Takt als einzelnes System betrachten und von der Funktion abweichen. Der zweite Takt hat demnach die Tonart F-Dur, der dritte G-Dur etc. Daher vergrößert sich der Tonumfang, im zweiten Takt kommt Bb und im dritten F# hinzu. Weiterhin kann ich im zweiten Takt anstatt F-Dur nun auch den Subdominantparallelakkord G-Moll spielen, welcher in der ursprünglichen Tonart C-Dur gar nicht vorkommt, sondern dort die Dominante G-Dur wäre. Funktional ändert sich also in der Gesamtheit nichts, nur die Harmonie. Für die anderen Takte gilt ähnliches.

Ich habe heute Stück "94" geschrieben. Es ist in E-Dur, hat obigen 4/4-Takt und folgende Akkorde, die jeweils eine Viertelnote lang erklingen, sofern nicht anders angegeben: | E E E E | A/E D/F# E/G# B/F# | F# E C#m/E B/D# | E E E- B/D# Achtel |

Es ergibt sich eine sehr interessante Harmonik. Das Stück steht dank der einrahmenden E-Dur-Akkorde immer noch in E, jedoch wird zwischendrin unbemerkt moduliert, was dem Stück neue Töne verleiht, die entsprechend freudig von der Melodie verwendet werden.

Was nützt es nun? Ich kann damit Tonmaterial erlangen, das unereicht blieb, und dazu unbemerkt modulieren. Wie einst die Beatles.

Currently playing: Tiefenrausch - Ticket nach Holland
Current mood: Alles klar

Mittwoch, 10. Mai 2006

Punky

Dieses nicht ganz ernst gemeinte "Werk" ist heute aus einer Schnapsidee heraus enstanden:

Ki-fi

Seht einmal, dort steht er wieder,

mit viel Freude pfeift er Kinderlieder,

hat die Hände in den Hosentaschen,

jeder weiß, was die da machen.

 

Oh seht einmal, da kommen sie,

Jacqueline, Stella und die Marie.

Die kennt der Nico schon seit Jahren,

nun sind alle vier davongefahren.

 

Seht einmal, sie sitzen im Café

und trinken nicht nur Blümchentee.

Doch was die Kinder noch nicht wissen,

der Nico, der hat kein Gewissen.

 

+++ Chorus: +++

Ki-fi! Oho!

Ki-fi! Oho!

Oh bald kommt er auch zu dir

und zeigt auch dir sein großes Tier.

Dann wird er wild, der Nicolas,

das macht ihm dann besonders Spaß!

Ki-fi! Oho!

 

+++ Bridge: +++

Nun liegen alle auf der Wiese,

auch Herbert, Kurt und Anneliese.

Denn der Nicolas macht kein Halt,

bitte nur keine 14 Jahre alt!

 

Ki-fi! Oho!

Ki-fi! Oho!

Oh bald kommt er auch zu dir

und zeigt auch dir sein großes Tier.

Dann wird er wild, der Nicolas,

das macht ihm dann besonders Spaß!

Ki-fi! Oho!

Eine Melodie gibt es noch nicht, die liefere ich aber gerne bei Gelegenheit nach. Es wird wohl mehr in Richtung Punk à la WIZO und Rotz auf der Wiese gehen...

Currently playing: Ghinzu - Seaside friends
Current mood: Grinsend

Montag, 8. Mai 2006

Die Auflösung

Das Wochenende war wieder einmal etwas turbulenterer Natur als geplant. Am Sonnabend waren A. und ich wie schon fernsehtauglich angekündigt bei der Parkour-WM. Parkour ist ein Freestyle-Sport, bei dem der Sportler ("Traceur", frnz.) sich in seiner urbanen Umgebung mittels gekonnter Sprünge und Klettereien bewegt, um letztendlich durch den Fluss seiner Bewegung dem Ganzen eine elegante bis künstlerische Note gibt. Es wäre jetzt zu viel, diesen phänomenalen Sport zu erläutern, aber bei Wikipedia und Google findet sich etwas dazu. Auch sehr zu empfehlen und ein Muss sind die diversen Videos, die man überall im Internet finden kann. Das Ereignis fand im Postbahnhof - und damit in Toplage - statt, der das perfekte Ambiente für einen Streetart-Sport wie diesen bot. Im Anschluss fuhren wir dann noch in den Volkspark zur Geburtstagsparty eines Freundes und trafen dort etliche Leute wieder, die man zum Teil länger nicht mehr gesehen hatte. Neben der üblichen Gesellschaft, darunter N., K. und W., waren noch ca. fünfzig andere liebe Menschen vor Ort, es war tatsächlich schön, die ganzen Leute wiederzutreffen. Ganz gegen meine Erwartungen.

Currently playing: The Moldy Peaches - Goodbye song
Current mood: Alles klar
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Samstag, 6. Mai 2006

Auf der Pulswelle der Metropole surfen

Der heutige Abend unterliegt einer straffen Planung. Ich werde A. zu einer Veranstaltung entführen, eine Überraschung, welche es sein wird. Seit Montag schon rätselt sie, wohin ich sie nehmen werde. Doch ich blieb und bleibe standhaft. Nur so viel:

Es handelt sich um ein einmaliges Ereignis. Die Besucherzahl ist auf lediglich fünfhundert begrenzt, alle Plätze sind schon ausgebucht. Der Event steht für Underground wie Streetart, Nervenkitzel wie Gefahr, Coolness wie Insider-Tipp. Es geht nicht um Grafitti. Besser. Viel besser. Vom Status eine Mischung aus Fight Club und City-Races. Kaum einer hat es je gesehen, aber viele haben davon gehört. Zu cool um illegal zu sein. Zu cool um es zu verpassen.

Nach zwei Stunden bester Unterhaltung fahren wir dann noch in den Volkspark, ein alter Freund von mir feiert dort seinen Geburtstag. Neben meinem kompletten alten Jahrgang und ein paar Konzertfreunden werden W. und K. auch dort sein, seltsamer- wie erfreulicherweise spricht sie immer mehr mit mir. Es mag für den Außenstehenden unspektakulär klingen, für mich grenzt es an ein Wunder, dass sie gestern ohne jegliche moralische Verpflichtungen, wie sie für sie am 1. Mai wohl von der Anonymität der Zehntausendschaft ausgingen, fragte, ob A. und ich auch kämen. Sicherlich ging es ihr mehr um A. als um mich, aber dann hätte sie sie bequem selbst fragen können. Diese Entspannung könnte aber auch daran liegen, dass sie am selben Tag voller Freude war, dass ich mein Diabolo bei mir hatte. Sie als Diaboloverrückte konnte nicht umhin, mich zu fragen, ob sie auch spielen dürfe. Da sag(t)e ich nicht nein.

Alles in allem wird dieser Abend also wieder einmal schön werden, auch wenn ich nicht einmal weiß, ob A. sich für die geheimen Veranstaltung begeistern kann. Soll auch nicht die Hauptsache sein; wir haben uns, das Insider-Event gibt nur das Ensemble.

Currently playing: Ghinzu - 21st century crooners
Current mood: Alles klar
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Samstag, 6. Mai 2006

Falsche Freunde

Ich hätte nicht gedacht, dass es einmal so kommen würde, aber heute wurde ich ganz schwer enttäuscht. Nun bin ich seit mittlwerweile ca. fünf Tagen mit A. zusammen. Wir schweben auf Wolke sieben, manch einer bemerkt, dass wir einen äußerst positiven Einfluss aufeinander haben. Und dann kommt T. unvermittelt per ICQ, nicht einmal direkt auf mich zu und wirft mir vor, ich würde sie nicht lieben, es wäre lustlos, wir würden uns kaum küssen, wir führten eine Zwangsbeziehung etc. Ich hätte beinahe all meinen Anstand über Bord geworfen und wäre ins alte Schema verfallen, nach dem ich zu allem fähig wäre. Ernsthaft.

Jetzt weiß ich, warum immer mehr Menschen sich von ihm abwenden. W., heiße mich willkommen in deinem Klub.

Currently playing: Strapping young lad - Skeksis
Current mood: Wütend
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Montag, 1. Mai 2006

Die Bee Gees mussten Propheten gewesen sein

"Kiss me once , oh yeah, baby!
Kiss me twice , oh yeah, crazy!
Kiss me three times,
the three kisses of love , oh yeah!
"

(PS: Du kannst jetzt gerne die versprochenen Kommentare an dieser oder anderer Stelle einbringen. Wo du schon dabei bist, kannst du ja auch mal nach der Bedeutung meines Benutzernamens (ninikupenda) forschen...)

Currently playing: Bee Gees - Three kisses of love
Current mood: Verliebt!
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag
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