Gestern Abend war A.s großes Konzert mit dem Landesjugendorchester. Das ist praktisch die Elite der musizierenden Jugend. Sie war Stimmführerin der zweiten Geige, also ein hohes Tier. Ich bin irgendwie stolz darauf. Als sie mir vor gut einem Monat freudestrahlend einen Flyer dafür in die Hand drückte, war mein Urteil gefällt: der Ostermontag ist ausgebucht. Gestern war es dann so weit, ich machte mich wie versprochen im Sakko auf den Weg, schnell noch N. abgeholt und dann hingefahren. Dort dann angekommen ergossen sich auch schon die Massen in das Gebäude, wir mussten aber noch warten, weil A. uns erst die Karten überreichen musste. Ihre Eltern und Bruder waren auch noch da, aber für Begrüßungsrituale war keine Zeit mehr, es hieß, die Plätze einzunehmen. Bald ging es dann los - wir im linken Rang saßen A. praktisch gegenüber -, Webers Ouvertüre zum Freischütz wurde gespielt. Darauf hatte ich mich am meisten gefreut, das Stück kam mir auch recht bekannt vor, wohl weil ich vor einigen Jahren die langweilende Oper dazu gesehen habe. Weber war dann allerdings von kurzlebiger Natur, was nach innigem Applaus folgte, war Anders Koppels Concerto Nr. 1 für Marimba und Orchester. Ein dreisätziges Stück für einen Solomarimbaspieler, geschrieben von einem zeitgenössischen komischen Kauz, passte nicht so recht in diese ehrwürdigen Hallen. Irgendwann verging dann auch das, A. ging, nachdem ihr Part in diesem Stück beendet war, unvermittelt raus; wohl wie sie sagte, um Blumen zu holen. Sie kam dann auch wieder, aber da hatte der Solist schon welche von einem Herren überreicht bekommen. Die wohl lustigste Situation während des ganzen doch eher ernsteren, aber dennoch recht schönen Konzertes. Der Höhepunkt folgte dann noch als Bruckners Sinfonie Nr. 2 in c-Moll gegeben wurde. Eine gelungene Erholung von neuzeitlichen Experimentierereien, zumal man Bruckner erleben konnte, wie er war; ein State-of-the-art-Stück halt.
Das Konzert war dann auch bald zu Ende, N. und ich warteten dann auf A.; am Künstlereingang machte sich schon so ein seltsamer Orchesterkollege an sie ran. Da war es recht hilfreich, dass wir uns mittlerweile "Schatz" nennen. Das ganze Orchester inklusive uns verlorenen Seelen N. und ich besuchten dann noch ein Pub in der Nähe, der Merlot war schlecht, A. und ich hatten angenehmen Smalltalk, aber dennoch waren N. und ich bald weg, da wir ja außer A. niemanden dort kannten. Bei der Verabschiedung kroch dann wieder der schleimige Typ aus seinem Loch, ich bin leicht eifersüchtig und noch viel sauerer auf ihn. Aber er muss mich ja nicht wieder sehen.
Nun grübeln A. und ich, was wir die restlichen Ferientage unternehmen wollen; wir haben uns gegenseitig versprochen, irgendetwas zu tun, solange wir nur einander näher kommen. Der letzte Teil ist zwar nicht Part der Abmachung, aber dennoch selbstverständlich geschlossen worden. Es wird wohl auf einen Abend in irgendeinem Club, Shopping oder ähnliches hinauslaufen. Damit kann ich jedenfalls keine Fehler machen. K. hätte A. sogar einmal angeboten, mich mit auf ihre Tanznächte mitzunehmen. Ich denke, ich habe schon eine Vorstellung, wie die Woche aussehen wird.

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klingt doch troz dem schleimigen typen nach einem recht netten abend finde ich :-) das wird schon. liebe grüße
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