Mütter sind schon seltsam. Zumindest das Exemplar, das ich mein Eigen nenne. Gestern kam sie angesichts meiner Ferienplanung ganz unvermittelt auf mich zu und sprach mich freudig auf den anstehenden Kinobesuch an. Ob ich nicht mit meiner Freundin hingehen wolle. Als ob ich eine hätte. Ihrer Meinung nach hätte ich eine kleine Freundin, schwarzhaarig und dunkelhäutig. Gut nur, dass sich in meinem Freundeskreis eine solche Person nicht aufhält. Rein vom Äußeren her. Ich hüllte mich einfach mal in Schweigen. Glucksend behauptete sie, "meine Freundin" sei in meinem Mathe LK - da werde ich nie eine Freundin haben, wer den Kurs kennt, kann nur betroffen den Kopf schütteln. "Na gut", dachte sie sich wohl "dann wird's wohl der Bio LK sein." Nein, auch der nicht. Aber dennoch konnte ich nicht einmal intervenieren oder gar auf die Frage, ob ich denn eine Freundin habe, "Nein" antworten. Seltsam das Ganze. Höchst seltsam. Aber amüsant. Irgendwie auch lustig.
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Ferien. Wurde auch mal Zeit. Obwohl sie für mich aus dem Dunkeln auftauchten. Die Zeit vergeht halt schnell in meinem Leben. So wohl auch die nächsten zwei Wochen. Ich weiß noch gar nicht, was ich tun werde. "Ice Age" mit P. und leider noch nem Kumpel schauen. Dabei wollte ich endlich mal wieder was nur mit ihr machen. Bestimmt seit einem halben Jahr, wenn nicht mehr, haben wir nichts mehr gemeinsam unternommen. Museenbesuche, Konzerte etc. hatten wir uns immer vorgenommen. "Ice Age" war von langer Hand geplant. Und jetzt doch nicht zu zweit. Nichts gegen ihn, er ist ein guter Freund, aber P. ist mir in dem Punkt wichtiger. Ansonsten wird es schon hier und da Konzerte geben. Heute zum Beispiel. Aber ich werde wohl nicht hingehen. Hab gestern noch im Kleingedruckten gelesen, dass man zehn Euro am Eingang verliert. Und dann noch alleine. Muss nicht sein. Party ist am Dienstag auch noch. Da werd ich hingehen, kann endlich mal wieder die vielen Leute von damals sehen. Aber ansonsten wird in der ersten Woche nicht viel los sein. A. ist mit ihrem Landesjugendorchester unterwegs. Am 17. haben die dann ein Konzert. Da bin ich aber dabei, das lass ich mir nicht entgehen. Mehr habe ich erst einmal nicht vor. Doch. Einen Verstärker und das ganze Zubehör kaufen. Und Diabolo spielen im Park. Wenn ich mich dazu aufrütteln kann. Nur dann. Also doch ganz normale Ferien daheim.
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Die Mähne muss weg! Ich habe nachher um zwölf einen Termin beim Friseur. Meine Mutter hat mich angemeldet. Sonst bin ich bald Rapunzel-Double, ich kenne doch meine Disziplin. Sie belagert mich schon seit Wochen damit, jetzt hat sie es geschafft. Aber die alten zwölf Millimeter lasse ich mir bestimmt nicht schneiden, ich lasse einfach nur alles um ein paar Zentimeter kürzen. Ich hasse es, mir die Haare von jemandem schneiden und zurecht legen zu lassen, von dem ich nicht weiß, ob er es wirklich ganz nach meiner Vorstellung kann. Einfach mit dem Schergerät drüber und dann zehn Euro bar auf die Hand ist ja nicht mehr. Jetzt muss zur Schere gegriffen werden. Da entscheidet sich das Aussehen der nächsten Wochen, wenn nicht Monate. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Die Marx'sche Version.
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Ich weiß nicht, wem ich glauben soll. Marx oder Hegel. Sein vor Bewusstsein oder Bewusstsein vor Sein. Beides scheint sinnvoll. Wirkt tatsächlich nur eines oder ist es eher ein reaktives Gefüge ohne ein absehbares Ende? Ich denke, man muss klar differenzieren. Die eine Gruppe Menschen hat ein starkes Selbstbild und sind oft introspektiv unterwegs. Träumer und Denker halt. Für sie gilt Hegel. Eine andere Gruppe braucht das Materielle zur Selbstverwirklichung. Das Fassbare, das Sein zu formen, ist ihr Ziel. Marx ist ihr Vorreiter. Und der große Rest ist irgendwo dazwischen gefangen. Diese Antwort erscheint mir unbefriedigent. Man kann in diesem Streitfall vielleicht auch keine Lösung finden. Dennoch wird es mich wohl nicht zufrieden stimmen.

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