This life is fulfilling me.

Einträge "April 2006":

Sonntag, 30. April 2006

Walpurgisnachtslegenden

In der heutigen BZ am Sonntag (30. April 2006, Axel-Springer-Verlag) wird auf den Seiten 6 und 7, der ersten Regionaldoppelseite tituliert:

„Chaoten proben Groß-Angriff auf Berlin“ und in der Tickerzeile darüber:

„+++ Steinwürfe im Volkspark Friedrichshain +++ Szene ruft zur verbotenen Groß-Demo auf +++“

In diesem Artikel wird Bezug genommen auf eine Versammlung von ca. 200 Jugendlichen im genannten Park vom 28. April 2006. Dass es sich hierbei keineswegs um eine Generalprobe für die Walpurgisnacht oder den ersten Mai handelte, wird verschwiegen. Zwar kam es tatsächlich zu den genannten Lagerfeuern, der Verbrennung einer Deutschland-Flagge, später auch einer Schlägerei und einem Polizei-Einsatz. Doch wird hier vollkommen willkürlich eine Verbindung zu den geplanten Demonstrationen und Konzerten der nächsten Tage gezogen. Dass nämlich der größte Teil der am Freitag anwesenden Jugendlichen gar nicht aus der Krawall-Szene kam und nur ca. 10% Punks und Alternative waren, die jedoch auch nicht strafrechtlich mit vergangenen 1.-Mai-Krawallen in Verbindung gesetzt werden können, wird ebenfalls verschwiegen. Dazu präsentiert die Zeitung unter ihrem Artikel das Foto einer Handvoll Jugendlicher - augenscheinlich eher gewöhnliche Hip-Hopper als Polizei-gesuchte Mai-Randalierer - mit Bierkästen, wie sie den Park betreten. Diese werden in der Bildbeschreibung als "Krawall-Jugendliche im Friedrichshain" beschrieben. Ob diese an der Schlägerei teilnahmen, kann man bezweifeln, da sie beim Betreten des Parks gezeigt werden. Zur Zeit der Ausschreitungen, gegen 21.30 Uhr, kann dieses Bild nicht entstanden sein, weil noch Tageslicht zu erkennen ist.  Einem Zeitpunkt, an dem der nicht namentlich genannte Autor dieses Artikels gar nicht vor Ort gewesen sein kann. Ergo ein Bild von einem anderem Datum. Vielleicht vom 29. April, schließlich ließ sich die Redaktion genug Zeit für diesen Artikel.

Es werden also die üblichen Besucher des Volkspark Friedrichshains mit den Vorfällen vom 29. April in Verbindung gebracht, Kollektivschuld wird erhoben.

Unter jenem Artikel befindet sich ein anderer, thematisch verwandter. Hier wird über eine Internetseite berichtet, die den "ermordeten Polizisten als Demoschläger" (Uwe Lieschied) bezeichne. Es sei auf dieser Homepage, deren Adresse mir bekannt ist, ein Foto von ihm zu finden. Er werde dort auch als "Demoschläger" bezeichnet. Beide Behauptungen sind schlichtweg erfunden. Ein Bild von ihm ist nicht zu finden, dafür von einigen anderen Zivilfahndern, die in der Vergangenheit durch Gewalttaten gegenüber Demonstranten aufgefallen sind. Das Wort "Demoschläger" taucht auf der gesamten Seite nicht ein Mal auf. Weiterhin schreibt die BZ:

"Bilder zahlreicher Spezialkräfte finden sich auf der Seite. Und eben auch das Foto von Uwe Lieschied. Die Chaoten bezeichnen den Polizisten nicht nur als Demoschläger. Unfaßbar: Sie schreiben außerdem, Uwe Lieschied sei bei einem "Angriff auf Parkbesucher in der Hasenheide gefallen"." (Hervorhebung wie im Original)

Davon abgesehen, dass sich jenes Foto nicht auf der Seite befindet, ist die "zitierte" Textstelle auf der Seite so und auch nicht in anderer Form nicht aufzufinden. Wieder hat der "recherchierende" Reporter schlichtweg Informationen erfunden und somit gegen den Pressekodex verstoßen, den auch die Axel-Springer-AG anerkannte. Aber über den wahren Inhalt der Seite, nämlich Demonstranten über bestimmte gewaltbereite Beamte in Zivil wie diesem in der Szene mittlerweile namentlich bekannten Herren zu informieren, wird nur folgender Nebensatz verloren:

"[...], um ihr Chaoten-Klientel vor den Fahndern zu warnen." (Hervorhebung wie im Original)

Was erwartet man sonst von der linksfeindlichen Springer-Presse.

Currently playing: Liars - The wrong coat for you Mt. Heart attack
Current mood: Ärgerlich

Samstag, 29. April 2006

Körperkultur

Ich habe zwei Freundinnen, die ihren Körper zerstören bzw. zerstören wollen. Jede auf ihre Art. Ich kann es mir nicht erklären. Ihre vordergründigen Motive sind mehr oder weniger klar, aber das Bewusstsein über die Folgen ihres Handelns fehlt scheinbar gänzlich. Oder wird unter den Tisch gekehrt. Ich kann nur daneben stehen und mit erhobenem Zeigefinger mahnen.

Beide haben die Adresse dieses Blogs, ob sie das lesen, weiß ich nicht, kann mir auch egal sein. Ich habe mich bereits so gut es für mich ging, eingesetzt. Denke ich. Ich werde ihnen wohl auch nicht so viel helfen können, wie ich wollte.

Warum zerstören Menschen ihre Körper? Geltungssucht? Mangelndes Selbstvertrauen? Trauer? Ich weiß es nicht. Aber warum zerstört man den heiligsten materiellen Besitz, den man haben kann; alles, was man hat, das einem jenes Selbstvertrauen und Geltung wieder geben kann? Wieso kann man dieses großartige Geschenk nicht ehren und seine Probleme andererorts bewältigen?

Ihr zwei seid leidige Beispiele unter den vielen, die ich euch gegeben habe. Und meint ihr, mir macht es Spaß, mich mit solchen Problemen zu beschäftigen? Ich tat es für euch. Ich hatte euch das Angebot gemacht, euer Selbstvertrauen, eure Geltung bei mir wieder zu finden. Ihr lehntet ab. Es schien euch einfacher auf diese Art.

Mene mene tekel u-parsin.

Currently playing: The Dears - Don't loose the faith
Current mood: Traurig
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Mittwoch, 26. April 2006

Ich dummer, kleiner Junge

Heute haben A. und ich versprochenes Gespräch bei etwas Eis und Milchkakao im Café gehabt. Man plauderte über Ex-Freunde und -Freundinnen, mir kam es schon so vor, als wolle sie mehr über mein Beziehungsverhalten erfahren. Sie meinte auch, ihre Mutter würde mich fast heiraten wollen, so sehr sei sie von mir entzückt. "Endlich mal ein ordentlicher" wären ihre Worte gewesen. Wisse deine Schwiegermutter für dich zu gewinnen und die Tochter gehört bald dir.

Danach brachte ich sie noch nach Hause, ich war nur zu dämlich, ihr anstatt der obligatorischen Umarmung einen Kuss zu geben. Ich dummer, kleiner Junge, ich.

Ich habe mir schon überlegt, ob ich nicht morgen mitten in der Klausurzeit - wenn ich schon mit Bio fertig bin - zu ihr in Deutsch reinkomme und ihr ganz wortlos einen leidenschaftlichen Kuss geben soll. Hätte Stil. Irgendeinen. Aber auch meinen?

Currently playing: Beatbusters - Flight 064
Current mood: Dumm, einfach nur dumm
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Samstag, 22. April 2006

Eine Prognose

Die Ferien plätschern weiter vor sich hin, die Langeweile erbricht sich in mein Gemüt. Dem muss abgeholfen werden, ich habe mir schon seit dem ersten Ferientag vorgenommen, das wieder frühlingshafte Klima zu nutzen, um wieder im Volkspark Diabolo spielen zu gehen. Nach dem gestrigen sehr angenehmen, aber dennoch wie immer nicht blessurenfreien Training brauche ich wieder mal eine ruhigere Sportart. So denn, wenn mich meine omnipräsente Trägheit nicht an den Stuhl fesselt, werde ich bald losziehen.

Mit A. gab es gestern einen sehr offenen und fördernden Mail-Austausch. Absolut reizend und süß, wie sie geschrieben hat; auch wenn es für den Außenstehenden eher nach Floskeln klingen würde - ich war und bin entzückt. Abschließend haben wir festgestellt, dass wir zur erfolgreichen Bewältigung ein sehr langes und ebenso intimes Gespräch führen werden. Versprochen.

Der heutige Tag wird schön, das Wetter auch.

Currently playing: Cool Jerks - Can't quit
Current mood: Grinsend
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Donnerstag, 20. April 2006

Mal ein wenig prahlen

Heute habe ich mir ein Herz gefasst, bin zum Musikhandel meines Vertrauens gefahren und habe mich umfangreich eingedeckt. Und weil das ganze so schön war, möchte ich keinem die Einkaufsliste vorenthalten:

Verstärker: VOX VR-30, Hybrid-Combo, 30 Watt, sowohl Röhre als auch Transistor

Kabel: 6m, handgearbeitete Markenware

Stimmgerät: Korg GA-30 (auch für meine Geige geeignet...)

Fender Gitarrengurt

Saiten: Dean Markley "Blue Steel" High-End-Saiten

und diverse Plecs

Genug der Prahlerei, ich bin sehr zufrieden mit dieser Kombination. Kaum zu Hause angekommen konnte ich es natürlich nicht auslassen, meinen neuen Schatz ausgiebig zu bespielen. Endlich sind alle Teile komplett, ich freue mich!

Morgen gehen A. und ich shoppen; ich hole die Langschläferin viel zu früh ab, dann kann ich bei ihr noch ein bisschen rumlungern - das wird uns beiden sicherlich ganz gelegen kommen.

Currently playing: The Black Keys - Grown so ugly
Current mood: Glücklich
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Dienstag, 18. April 2006

Zwei Wochen Abstinenz

Gestern Abend war A.s großes Konzert mit dem Landesjugendorchester. Das ist praktisch die Elite der musizierenden Jugend. Sie war Stimmführerin der zweiten Geige, also ein hohes Tier. Ich bin irgendwie stolz darauf. Als sie mir vor gut einem Monat freudestrahlend einen Flyer dafür in die Hand drückte, war mein Urteil gefällt: der Ostermontag ist ausgebucht. Gestern war es dann so weit, ich machte mich wie versprochen im Sakko auf den Weg, schnell noch N. abgeholt und dann hingefahren. Dort dann angekommen ergossen sich auch schon die Massen in das Gebäude, wir mussten aber noch warten, weil A. uns erst die Karten überreichen musste. Ihre Eltern und Bruder waren auch noch da, aber für Begrüßungsrituale war keine Zeit mehr, es hieß, die Plätze einzunehmen. Bald ging es dann los - wir im linken Rang saßen A. praktisch gegenüber -, Webers Ouvertüre zum Freischütz wurde gespielt. Darauf hatte ich mich am meisten gefreut, das Stück kam mir auch recht bekannt vor, wohl weil ich vor einigen Jahren die langweilende Oper dazu gesehen habe. Weber war dann allerdings von kurzlebiger Natur, was nach innigem Applaus folgte, war Anders Koppels Concerto Nr. 1 für Marimba und Orchester. Ein dreisätziges Stück für einen Solomarimbaspieler, geschrieben von einem zeitgenössischen komischen Kauz, passte nicht so recht in diese ehrwürdigen Hallen. Irgendwann verging dann auch das, A. ging, nachdem ihr Part in diesem Stück beendet war, unvermittelt raus; wohl wie sie sagte, um Blumen zu holen. Sie kam dann auch wieder, aber da hatte der Solist schon welche von einem Herren überreicht bekommen. Die wohl lustigste Situation während des ganzen doch eher ernsteren, aber dennoch recht schönen Konzertes. Der Höhepunkt folgte dann noch als Bruckners Sinfonie Nr. 2 in c-Moll gegeben wurde. Eine gelungene Erholung von neuzeitlichen Experimentierereien, zumal man Bruckner erleben konnte, wie er war; ein State-of-the-art-Stück halt.

Das Konzert war dann auch bald zu Ende, N. und ich warteten dann auf A.; am Künstlereingang machte sich schon so ein seltsamer Orchesterkollege an sie ran. Da war es recht hilfreich, dass wir uns mittlerweile "Schatz" nennen. Das ganze Orchester inklusive uns verlorenen Seelen N. und ich besuchten dann noch ein Pub in der Nähe, der Merlot war schlecht, A. und ich hatten angenehmen Smalltalk, aber dennoch waren N. und ich bald weg, da wir ja außer A. niemanden dort kannten. Bei der Verabschiedung kroch dann wieder der schleimige Typ aus seinem Loch, ich bin leicht eifersüchtig und noch viel sauerer auf ihn. Aber er muss mich ja nicht wieder sehen.

Nun grübeln A. und ich, was wir die restlichen Ferientage unternehmen wollen; wir haben uns gegenseitig versprochen, irgendetwas zu tun, solange wir nur einander näher kommen. Der letzte Teil ist zwar nicht Part der Abmachung, aber dennoch selbstverständlich geschlossen worden. Es wird wohl auf einen Abend in irgendeinem Club, Shopping oder ähnliches hinauslaufen. Damit kann ich jedenfalls keine Fehler machen. K. hätte A. sogar einmal angeboten, mich mit auf ihre Tanznächte mitzunehmen. Ich denke, ich habe schon eine Vorstellung, wie die Woche aussehen wird.

Currently playing: Ghinzu - Horse
Current mood: Glücklich
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Samstag, 15. April 2006

Latent letale Konflikte

Soeben habe ich ein Gespräch per ICQ geführt. Mich hat mal wieder das alte Thema K. ergriffen. Zeit für eine erneute Stellungsbeziehung.

Ich verstehe sie nicht. Doch, etwas schon. Dass sie mir damals aus dem Weg gegangen ist. Aber mehr nicht. Nachdem sich aber alles im Dezember oder auch schon November gelegt hatte, machte sie fröhlich weiter. Unverständlich. Ich hatte ihr Gespräche angeboten und mitgeteilt, dass sie wieder aufhören könne. Nicht einmal eine Antwort kam. Wenn sie mit mir nichts zu tun haben will, dann soll es so sein, das muss ich akzeptieren. Aber dann soll sie es sagen. Ich gehe ihr so gut es geht aus dem Weg. Sie scheint sich in meiner Gegenwart unwohl zu fühlen. So denn, ich verhalte mich so, als würde ich sie nie kennen gelernt haben, als sei sie eine Fremde unter vielen, die immer bei meinen Freunden steht und immer mit meinen Freunden spricht. Aber es funktioniert nicht. Sie ist keine Fremde. Ich würde so gerne das alles beilegen oder zumindest erfahren, warum sie so abweisend ist. Seit siebeneinhalb Monaten geht das schon so. Sie meinte mal - ich glaube es war zu W. - ich starrte sie an. Meine Blicke streiften sie nur in demselben Maße wie auch andere. Seitdem habe ich meine Augen nie mehr in ihre Richtung bewegt. Und so halte ich es immer noch. Warum ist sie nur so stur.

Sie ist in diesem Punkt wie ein kleines, törichtes, stures Mädchen, dass man gerade deswegen lieb haben muss, weil sie sonst keinen hat, der ihr diese Hirngespinste austreibt. Das ist ein nicht zu vernachlässigender Grund, warum ich das Problem gelöst sehen will. Aber sie rudert in die andere Richtung. Angeblich glaubt sie, ich hasse sie. Nein, das tue ich nicht und tat es nie. Warum auch. Hass kann ich für keinen Menschen auf dieser Welt aufbringen. Ich bin nur sehr traurig. Sehr zermürbt. Sehr angestrengt. Letztes Halbjahr sanken meine schulischen Leistungen rapide ab, in Psychologie sogar um sechs Notenpunkte. Alles nur, weil ich mich nur mit diesem lausigen Problem beschäftigt hatte. Auch sonst war ich psychisch zu nichts zu gebrauchen. Dauernd müde und launisch, immer traurig und bedrückt, nie geistig anwesend. Es hat mich innerlich aufgefressen.

Und jetzt geht es wieder los. A. schenkte und schenkt mir Ablenkung, aber das Problem bleibt latent. Latent letal. Manchmal befinde ich mich im Gespräch mit jemandem. Dann kommt K. und spricht diese Person an. Auf etwas Beiläufiges oder etwas, was man hätte später klären können, wenn ihr meine Gegenwart so unangenehm ist. Wenn ich dann mit jener Person weiter rede und K. noch daneben steht, spüre ich ihre Blicke. Aber ich kann nicht einmal hinschauen. Ich muss sie weiter unfreundlich ignorieren, weil es mir so scheint, dass dies das Einzige ist, was ich überhaupt tun kann. Dabei weiß ich nicht, wie ich das deuten soll. Annäherung? Ich weiß es nicht. Will sie mich weiter degradieren? Ich weiß es nicht. Es ist so schwierig wie verletzend.

Diese Zeilen klingen so wirr. Es wundert mich nicht einmal. Ich habe nicht einmal die Energie, mich in klare Worte zu fassen. Wie soll ich sie dann je wieder ansprechen können.

Currently playing: Sigur Rós - Gong
Current mood: Sehr traurig
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Donnerstag, 13. April 2006

Sehnsucht. Irgendwie.

Ich vermisse sie. Auf eine seltsame Weise. Dabei wüsste ich gar nicht, was ich tun würde, wäre sie hier. Wir haben uns nun schon seit mehr als einer Woche nicht mehr gesehen, zwei werden es am Ende sein. Letzte Woche blieb sie wegen einer Angina daheim, am Sonntagmorgen fuhr sie mit dem Landesjugendorchester nach Rendsburg, Schleswig-Holstein. Eine Woche Probenlager, jeden Tag musizieren von morgens bis abends. Und dann jeden Abend Party. Sie nimmt immer noch die Medikamente, die Mischung mit Alkohol versetzt sie schon fast in Rauschzustände. Ich wäre gerne dabei. Nicht nur wegen ihr. Auch vom musikalischen Standpunkt aus würde ich gerne einen Tag miterleben dürfen. Aber ich wäre wohl fehl am Platze. Im Gegensatz zu ihr bin ich ein miserabler Violinist. So muss ich also auf ihre Rückkehr warten und kann mich am Ostermontag vom Erfolg dieser Woche überzeugen. Im Konzerthaus am renommierten Gendarmenmarkt. Edles Haus. Ich bin sogar etwas stolz auf sie. Ich freu mich schon. Ich musste versprechen, in Anzug dort zu erscheinen. Selbstverständlich. Sie freue sich auch schon darauf, mich im Anzug zu sehen. Und ich mich, sie im Orchester zu sehen. Ich habe Plätze direkt vor ihr in der ersten Reihe geordert, vielleicht kann sie ja die Platzwahl beeinflussen.

Sie gewöhnt sich gerade das Rauchen ab. Vor ca. zwei Wochen meinte ich eigentlich nur beiläufig, dass sie doch angesichts der üblichen Gesundheitsbedenken aufhören solle. Reine Nächstenliebe. Sie nahm es so ernst, dass sie schon am Folgetag aufhörte zu rauchen. Bis jetzt hat sie sich wohl gut geschlagen. Auch mit der ganzen rauchenden Partygesellschaft in Rendsburg. Noch ein Grund, stolz auf sie zu sein. Wer weiß, was sie darüber dachte und denkt, dass ich ihr ans Herz gelegt habe, damit aufzuhören. Vielleicht sah sie darin eine Notwendigkeit für eine Beziehung. Ich nicht unbedingt. Zwar ist es für mich als Nichtraucher schon unangenehm, eine Raucherin zu küssen, aber davon würde ich nie ernsthaft eine Beziehung abhängig machen. Dennoch freue ich mich sowohl für ihre Gesundheit, als auch für unsere immer wahrscheinlicher werdende Beziehung.

Seitdem meine Ansicht über das komplexe Thema Liebe / Verliebtheit / Verknalltheit / Schwärmerei / Interesse und die daraus folgende sichere Determinierung des jeweiligen Zustandes nicht unmaßgeblich verändert wurde, setze ich mich kritischer damit auseinander. In dieser überaus groben Skala stehe ich wohl zwischen Verknalltheit und Verliebtheit. Wo genau, ist schwer zu bestimmen. Jedoch denke ich, rückt letzteres immer näher. Wer weiß, vielleicht ist es schon in den Ferien soweit. Ich weiß es nicht, ich möchte nichts überstürzen. Schon alleine aus Unsicherheit. Aber mir schwebt immer wieder dieses Bild im Kopfe, dass ich eines Tages unverhofft an ihrer Türe stehe, klingle, sie aufmacht und ich dann nur in Referenz auf ihre eine SMS sage: "Ich sollte doch durchklingeln, wenn es soweit sein sollte." Bestenfalls bin ich den Weg zu ihr durch strömenden Regen gelaufen. Erscheint mir passends für diese Situation. Aber andernfalls wäre ich auch nicht weniger engagiert. Wer weiß, früher oder später wird der Tag kommen. Nur weiß ich nicht, ob die Zeit für oder gegen mich spielt.

Currently playing: The Futureheads - He knows
Current mood: Verliebt?
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Samstag, 8. April 2006

Veränderungen tun weh

Eben beim Friseur gewesen. Ich bin nicht wirklich zufrieden. Könnte daran liegen, dass ich keine konkrete Vorstellung von der "neuen" Frisur hatte. Einfach nur kürzer sollte sie sein. Insofern eigentlich alle Kriterien erfüllt. Aber dennoch bin ich nicht so richtig zufrieden. Bin halt Perfektionist.

Ich sehe jetzt aus wie eine Mischung aus 2-Tone-Skanker und Tom Cruise. Backenbart und dezenter Rechtsscheitel zusammen mit kurzen Seitenteilen dominieren das Kopffell. Fotografische Beweise gibt es auch. Ich sehe nicht mehr so aus wie früher - was ich besser fand. Meine geliebte Tolle ist weg. Die Schleppe zwar auch, aber dennoch ist meine geliebte Tolle weg. Gestutzt auf ein Minimum. Jetzt muss ich sie erst einmal wieder wachsen lassen, man kann sich ja gar nicht aus dem Hause trauen.

Laut Wikipedia braucht es sechzig Tage, bis meine Haare um nur zwei Zentimeter gewachsen sind. Bis A.'s Konzert werden sie 2,1mm wachsen. Na toll. Körperverletzung ist das.

Currently playing: Bob Marley - Soul Rebel
Current mood: Wütend
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Gedankenpurzelei

Mütter sind schon seltsam. Zumindest das Exemplar, das ich mein Eigen nenne. Gestern kam sie angesichts meiner Ferienplanung ganz unvermittelt auf mich zu und sprach mich freudig auf den anstehenden Kinobesuch an. Ob ich nicht mit meiner Freundin hingehen wolle. Als ob ich eine hätte. Ihrer Meinung nach hätte ich eine kleine Freundin, schwarzhaarig und dunkelhäutig. Gut nur, dass sich in meinem Freundeskreis eine solche Person nicht aufhält. Rein vom Äußeren her. Ich hüllte mich einfach mal in Schweigen. Glucksend behauptete sie, "meine Freundin" sei in meinem Mathe LK - da werde ich nie eine Freundin haben, wer den Kurs kennt, kann nur betroffen den Kopf schütteln. "Na gut", dachte sie sich wohl "dann wird's wohl der Bio LK sein." Nein, auch der nicht. Aber dennoch konnte ich nicht einmal intervenieren oder gar auf die Frage, ob ich denn eine Freundin habe, "Nein" antworten. Seltsam das Ganze. Höchst seltsam. Aber amüsant. Irgendwie auch lustig.

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Ferien. Wurde auch mal Zeit. Obwohl sie für mich aus dem Dunkeln auftauchten. Die Zeit vergeht halt schnell in meinem Leben. So wohl auch die nächsten zwei Wochen. Ich weiß noch gar nicht, was ich tun werde. "Ice Age" mit P. und leider noch nem Kumpel schauen. Dabei wollte ich endlich mal wieder was nur mit ihr machen. Bestimmt seit einem halben Jahr, wenn nicht mehr, haben wir nichts mehr gemeinsam unternommen. Museenbesuche, Konzerte etc. hatten wir uns immer vorgenommen. "Ice Age" war von langer Hand geplant. Und jetzt doch nicht zu zweit. Nichts gegen ihn, er ist ein guter Freund, aber P. ist mir in dem Punkt wichtiger. Ansonsten wird es schon hier und da Konzerte geben. Heute zum Beispiel. Aber ich werde wohl nicht hingehen. Hab gestern noch im Kleingedruckten gelesen, dass man zehn Euro am Eingang verliert. Und dann noch alleine. Muss nicht sein. Party ist am Dienstag auch noch. Da werd ich hingehen, kann endlich mal wieder die vielen Leute von damals sehen. Aber ansonsten wird in der ersten Woche nicht viel los sein. A. ist mit ihrem Landesjugendorchester unterwegs. Am 17. haben die dann ein Konzert. Da bin ich aber dabei, das lass ich mir nicht entgehen. Mehr habe ich erst einmal nicht vor. Doch. Einen Verstärker und das ganze Zubehör kaufen. Und Diabolo spielen im Park. Wenn ich mich dazu aufrütteln kann. Nur dann. Also doch ganz normale Ferien daheim.

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Die Mähne muss weg! Ich habe nachher um zwölf einen Termin beim Friseur. Meine Mutter hat mich angemeldet. Sonst bin ich bald Rapunzel-Double, ich kenne doch meine Disziplin. Sie belagert mich schon seit Wochen damit, jetzt hat sie es geschafft. Aber die alten zwölf Millimeter lasse ich mir bestimmt nicht schneiden, ich lasse einfach nur alles um ein paar Zentimeter kürzen. Ich hasse es, mir die Haare von jemandem schneiden und zurecht legen zu lassen, von dem ich nicht weiß, ob er es wirklich ganz nach meiner Vorstellung kann. Einfach mit dem Schergerät drüber und dann zehn Euro bar auf die Hand ist ja nicht mehr. Jetzt muss zur Schere gegriffen werden. Da entscheidet sich das Aussehen der nächsten Wochen, wenn nicht Monate. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Die Marx'sche Version.

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Ich weiß nicht, wem ich glauben soll. Marx oder Hegel. Sein vor Bewusstsein oder Bewusstsein vor Sein. Beides scheint sinnvoll. Wirkt tatsächlich nur eines oder ist es eher ein reaktives Gefüge ohne ein absehbares Ende? Ich denke, man muss klar differenzieren. Die eine Gruppe Menschen hat ein starkes Selbstbild und sind oft introspektiv unterwegs. Träumer und Denker halt. Für sie gilt Hegel. Eine andere Gruppe braucht das Materielle zur Selbstverwirklichung. Das Fassbare, das Sein zu formen, ist ihr Ziel. Marx ist ihr Vorreiter. Und der große Rest ist irgendwo dazwischen gefangen. Diese Antwort erscheint mir unbefriedigent. Man kann in diesem Streitfall vielleicht auch keine Lösung finden. Dennoch wird es mich wohl nicht zufrieden stimmen.

Currently playing: Bob Marley - Mellow mood
Current mood: Skeptisch
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Sonntag, 2. April 2006

Zu wenig Zeit

… and a long weekend is coming up.
I left the house.
It was just to see you
for an hour,
hoping for two.

The Dears – The second part

Dieses Lied höre ich schon seit Wochen in Dauerschleife. Zumindest außerhalb meiner beschaulichen Behausung. So auch gestern. Gestern Abend besuchte ich A. Zwar hätte ich mich beinahe im Labyrinth dieser Vorort-Reihenhäuser verlaufen, aber dennoch war ich dann ohne hilferufende Telefonate pünktlich am Zielort. Der Bruder öffnete, ich trat ein. Zwei Stockwerke hinauf und schon war ich da. Ich kam, um ihr Nachhilfe in Mathematik zu geben. Nachhilfe; keine "Nachhilfe". Sie schreibt morgen einen Test. Bei meiner Tutorin. Ich kenne unsere gemeinsame Lehrerin, A. wird es nicht einfach haben. Sie muss diesen Test bestehen. Sonst sieht es ganz schlecht aus. Mathematik war nie ihr Lieblingsfach. Davon zeugt auch der Aufkleber "I love Mathe" an ihrem Monitor. Fernab aller Beziehungsgeschichten arbeitete ich eine Buchseite mit ihr durch. Sie brauchte dafür mehr als eine Stunde, dann musste ich schon gehen. Immerhin hat sie jetzt für sich mitgenommen, dass die ln-Funktion für alle positiven Argumente definiert ist, dass ihre Umkehrung die e-Funktion ist, wie man eine Polynomdivision durchführt und wo man im Tafelwerk die relevanten Formeln findet. Hoffentlich. Sonst ist sie aufgeschmissen. Ich habe mir überlegt, ob ich nicht meine Donnerstag-Freistunde opfere, um mich in ihren Mathematik-Kurs zu setzen und ihr unter die Arme zu greifen. Nur ob das funktioniert, ist dabei die große Frage. Sie muss diesen Test bestehen. Trotz dem wahrscheinlich geringen Nutzen dieser einen Stunde Nachhilfe.

Ich wäre gern länger geblieben. Das Haus ist schön, Bruder und Eltern nett, wenn ihre Mutter auch etwas skeptisch mir gegenüber war. Typisch Mütter. Wahrscheinlich wussten alle drei von A.s Zuneigung zu mir. Ich bin auch nicht abgeneigt, sonst hätte ich diese Stunde nicht so kurzfristig eingeschoben und die Abschiedsparty eines guten Freundes erst später besucht. Aber dennoch fühle ich mich nicht bereit. Noch nicht. W. wettete schon, dass wir noch vor den Ferien zusammen sein würden. In fünf Tagen also. Ein enger Zeitplan. Aber das zählt nicht. Die Liebe hat ihre eigene Zeitrechnung.

Currently playing: The Dears - We can have it
Current mood: Verzweifelt
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Samstag, 1. April 2006

Etwas Verwaltung bitte

Ich habe auch aufgrund des letzten Artikels beschlossen, die Muse hier nicht mehr so zu nennen. Würde ihr und mir nicht mehr gerecht. Sie wird jetzt unter dem Majuskel K. geführt. Willkommen K.! Auf eine gute Zukunft! Ich werde mich darum bemühen!

Daneben wird hiermit eine neue Person eingeführt: W. ist der Freund, mit dem ich jenen ICQ-Auszug schrieb, der in K. verliebt ist und auf dessen Samba-Konzert ich war.

Daneben beschäftigt mich aufgrund eines aktuellen Beispiels in meinem Freundeskreis die Frage, ob eine Beziehung existieren kann, wenn es einem Partner nicht ermöglicht ist, den anderen bei sich zu Hause zu empfangen. Können sich damit beide arrangieren oder tötet das die Beziehung ab? Ich bin zweigeteilt.

Currently playing: Marycones - Ta bouche
Current mood: Nach Argumenten ringend
von: ninikupenda in Rubrik: Licht im Dunkeln

Beziehungs-Wirrwarr, aber irgendwie doch nicht

Als bereits vorgestellter Freund, der die Muse liebt, mich neulich per ICQ bat, "I miss you" von Blink 182 in eine Partitur zu stecken, da ich mit dem entsprechenden Programm mehr Erfahrung hätte, fragte ich trotz meiner Vorahnung, für wen die Noten bestimmt waren. Die Muse sollte bzw. wollte im Instrumentalkurs (Ein Kurs, in dem nur musiziert wird.) jenes Lied zur Intonationsreife führen, brauchte also entsprechendes Notenmaterial, weswegen sie jenen Freund darum bat. Der wiederum verzweifelte und fragte bei mir an. Da ich meine musikalischen Fertigkeiten so auch noch trainieren konnte, willigte ich ein. Die Partitur war schnell fertig, ich hatte ihm mehrere Versionen zugesandt. Freund bedankte sich, Auftrag ausgeführt. Ich bat ihn noch, der Muse zu sagen, er hätte sie geschrieben. Nicht um mich zu verheimlichen, sondern um selbst in einem gutem Licht zu stehen. Ich gönne ihnen die Partnerschaft. Ehrlich.

Er war dann doch so frei, zum einen die älteste und dazu falsche Version zu wählen und auszudrucken und dann doch zu sagen, dass ich es war, der die Partitur schrieb. Der Mann hätte am Ende besser dastehen können. Aber wenn er es so will, bitte, ich stehe im nicht im Weg. Dann, nach gelungener Instrumentalkursdoppelstunde kam er in der Hofpause auf mich zu und bedankte sich bei mir auch im Namen der Muse. Sie sendet also Boten. Wo sie doch zwei Meter neben mir stand. Oder die Boten ernennen sich zu solchen. Jedenfalls kam alles ganz anders, kaum hatte sie seine Worte gehört, ließ sie es sich nicht nehmen, sich doch tatsächlich persönlich bei mir zu bedanken. Sie brach ihr Schweigen! Ich war sehr froh, man hatte ja schon seit gut sieben Monaten kein Wort mehr gewechselt. Das heißt, doch einmal, da bezahlte sie aber nur die Konzertkarte, die sie bei mir kaufte. Güldet also nicht. Geschäftsgespräche sind keine Gespräche. Nun redet sie also wieder. Zumindest dieses eine Mal. Daraus zu schließen, alles sei wie vorher, wäre töricht und beschönigend. Aber auf eine Entspannung der Lage darf man hoffen.

Die Muse. Kann man sie noch so nennen? So langsam verliert sie ihren Status, was sowohl gute als auch schlechte Seiten hat. Denn sie ist meinen Augen nur noch eine Person unter vielen. Eine, die mir leid tut, weil sie nicht über ihren eigenen Schatten springen kann. Aber den Schritt muss sie tun. Ich bin ihr nichts schuldig. Sie mir vielleicht auch nichts, aber wenn ihr noch was an unserer Freundschaft liegt, dann ist sie am Zug. Laut vereinzelter Stimmen, glaubt sie, ich hasse sie. Humbug. Ich habe sie nie gehasst, noch verachtet oder sonstwie negativ betrachtet. Ich war nur traurig. Und bin ihr aus dem Weg gegangen. Sie fühlt(-e?) sich unwohl in meiner Gegenwart, also muss ich ihr das nicht antun. Ich hoffe, das ändert sich.

Nicht zuletzt vielleicht deswegen, weil der trismegistische Bund ein neues Ziel in sein Auge gefasst hat. Dass A. und ich ein Paar werden. Verkupplungsagentur S. und Freunde. Nicht nur die drei versuchen es, auch obiger Freund und andere in diesem Blog schon erschienene Personen haben ihre Freude daran. Daneben werde ich von etlichen Freunden aus meiner Stufe darauf angesprochen, was wohl zwischen mir und A. laufe. Welch Publizistik. So schnell gehen Gerüchte und Neuigkeiten um. Dazu mit einer erschreckenden Präzision. Es könnte aber auch doch der Stille-Post-Effekt sein. Ich sitze ja auch in der Kette. Ich weiß nur von der Hälfte der Informationen aus erster Hand. Also von mir oder A. selbst. Der Rest ist schleierhaft. Aber interessant allemal.

Oh nein, ich sollte wieder den BILD-Blog lesen, ich interessiere mich schon für Klatsch...

Currently playing: Tiefenrausch - Würstchenwagen
Current mood: Einen Blick in die Zukunft werfen
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag
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