This life is fulfilling me.

Die Ratten des Dr. Fatum!

Kommentare: 2     Stars : 0

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, über dieses Thema nicht mehr so ausführlich zu berichten, da ich mich ja gedanklich im Kreis drehe und den Ausgang aus meinem Pandemonium nicht finde. Wie eine Ratte im Labyrinth irre ich umher, weil ich nicht über meinen Horizont blicken und somit eine Perspektive erlangen kann, die nur das Jahrmarktsklientel hat. Also ihr. Hereinspaziert, hereinspaziert, erlebt die sagenhaften Ratten des Dr. Fatum! Taucht ein in die Welt der Illusion und Verwirrung!

Was wollen sie alle nur? Worauf sind all die Menschen aus, mit denen ich mich umgebe und die mich umgeben?

Am Sonnabend hatte ein Freund ein Konzert mit seiner Samba-Trommel-Formation. Als Freund hat er mich auf die Gästeliste gesetzt und mein Portemonnaie vor weiterem kapitalen Gewichtsverlust bewahrt. Gefahren bin ich mit einem Mädchen, dass ich nicht kannte, aber aus mannigfaltigen Umständen mit mir fahren musste, und einem anderen Freund. Im Vorfeld hatten bereits fünf Leute abgesagt. Dort angekommen trafen wir auch schnell A., N. und eine weitere Freundin. Kurze Umarmung und bald ging das Konzert los. Die fünf waren sofort von den Rhythmen ergriffen und tanzten in wildesten Konvulsionen. A. forderte mich zum Tanz auf, aber ich muss ja bekanntlich erst einmal warmlaufen. So ging es dann ein Weile weiter, irgendwann war auch schon Pause und eigentlich hatte ich vor, zu gehen, da ein Geburtstagskind auf mich wartete und ich noch vor Mitternacht also vor Ende der offiziellen Gratulationszeit bei der Dame klingeln wollte. Dazwischen kamen A. und N., maßgeblich A., die mir mein Handy entriss, in ihrer Hosentasche gefangen hielt und als Gegenleistung einen Tanz forderte. So war ich also zum Bleiben gezwungen. Nicht weiter tragisch, der Kampf um das Handy oder eher um die Hosentasche war auf einem Samba-Konzert recht prickelnd, da gelangt man schnell in Körperkontakt. Bald war ich dann auch schon auf tänzerischen Hochtouren - für meine Verhältnisse. Ich bin Genießer. Das ganze Spektakel wurde dann auch fleißig fotographisch aufgezeichnet. Aber wie mein Handy so ist, ist die Bildqualität nicht die beste. Ich schiebe es aus Liebe zum Mobiltelefon auf das intensive Bühnenlicht. Später wurde zu 4/4-Takt Walzer getanzt und die üblichen tänzerischen Anbandelungsstandards unternommen. Besagter Musiker-Freund hatte die Szenerie stets im Auge, durch seine Gestikulationen war mir schnell klar, was mich noch hätte erwarten können. Irgendwann ging man dann los, in der Bahn saßen uns - A. und ich - die anderen gegenüber und tuschelten über uns. Zum Glück habe nur ich die (un)eindeutig zweideutige Metaphoristik des Musikerfreundes verstanden. Zwischenzeitlich flirtete der andere Freund für meinen Geschmack etwas heftig mit A. Ich war tatsächlich ein wenig eifersüchtig. Mein Gott, wie weit bin ich nur gefallen. Nach dieser Bahnfahrt trennte ich mich von der McDonalds-Pilgergemeinde, da ich es eilig hatte, und so schaute ich gegen zwei noch schnell auf besagter, nun ausgestorbener Party vorbei, ehe ich bald in mein eigenes Bett fiel.

Der Sonntag war relativ unspektakulär. Erst ein Konzert in der JVA Plötzensee mit einer Menge netter Häftlinge als Publikum und dann noch eines im Bundespresseamt. Beides ganz nett, aber nicht wirklich bewegend. Ergo für diesen Blog indiskutabel.

Heute hatte ich drei Stunden DS-Unterricht mit einem anderen Mädchen zusammen, dass auch köperlich recht attraktiv ist aber sonst nur eine Freundin unter vielen ist. Wieder einmal, wie zu jeder Gelegenheit, machte sie sexuelle Anspielungen, die allerdings verwunderlicherweise noch in den sonstigen Kontext des Gespräches passten. "Darf ich mit deinem Stock spielen?" war da noch das geringste. Dann fragte sie rein beiläufig, warum wir nicht zusammen seien. Weil sie einen Freund hat. War jedenfalls meine Antwort. Der stark ist. Starke Freunde hat. Beeindruckte sie nicht.

Was ich mich nach all diesem geistlosen Geplänkel nun frage, ist folgendes:  Was wollen sie alle nur? Worauf sind all die Menschen aus, mit denen ich mich umgebe und die mich umgeben? Wonach sucht diese zweifelhafte Gesellschaft? Nach dem nächsten Abenteuer zu zweit? Warum will jeder seine Liste erweitern? Das erinnert mich an die Werbung, in der ein Mann seine Liebschaften mit solch einem Zählgerät zählt und seine stetige Statistik stolz zur Schau stellt. Ich besitze auch so einen Apparat. Ich benutze ihn nicht, er liegt nur rum. Aber was wollen diese armen Leute nur? Graf Zahl hätte vielleicht seine Freude an ihnen.

Wer ist jetzt Ratte in Dr. Fatums Reich? Ich oder die anderen? Wir alle?

Sabrina am 22. März 2006 um 03:34
Je länger die Liste ist, desto schnelle rgelangt man ins Buch der coolen Leute. Sowas hab ich zumindest mal irgendwo aufgeschnappt.
Reiner Profilierungswahn.

0 Punkt(e) vergeben    

ninikupenda am 22. März 2006 um 03:48
Scheint mir auch so. Diese Menschen leben ja nur noch für die Gruppe, deren Mitglied sie sich glauben und die sie für so real halten. Dabei schaffen sie sich doch alle eine eigene Welt, in der sie die Stars zu sein scheinen, weil sie den Traum in der wahren Welt nicht als solchen erkennen wollen.
Ist jedenfalls meine Meinung dazu. Etwas überzogen, aber was solls.

0 Punkt(e) vergeben    

Eintrag kommentieren

Registrierte Nutzer können sich hier einloggen

Name:

E-Mail:

Homepage:


Kommentar eingeben:

   

Zurück zu den Einträgen

Texte finden
 
RSS-Feed
  Für alle Rubriken
  Nur für diese Rubrik