Mein guter Freund T. hat endlich eine Freundin! Ich freue mich sehr für ihn! Da ich es nicht direkt von ihm erfahren habe, kann ich auch nicht viel darüber sagen, aber ich denke, ich weiß, wer es ist. Ich kenne ihn seit drei Jahren, in der Zeit war er nie liiert, und da er nicht der geborene Casanova ist, wahrscheinlich auch nicht davor. Ich freue mich für ihn!
Um mich herum werden unentwegt Partnerschaften geschmiedet. Überall himmelt man sich gegenseitig an. Ich für meinen Teil bleibe weiterhin Single. Ich müsste lügen, wollte ich auf die Frage antworten, wie lange die letzte Beziehung her ist. Zwei Jahre? Oder ein halbes mehr oder doch eines weniger? Den letzten Flirt, das weiß ich. Die letzte Beinahe-Affäre, das weiß ich. Die letzte Affäre, das weiß ich. Die letzte Beziehung, das weiß ich nicht. Ich habe keine Torschlussängste, warum auch. Meine erste Freundin liegt lange genug zurück, um von einem solchem Trauma verschont geblieben zu sein. Zwischendurch gab es immer wieder Geschichten, die ich lieber vergesse, und Geschichten, an die ich mich gerne erinnere. Aber wollte ich eine Geschichte über die letzten zwei Jahre oder ein halbes mehr oder eines weniger erzählen, wäre ich schnell fertig. Es gibt in dieser Zeit nichts erinnerungswürdiges, weil nicht bemerkenswert.
In meiner Umwelt marschieren wir fröhlich wie törichte, weltfremde Wanderer durch das Leben. Und an jeden Ort, an den wir kommen, verlieren wir einen von uns an Amor. Wieder einer weniger, die Gruppe wird kleiner, alles wird beschaulicher. Ich bin immer noch in dieser Einheit Wanderergesellen. Eine Einheit Wanderer die durch das Leben marschiert und kein Ziel vor Augen hat. Wir laufen die Wege des Schicksales, bis es keinen mehr von uns gibt. Es scheint, als läuft man des Laufens wegen. Wie einst ein junger Mann aus Greenbow, Alabama. Einen nach dem anderen holt die Liebe ein und fordert unsere Kameraden in die Sesshaftigkeit. Wo Jesus noch die Menschen von ihren Lieben weg zur Pilgerei führte, führen die Lieben die Menschen nun weg von der Pilgerei. (Interessant. Bei Jesus bedeutet das Umherziehen lieben lernen. Hier verhält es sich umgekehrt, rasten heißt lieben.) Auf dieser letzteren Pilgerfahrt ohne Pilgerort befinde ich mich schon seit zwei Jahren oder ein halbes mehr oder eines weniger. Ohne Ziel und ohne Grund. Ich laufe nur.
Doch eines ist gewiss. Eines Tages werde ich mich wieder an den Wegesrand setzen. Ich werde das Laufen müde sein. Ein wundervolles Mädchen wird mir Rast und Pflege anbieten. Ich werde bleiben.
Ich werde weiter laufen. Bis ich meine "Jenny" gefunden habe. Viele werden sich als "Jenny" vorstellen, irgendwann wird eine die wahre sein. Ganz gewiss.
"Ich bin kein kluger Mann, Jenny... aber ich weiß was Liebe ist!"

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Sehr schön geschriebener Beitrag. Und gut, dass du dich in deiner Wanderung nicht aus der Ruhe bringen lässt. Am Ende wartet Jenny, da bin ich sicher...
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