Die B.Z. (Axel-Springer-Verlag) hat eine tägliche Kommentarsparte, wo auf eine aktuelle Nachricht eingegangen wird. Heute schrieb Lothar Loewe:
"Seit der blutigen Mordherrschaft von Lenin und Stalin weiß die Weltöffentlichkeit ziemlich genau, zu welchen grausamen Untaten die kommunistischen Herrscher im Kreml fähig waren. Daß nun endlich bekannt wird, der ehemalige Kreml-Chef Leonid Breschnew habe sogar persönlich den heimtückischen Mordanschlag auf den polnischen Papst, Johannes Paul II., 1981 befohlen, kann Kenner der kommunistischen Verbrechen nicht überraschen. Wir sollten in unserer Glückseligkeit über das Ende des Kommunismus eines nie vergessen: Die Machthaber dieser verrotteten Weltideologie schreckten vor nichts zurück. Sie gingen über Berge von Leichen, sie mordeten und haben die Welt jahrzehntelang ins Unglück gestürzt. Das galt für Breschnew ebenso wie für Stasi-Mielke und für all die anderen Spitzen-Bonzen zwischen Helmstedt und Wladiwostok. Die Terroristen von al-Quaida hatten teuflische Vorgänger." (B.Z. vom 3.3.2006, Seite 3; Hervorhebungen wie im Original)
(Vorweg: Ich bin kein Kommunist oder Befürworter der staatlich gebilligten oder angeordneten Gewalttaten in ehemals kommunistischen Ländern. Ich gehe mit der Idee der absoluten Gleichberechtigung konform, halte ihre Umsetzung aber für nicht menschenmöglich.)
Beispiellose Polemik einer Tageszeitung, die sich die größte Berlins nennt. Eine Tageszeitung, die im Axel-Springer-Verlag erscheint, der einst durch die Studentenproteste unrühmlichen Ruhm erlangte. Den ungeheuren Populismus, der durch diesen Artikel verbreitet wird, kann wohl jeder selbst erkennen. Hoffe ich. Daher werde ich an dieser Stelle erst einmal nicht näher darauf eingehen, eventuell aber später darauf zurückkommen.
Ich gehe jetzt zum Konzert.

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