This life is fulfilling me.

Einträge "März 2006":

Montag, 27. März 2006

Einen Schuss Hormone setzen

Ich komme mir wie auf einem schlechten Trip vor. Heute traurig, morgen fröhlich. Und dazwischen verunsichert. Ganz grob gesehen. Im aktuellen Beispiel geht es mal wieder - wer ahnt es nicht - um A.

Sie entwickelt sich scheinbar zum zentralen Thema der letzten zehn, zwölf Artikel. Und auch sonst verliere ich immer mehr Gedanken an sie. Ich war heute sogar eifersüchtig, als sie mit ihrem alten Schwarm flirtete. Vor meinen Augen. Nein, ich war eifersüchtig. Warum? Ich liebe sie (noch?) nicht.

Letzten Donnerstag haben wir gemeinsam den pädagogisch ach so wertvollen Psychologie-Unterricht geschwänzt, es war ja eh Vertretung, und uns zusammen hingesetzt, um einmal über uns und unsere Beziehung zu reden. Mit Beleuchtung der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Ich werde jetzt keinen Gesprächsmitschnitt präsentieren, aber so viel sei gesagt: Sie liebe mich nach eigenen Aussagen tatsächlich und möchte eine Beziehung eingehen. Ich liebe sie nicht, schwärme jedoch für sie und kann nicht ausschließen, dass sich zukünftig etwas daran ändert. Eigentlich wollte ich noch klar machen, dass es da niedere Triebe gibt, mit denen ich nicht recht weiß, wie ich umgehen soll. Aber ein Freund hatte das komplexe Problem ihr gegenüber so untreffend auf den Satz "Er will dich ficken." reduziert, dass ich nur dementierte - was ja auch rechtens ist. Den komplizierten Sachverhalt dann doch noch darzustellen, habe ich mir erst einmal erspart, weil Missverständnisse vorprogrammiert waren. Es wird wohl eine zweite Auflage des Gespräches geben.

Nun bin ich stark verunsichert. Liebe, keine Liebe? Beziehung, keine Beziehung? Zurück katapultiert an den Anfang. Ich scheue mich davor, eine Beziehung einzugehen, weil ich große Probleme auf mich und sie zukommen sehe, aber andererseits verspüre ich den Drang, wieder in festen Händen zu sein. Es tut so gut, jemanden zu haben, an dem man sich festhalten kann, und den man vorzeigen kann, wenn wer Flirtattacken startet. Ob ich mit ihr zusammen sein kann, weiß ich nicht. Wir sind so verschieden. Aber doch so ähnlich.

Als universelle Lösung habe ich über einen Auszug nachgedacht. Gestern hat es mir das Hirn zermatert, sodass ich nicht einmal ordentlich einschlafen konnte. Ich sehe schon meine Mutter in Sturzbächen an Tränen ausbrechen. Früher oder später muss es aber sein. Aber wohin? Möglichst ein Altbau im Friedrichshain. Auf der Linie Volkspark - Kollwitzplatz sieht es nett aus. Verkehrsanbindung muss top sein. Straßenbahn M8 und eine beliebige S-Bahn sind Pflicht. Weiterhin sollte es genügend Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe geben. Mein begrenztes Wissen über den Friedrichshain sagt mir aber nichts über die relevante Infrastruktur des favorisierten Gebiets. Dann noch die Miete. Kann ich mir das überhaupt alles leisten? Am besten wäre wohl das Zusammenziehen mit A. Heute ein Paar, morgen eine WG. Das wäre einen Versuch wert. Zumindest wenn ersteres rein technich klappt. Aber wer weiß.

-----

Noch ein letztes Wort zum vorherigen Artikel: Ich war wohl recht aufgeputscht vom Hormoncocktail, daher würde ich das Geschriebene in die Ecke der Aussätzigen drängen. Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt so gedacht habe und eine gewisse grundlegende Wahrheit nicht zu leugnen ist. Nur der letzte Absatz war doch stark überzogen. Egal. Journalismus oder was es sein will muss auch selbstkritisch sein.

Currently playing: The Russian Futurists - The plight of the flightless bird (Wieder so passend)
Current mood: Luftschlösser im Friedrichshain bauend
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Samstag, 25. März 2006

Mal zwei nehmen!

Ihr hasst mich.

Ihr beschimpft mich.

Ihr verachtet mich.

Ihr verhöhnt mich.

Ihr tadelt mich.

Ihr betrügt mich.

Ihr neidet mich.

Ihr meidet mich.

Ihr bekämpft mich.

Ihr verleumdet mich.

Ihr schröpft mich.

Ihr verletzt mich.

Ihr betratscht mich.

Ihr beschuldigt mich.

Ihr foltert mich.

Ihr ignoriert mich.

Ihr verstoßt mich.

Ihr übergeht mich

Ihr inhaftiert mich.

Ihr liebt mich?

 

Ich will keinen Rückfall erleben.

Ich darf keinen Rückfall erleben.

Currently playing: Marilyn Manson - A place in the dirt
Current mood: Tot
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Telekommunikation

"Pass bloß auf dich auf, ab jetzt kannste erschossen werden, wenn du dich auffällig verhälst"

"... Tierficker ... is klar du Pisser ... ach fick dich du Sack ..."

"und wir erhalten wieder einen kleinen Einblick in deinen kranken Geist [...] AB NACH ENGLAND!"

"... die Ratten essen bei euch am Tisch mit ..."

"Versteh ich nicht, warum du so versessen darauf bist, deine beknackte Privatssphäre so zu schützen! Da musst du echt mal lockerer werden! Stößt nämlich ziemlich ab!"

Stößt nämlich ziemlich ab.

Stößt nämlich ziemlich ab.

Stößt nämlich ziemlich ab.

Du stößt nämlich ziemlich ab.

Du stößt nämlich ziemlich ab.

Du stößt nämlich ziemlich ab.

Du stößt ziemlich ab.

Du stößt ziemlich ab.

Du stößt ziemlich ab.

Du stößt ab.

Du stößt ab.

 

Du stößt ab.

Currently playing: Marilyn Manson - Count to six and die (The vacuum of infinite space encompassing
Current mood: Traurig
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Gedankenpotpourri

Der Freitag war relativ bunt, ich werfe einfach mal die Ereignisse ein, auch wenn ich mit einer berechtigten These schließe werde, die im Kontrast zu den zwischenmenschlichen Nebensächlickeiten dieses Artikels umso wahrer wirkt. Was soll's.

Wir waren gestern auf einer Geburtstagsfeier einer Freundin. Eigentlich hatte ich keine Lust, ihre Partys sind für meinen zu hoch angesetzten Anspruch leicht anästhesierend. Versprochen ist aber immer noch versprochen. Sie fand in einem Etablissement statt, das auf dem Grat zwischen stark jugendfrequentierter Kneipe und Poolhalle balancierte. Der Laden war voll, nicht zuletzt weil die Geburtstagsgesellschaft mit einer geschätzten Stärke von dreißig bis vierzig Personen zeitweilig vier Couchecken samt Tischen für sich einnahm. Kaum angekommen, die üblichen Begrüßungszeremonien heruntergeleiert und sofort einen Pooltisch vorbestellt. Der ließ zwar auf sich warten, aber bald konnte ich gegen einen Freund punkten. Der restliche Abend plätscherte vor sich hin, Prince-Doppelgänger und lange nicht gesehene gute Freunde tauchten auf. Dann folgte endlich die Nacht im weichen Bett.

-----

Rollt die roten Teppiche aus, endlich ist sie da! Als Weltstar von unvergleichlichem Ruhm, die die ganze Welt bereist und dabei erobert hat, gibt sie sich nun auch die Ehre, nach Deutschland zu kommen! Genauer gesagt auch nach Berlin-Marzahn! Bereitet einen Festempfang vor, denn da ist sie endlich: die Vogelgrippe!
Lange haben wir auf sie warten müssen, aber das lange Ausharren war nicht vergeblich! Letztendlich hat sie doch einen Abstecher bei uns unternommen! Ich sehe schon die Menschen in Aufregung durch die Straßen wuseln, doch ich muss leider zu Hause bleiben, weil ich mir einen argen Schnupfen, dem Mediziner eher als grippalen Infekt bekannt, eingefangen habe.
Aber mal ganz im Ernst, mich lässt die Panikmache kalt.

-----

Gestern hatte ich wieder Training. Zwei Wochen ausgesetzt, was im Basketball eine lange Zeitspanne ist. Aber ich kam scheinbar schnell wieder in Takt und wurde in einem Spiel sogar als inoffizieller MVP (most valuable player, "wertvollster Spieler") gekürt. Meine Offensive war in diesem Spiel nicht so berauschend, einen Treffer aus der Mitteldistanz. Ich hätte zwar noch einen Schritt zurückgehen können und hätte dann einen Punkt mehr gemacht, aber das war angesichts des 10:4-Sieges uninteressant. (Wir spielen immer bis zehn Punkte, dann spielen andere Teams. Ist günstiger, wenn so viele Leute da sind, dass man mehr als zwei Teams einteilt und dann auch nicht durchspielt, sondern im Turnier spielt.) Die Defensive war aber scheinbar der Anlass für diesen Titel. Ich freue mich ein wenig. Die Freude verfliegt allerdings wieder, wenn ich mir meinen Finger anschaue, an dem immer noch das Tape von gestern klebt. Mir wurde bei einem zu spät kommenden Block auf meinen Wurf den Mittelfinger der rechten Hand verletzt. Vielleicht muss ich dann nicht die Klausur diese Woche mitschreiben...

----

Ebenfalls beim Training unterhielt ich mich während einer Spielpause meines Teams mit einem Freund. Er eher mit sich selbst, ich verfolgte das laufende Spiel. Er erzählte, dass er einer gemeinsamen, mir flüchtigen Freundin eine Abfuhr geben musste und sich definitv nicht auf eine Beziehung mit ihr einlassen wolle. Das übliche Gerede folgte, ich war nicht ganz anwesend. Schließlich gab es auf dem Feld wichtigeres. WIchtigeres. Mit seinem süffisant-arroganten und egozentrischen Unterton berichtet er gerne ausführlichst über die Nebensächlichkeiten seines Lebens. Interesse existiert kaum. Bei mir jedenfalls. Da erzählt er also, emotional in seinen Thron gelümmelt und mit dem Bier in der Hand, wie er einen Korb geben musste. Böse Stimmen möchten meinen, das erste (und letzte) Mal. Kein Kommentar. Ich war einfach nur desinteressiert und vor allen Dingen genervt.

Aber letztendlich betreibe ich hier nichts anderes. Ich dokumentiere die unbedeutensten "Ereignisse", die mir begegnen. Vielleicht auch mit einem süffisant-arroganten und egozentrischen Unterton. Interessiert das überhaupt jemanden? Sind alle hierher verirrten Leser angewidert und genervt? Als Gegenargument drängt sich die Frage auf, warum sie dann hier herkommen, wenn das alles sie nicht interessiert. Scheinargument. Man kann sich ja verirren. Oder über die ersten Zeilen auf der Bloghof-Hauptseite angeködert worden sein.

Also wen interessiert der Irrelevanz-Mikrokosmos sozialer Alltäglichkeiten?

Currently playing: Miles Davis - Move
Current mood: Gelangweilt
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Mittwoch, 22. März 2006

Ein Glück auf Erden

Ich bin nicht schön.

Das habe ich heute Morgen wieder im Spiegel gesehen. Ich bin nicht intelligent oder klug.

Das habe ich heute wieder in der Schule gesehen. Ich bin nicht nett.

Das habe ich heute wieder in den Gesprächen mit den Leuten gesehen. Ich bin nichts von alledem, was man sich von einem Menschen wünscht. Ich mache viele Fehler. In der Liebe und im Leben. Ich mache sie und merke es nicht einmal. Oder zu spät. Ich verletze Menschen und ich enttäusche Menschen. Ich tröste sie nicht und ich komme ihren Erwartungen nicht nach. Aber eines ist sicher:

Sie lieben mich trotzdem. Ich weiß nicht warum. Sie lieben mich. Freundschaftlich, elterlich und manchmal auch mehr als das. Und dafür liebe ich sie.

-----

Heute habe ich ein älteres Ehepaar Händchen haltend schlendern sehen.

Heute habe ich die Vögel singen gehört.

Heute habe ich die Sonne scheinen sehen.

Heute habe ich meine beste Freundin umarmen können.

Heute habe ich später aufstehen können.

Heute habe ich es schneien sehen.

Heute habe ich etwas Gitarre spielen können.

Heute habe ich einer Freundin helfen können.

Heute habe ich einen Freund siegen gesehen.

Heute habe ich die fröhlichen und geistig behinderten Kinder an der

Hand ihrer Erzieherin - A.s Mutter - gesehen.

Heute habe ich einen Freund lachen gesehen.

Heute habe ich in der Straßenbahn einen Sitzplatz gehabt.

Heute habe ich die Begeisterung einer Freundin für ein Buch gesehen.

Heute habe ich den kühlen Wind spüren können.

Heute habe ich mit einem Freund normal sprechen können,

obwohl wir uns gestern gestritten haben.

Heute habe ich meinem Vater geholfen.

Heute habe ich meiner Mutter ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

 

Heute war ich glücklich.

Currently playing: The White Stripes - The air near my fingers
Current mood: Glücklich
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Dienstag, 21. März 2006

Die Ratten des Dr. Fatum!

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, über dieses Thema nicht mehr so ausführlich zu berichten, da ich mich ja gedanklich im Kreis drehe und den Ausgang aus meinem Pandemonium nicht finde. Wie eine Ratte im Labyrinth irre ich umher, weil ich nicht über meinen Horizont blicken und somit eine Perspektive erlangen kann, die nur das Jahrmarktsklientel hat. Also ihr. Hereinspaziert, hereinspaziert, erlebt die sagenhaften Ratten des Dr. Fatum! Taucht ein in die Welt der Illusion und Verwirrung!

Was wollen sie alle nur? Worauf sind all die Menschen aus, mit denen ich mich umgebe und die mich umgeben?

Am Sonnabend hatte ein Freund ein Konzert mit seiner Samba-Trommel-Formation. Als Freund hat er mich auf die Gästeliste gesetzt und mein Portemonnaie vor weiterem kapitalen Gewichtsverlust bewahrt. Gefahren bin ich mit einem Mädchen, dass ich nicht kannte, aber aus mannigfaltigen Umständen mit mir fahren musste, und einem anderen Freund. Im Vorfeld hatten bereits fünf Leute abgesagt. Dort angekommen trafen wir auch schnell A., N. und eine weitere Freundin. Kurze Umarmung und bald ging das Konzert los. Die fünf waren sofort von den Rhythmen ergriffen und tanzten in wildesten Konvulsionen. A. forderte mich zum Tanz auf, aber ich muss ja bekanntlich erst einmal warmlaufen. So ging es dann ein Weile weiter, irgendwann war auch schon Pause und eigentlich hatte ich vor, zu gehen, da ein Geburtstagskind auf mich wartete und ich noch vor Mitternacht also vor Ende der offiziellen Gratulationszeit bei der Dame klingeln wollte. Dazwischen kamen A. und N., maßgeblich A., die mir mein Handy entriss, in ihrer Hosentasche gefangen hielt und als Gegenleistung einen Tanz forderte. So war ich also zum Bleiben gezwungen. Nicht weiter tragisch, der Kampf um das Handy oder eher um die Hosentasche war auf einem Samba-Konzert recht prickelnd, da gelangt man schnell in Körperkontakt. Bald war ich dann auch schon auf tänzerischen Hochtouren - für meine Verhältnisse. Ich bin Genießer. Das ganze Spektakel wurde dann auch fleißig fotographisch aufgezeichnet. Aber wie mein Handy so ist, ist die Bildqualität nicht die beste. Ich schiebe es aus Liebe zum Mobiltelefon auf das intensive Bühnenlicht. Später wurde zu 4/4-Takt Walzer getanzt und die üblichen tänzerischen Anbandelungsstandards unternommen. Besagter Musiker-Freund hatte die Szenerie stets im Auge, durch seine Gestikulationen war mir schnell klar, was mich noch hätte erwarten können. Irgendwann ging man dann los, in der Bahn saßen uns - A. und ich - die anderen gegenüber und tuschelten über uns. Zum Glück habe nur ich die (un)eindeutig zweideutige Metaphoristik des Musikerfreundes verstanden. Zwischenzeitlich flirtete der andere Freund für meinen Geschmack etwas heftig mit A. Ich war tatsächlich ein wenig eifersüchtig. Mein Gott, wie weit bin ich nur gefallen. Nach dieser Bahnfahrt trennte ich mich von der McDonalds-Pilgergemeinde, da ich es eilig hatte, und so schaute ich gegen zwei noch schnell auf besagter, nun ausgestorbener Party vorbei, ehe ich bald in mein eigenes Bett fiel.

Der Sonntag war relativ unspektakulär. Erst ein Konzert in der JVA Plötzensee mit einer Menge netter Häftlinge als Publikum und dann noch eines im Bundespresseamt. Beides ganz nett, aber nicht wirklich bewegend. Ergo für diesen Blog indiskutabel.

Heute hatte ich drei Stunden DS-Unterricht mit einem anderen Mädchen zusammen, dass auch köperlich recht attraktiv ist aber sonst nur eine Freundin unter vielen ist. Wieder einmal, wie zu jeder Gelegenheit, machte sie sexuelle Anspielungen, die allerdings verwunderlicherweise noch in den sonstigen Kontext des Gespräches passten. "Darf ich mit deinem Stock spielen?" war da noch das geringste. Dann fragte sie rein beiläufig, warum wir nicht zusammen seien. Weil sie einen Freund hat. War jedenfalls meine Antwort. Der stark ist. Starke Freunde hat. Beeindruckte sie nicht.

Was ich mich nach all diesem geistlosen Geplänkel nun frage, ist folgendes:  Was wollen sie alle nur? Worauf sind all die Menschen aus, mit denen ich mich umgebe und die mich umgeben? Wonach sucht diese zweifelhafte Gesellschaft? Nach dem nächsten Abenteuer zu zweit? Warum will jeder seine Liste erweitern? Das erinnert mich an die Werbung, in der ein Mann seine Liebschaften mit solch einem Zählgerät zählt und seine stetige Statistik stolz zur Schau stellt. Ich besitze auch so einen Apparat. Ich benutze ihn nicht, er liegt nur rum. Aber was wollen diese armen Leute nur? Graf Zahl hätte vielleicht seine Freude an ihnen.

Wer ist jetzt Ratte in Dr. Fatums Reich? Ich oder die anderen? Wir alle?

Currently playing: múm - Asleep on a train
Current mood: Auf der Suche nach dem Ausgang.
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Dienstag, 14. März 2006

Jahrmarkt der Gefühle - Liebe? und Überraschung

"[...]ach,ich krieg doch auch schon noch richtig schön willenlos und dann kann ich alle möglichen dinge mit dir machen,die du dir nich mal in deinen tiefsten träumen denken könntest!"

"Love is a name,sex is a game...forget the name,and play the game!"

Zwei SMS. Short Message Service. Short. Die erste Nachricht am Freitag (Ich meinte zuvor, ich würde nicht so schnell betrunken.), die zweite heute im Unterricht. Was soll man oder eher ich sagen? Man oder eher ich weiß es nicht. Es wird wieder mit meinen Trieben gespielt. Mit meinen niederen. Es ist verlockend, das muss ich zugeben. Es ist unmoralisch, das aber auch. Was soll ich tun?

Ich dachte, das Thema wäre ad acta gelegt. So kann man sich irren. Ich dachte kurzfristig, es wäre tatsächlich Liebe im Spiel. Von ihrer Seite. Von meiner Seite? Ich wage es nicht zu entscheiden. Alles scheint wahr und doch ist alles gelogen. Wieder einmal stehe ich vor der Frage, wie ich reagieren soll. Ich habe auf die letzte SMS nicht geantwortet. Intuitiv kam mir wegen des Wortspiels "Don't hate the player, hate the game." in den Sinn. Keine gute Wahl. Oder zeigt meine Intuition meine geheimen Wünsche auf? Wünsche ich es mir, mit diesem im Grunde genommen körperlich attraktiven Mädchen für eine Weile ganz alleine zu sein? Wünsche ich es mir, dass es über mich kommt? Wünsche ich es mir, ihren Körper zu spüren? Was wünsche ich mir? Und was kann ich vertreten?

Wir waren am Sonntag zusammen bei einem Bundesliga-Volleyballspiel. Wir waren beide recht unwissend, was das Regelwerk angeht. Aber was das Höchste der Gefühle für ein Volleyballerherz ist, haben auch wir herausgefunden. Es hat Spaß gemacht. Ehrlich. Und nicht nur, weil ich Freikarten hatte. Wir hatten beide Spaß. Spaß mit "Kurze", wie ich einen Spieler nannte, und "Kurzer", wie sie einen anderen nannte. "Unsere" Mannschaft war klarer Sieger und so war dieses Spiel schnell beendet. Danach ging es im Schneetreiben noch schnell zum großen Flohmarkt ein paar S-Bahn-Stationen weiter. Im Schneetreiben hakte sie sich bei mir ein. Vielleicht um nicht mit ihren zwei Nummern zu kleinen Schuhen auszurutschen, vielleicht um Körperkontakt herzustellen. Der Flohmarkt war dann auch schon im Abbau begriffen, so ging es also zurück zur S-Bahn und auf direktem Wege zu McDonalds. Ich hatte eine Wette verloren, also spendierte ich ihr ein Essen. Oder eher ein Mampfen. Ich war schon seit zwei Jahren nicht mehr bei McDonalds gewesen - gut, eine Unterbrechung gab es, aber sonst zwei Jahre. "Super Size me" war prägend. Dort angekommen standen wir zwanzig Minuten vor der Kasse, wir hatten es eilig. Oder eher ich, ich musste ja noch die Gitarre ersteigern. "Zum Mitnehmen bitte". Dann ging es ganz schnell nach Hause. Jeder in seines. Dieser Tag ging jungfräulich aus.

Wie der nächste gemeinsame Tag wird, wage ich nicht zu beurteilen. Nächstes Wochenende stehen eine Geburtstagsparty und ein Konzert an. Ob dieses Wochenende jungfräulich bleiben wird, weiß ich nicht. Noch nicht.

Currently playing: Solitos - Sad clown
Current mood: In der Achterbahn
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Jahrmarkt der Gefühle - Aufregung und Freude

Ich bin nun Besitzer einer Ibanez Performer MPF-300-BK. Inklusive Koffer. Ganz im Les-Paul-Stil wartet diese schwarze Schönheit mit zwei vergoldeten Humbuckern und ebenso vergoldeter Gibraltar-Brücke und Mechaniken auf. Das zwischen 1975 und 1985 im renommierten koreanischen Werk Sammick gebaute Exemplar besitzt getrennte Volume- und Tone-Potis und einen Dreiweg-Kippschalter. Als Hölzer kommen natürlich Mahagoni für den Korpus, gedeckt mit geflammten Ahorn, Ahorn für den geleimten Hals und Palisander für das 22-bündige, mit Blockinlays bestückte Griffbrett zur Geltung. Mit etwas Glück handelt es sich bei den Pickups um Super 58 und nicht um Super 70. Aber beide sind vorzüglich und somit kein Problem.

Ja, endlich besitze ich eine feine Vintage-Gitarre im Paula-Design. Schwarz. Mit Gold. Mit Paula-Sound. Ich freue mich!

Currently playing: Muse - Citizen erased
Current mood: An der Losbude
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Jahrmarkt der Gefühle - Schmerz und Trost

Am Wochenende habe ich eine Szene gesehen, die mich tief berührte.

Ein Mädchen, ich kenne es kaum. Sie sitzt auf einem Stuhl, in sich gekehrt und bedrückt. Ein Junge, ich kenne ihn nicht. Er kniet sich vor sie, offen und bedrückt. Sie sprechen ein paar Worte. Dann bricht sie in Tränen aus. Kein Schluchzen, kein Jammern. Sie weint nur. Und senkt den Kopf. Er nimmt ein Taschentuch und wischt ihr die Tränen aus dem Gesicht. Sie lässt ihn gewähren. Minutenlang.

Sie umarmen sich. Minutenlang. Und lernen wieder einander freundschaftlich lieben.

Ich weiß nicht, was zwischen sie kam. Ich weiß nicht, was sie sprachen. Ich weiß nur, dass es bedeutungsvoll gewesen sein muss.

"Lass mich dir deine Tränen wegwischen." Dieser Satz hat für mich nun eine neue Ebene gefunden. Wenn er auch nur in meinem Kopf ausgesprochen wurde. Vielleicht sollte ich ein Lied darüber schreiben.

Currently playing: Muse - New born
Current mood: Am Zuckerwattestand
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Jahrmarkt der Gefühle - Begeisterung und Langeweile

Am Sonnabend war wieder mal ein Konzert. Drei Bands haben gespielt. Ein Mitglied einer der Bands kannte ich flüchtig, weswegen ich auch ein - wenn auch geringes - Interesse an diesem Abend hatte. Zwar kostete der Eintritt sechs Euro, doch zum Glück lud mich R. ein, da sie Freikarten besaß. Da sagt man ungern nein. Es sollte also um neun beginnen. Ich war wie immer zu früh an den Treffpunkten und auch sonst war nicht viel los, als ich endlich rein konnte. Also haben wir uns hingesetzt und anspruchslose Gespräche geführt.

Irgendwann erklangen dann vereinzelte, schüchterne Töne aus dem Konzertsaal. Das Zeichen, dass es sich um "meine" Band handeln musste. Ich hatte sie zuletzt vor zwei Jahren gesehen. Pi mal Daumen. Damals standen sie noch in den Kinderschuhen. Vor allem musikalisch. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch. Wir trabten also in den Konzertsaal und bekamen in den folgenden dreißig Minuten eine eindrucksvolle Mischung aus durchdachtem Drumming und emotionalen Gitarrenklängen geboten. Ich war aus dem Häuschen. So gut kannte ich sie gar nicht. Sie können vom Anspruch her mit ganz anderen mithalten. Das verspreche ich mir.

Eine Zugabe durfte nicht gegeben werden, man war ja erste Vorband. Nach einer kurzen Verschnaufpause an der nun merklich volleren Bar spielte auch schon die zweite Band. Ganz nach der Regel mussten sie besser sein als ihre Kollegen von eben. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch. Aber sie wurden enttäuscht. Jedes Lied klang gleich. Die Gitarren klangen wie ein Soundbrett. Das wollte ich mir nicht antun, also setzte ich mich zurück zu den Bekannten, die weiterhin in der Bar blieben. In der Zwischenzeit habe ich nach ungezähltem Versuch das Falten kleine Papierschiffe erlernt. Ein guter Zeitvertreib, den ich auch nicht aufgab, als die Hauptband ihr neues Album präsentierte. Sie waren sogar noch schlechter als die zweite.

Ein Anachronismus.

Currently playing: Ghinzu - R2 D3
Current mood: Im Geisterhaus
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Jahrmarkt der Gefühle - Einleitung

Das Wochenende war lang. Turbulent. Facettenreich. Viele Impressionen, die hier zu verarbeiten ich mir vornahm. Das heißt, eigentlich das Wochenende und heute. Ich hoffe, ich vergesse nichts.

Viele Emotionen prasselten auf mich ein: Liebe, Schmerz, Trost, Begeisterung, Überraschung, Aufregung, Freude. Psychologisch interessant, welche Assoziationen alleine durch die Anordnung dieser Begriffe wohl beim Leser geschaffen werden. Psychologisch interessant, warum meine Intuition diese Reihenfolge bevorzugt.

Findet es heraus. Lest die folgenden Artikel unter der Überschrift "Jahrmarkt der Gefühle"

Currently playing: Ghinzu - Thoughts behind the scene
Current mood: Am Eingang
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Mittwoch, 8. März 2006

10 kleine Jägermeister

Mein guter Freund T. hat endlich eine Freundin! Ich freue mich sehr für ihn! Da ich es nicht direkt von ihm erfahren habe, kann ich auch nicht viel darüber sagen, aber ich denke, ich weiß, wer es ist. Ich kenne ihn seit drei Jahren, in der Zeit war er nie liiert, und da er nicht der geborene Casanova ist, wahrscheinlich auch nicht davor. Ich freue mich für ihn!

Um mich herum werden unentwegt Partnerschaften geschmiedet. Überall himmelt man sich gegenseitig an. Ich für meinen Teil bleibe weiterhin Single. Ich müsste lügen, wollte ich auf die Frage antworten, wie lange die letzte Beziehung her ist. Zwei Jahre? Oder ein halbes mehr oder doch eines weniger? Den letzten Flirt, das weiß ich. Die letzte Beinahe-Affäre, das weiß ich. Die letzte Affäre, das weiß ich. Die letzte Beziehung, das weiß ich nicht. Ich habe keine Torschlussängste, warum auch. Meine erste Freundin liegt lange genug zurück, um von einem solchem Trauma verschont geblieben zu sein. Zwischendurch gab es immer wieder Geschichten, die ich lieber vergesse, und Geschichten, an die ich mich gerne erinnere. Aber wollte ich eine Geschichte über die letzten zwei Jahre oder ein halbes mehr oder eines weniger erzählen, wäre ich schnell fertig. Es gibt in dieser Zeit nichts erinnerungswürdiges, weil nicht bemerkenswert.

In meiner Umwelt marschieren wir fröhlich wie törichte, weltfremde Wanderer durch das Leben. Und an jeden Ort, an den wir kommen, verlieren wir einen von uns an Amor. Wieder einer weniger, die Gruppe wird kleiner, alles wird beschaulicher. Ich bin immer noch in dieser Einheit Wanderergesellen. Eine Einheit Wanderer die durch das Leben marschiert und kein Ziel vor Augen hat. Wir laufen die Wege des Schicksales, bis es keinen mehr von uns gibt. Es scheint, als läuft man des Laufens wegen. Wie einst ein junger Mann aus Greenbow, Alabama. Einen nach dem anderen holt die Liebe ein und fordert unsere Kameraden in die Sesshaftigkeit. Wo Jesus noch die Menschen von ihren Lieben weg zur Pilgerei führte, führen die Lieben die Menschen nun weg von der Pilgerei. (Interessant. Bei Jesus bedeutet das Umherziehen lieben lernen. Hier verhält es sich umgekehrt, rasten heißt lieben.) Auf dieser letzteren Pilgerfahrt ohne Pilgerort befinde ich mich schon seit zwei Jahren oder ein halbes mehr oder eines weniger. Ohne Ziel und ohne Grund. Ich laufe nur.

Doch eines ist gewiss. Eines Tages werde ich mich wieder an den Wegesrand setzen. Ich werde das Laufen müde sein. Ein wundervolles Mädchen wird mir Rast und Pflege anbieten. Ich werde bleiben.

Ich werde weiter laufen. Bis ich meine "Jenny" gefunden habe. Viele werden sich als "Jenny" vorstellen, irgendwann wird eine die wahre sein. Ganz gewiss.

"Ich bin kein kluger Mann, Jenny... aber ich weiß was Liebe ist!"

Currently playing: Modest Mouse - The world at large (Das muss göttliche Fügung sein.)
Current mood: In meiner eigenen Welt verkrochen
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Samstag, 4. März 2006

Die Liebe ist ein herzloses Spiel

Dieser Satz kam mir heute morgen schlagartig in den Sinn, es lief wohl im Radio. Das ist zumindest meine Ansicht der Dinge. Er resümiert den gestrigen Abend, von dem heute nur noch der Stempel auf meiner Hand zeugt.

Wie üblich wurde der Termin nicht eingehalten, die erste Band spielte eine Stunde zu spät. Gut für mich, ich war auch nicht pünklich und wollte meine Jungs unter keinen Umständen verpassen. Ich musste ja versprechen zu kommen, sonst wäre man verunsichert gewesen. Seltsame Musiker-Jugend. Schon am Eingang begegnen mir einige Freunde, die einen, weil sie arbeiten müssen, die anderen, da sie sich mit den Arbeitenden unterhalten. Die kleine Runde war also komplett. Nicht ganz. A. und N. fehlten noch. N. hatte mich noch angerufen, weil sie den ca. 200m langen Weg vom Bahnhof zum Zielort nicht fanden. Beide waren stark angetrunken - um sie nicht der Trunkenheit zu bezichtigen. So werden sie mich nicht abfüllen. Erster Punkt für mich.

Man lag sich in den Armen, N. hatte nur den Drummer im Kopf und A. suchte ersten Kontakt. Ich sollte tanzen. Dabei bin ich Tanzmuffel, wenn es sich nicht gerade um Ska handelt. Der stille Genießer hat auch die zweite Runde durch Punkte gewonnen. Kurzum, die Punk-Band oder eher der leidige Rumpf spielte zuerst. Drei Lieder und schon standen die Freunde auf der Bühne. Sie spielten zwar auch nur eine halbe Stunde, aber was erwartet man auch für einen Euro. A. und N. waren ganz aus dem Häuschen. A. nur aus Solidarität für N. - scheinbar so stark, dass die Band dachte, sie wäre es, die für ihren Drummer schwärmt. Pikanter Spott auf N.s Schüchternheit. Das Konzert war also schnell beendet und A.s und mein Ziel war es erst einmal, N. und den Drummer ins Gespräch zu bringen. Ein hartes Stück Arbeit, aber letztendlich war man erfolgreich.

Zwischendurch versuchte N., mich mit A. zu verkuppeln. Die rein hypothetische Frage, ob ich nicht auf jemanden anderes als die Muse stehe, wurde gekontert mit dem Einwand, der halbe Freundeskreis wolle mich verkuppeln. Zur Erklärung meines Widerstandes führte ich noch an, dass ich sie nicht liebe, die Zukunft aber nicht messen könne - etwas Hoffnung wollte ich noch lassen, aber ich hatte nicht einmal gelogen. Absolut sympathisch und attraktiv fände ich sie auch - wieder die volle Wahrheit. Aber für eine Partnerschaft sei ich nicht bereit. Where is the love?

A. bekam davon nicht viel mit, im Laufe des Abends wurde alles etwas sexueller. Die betrunkenen Frauen mussten sich im Suff gegenseitig ihre Tops herunterziehen, zu ihrem Glück konnten sie es jeweils verhindern, dass tiefere Einblicke möglich gewesen wären. Giggelnde und dämliche Weiber sind abstoßend. A. und N. wollten mit mir und einem Freund ein Spiel spielen, dass an American Pie angelehnt war. Kuss für Kuss. Mehr für Mehr. Wir als Männer haben erst einmal eingewilligt. Unseren Part haben wir leidig erfüllt, mehr als ein "Bussi", wie er es nannte, war nicht drin. Man bot mir an, in das leidenschaftliche Geknutsche der Beiden einzusteigen. Dies wäre wahrscheinlich eskaliert. Ich wäre wohl auf dem nächsten Klo respektive Bett gelandet. Meine Meinung dazu ist bekannt. Ich ging.

Die zwei folgten meinem Freund und mir. Man hatte ja denselben Fahrtweg. Im Bus saß man getrennt. Da erzählte N. wohl A. von unserem kleinen Gespräch. Ich hatte geahnt, dass sie im Laufe des Abend in aller Freundinnenmanier auspacken würde. Früher oder später. Unaufhaltsam. Mein Freund und ich setzten uns wieder nach vorne zu den zweien.

Und da saß sie nun: die sonst so fröhliche und lauthals lachende A. war am Boden zerstört wie nach einem schlechten Trip. Ein Gesicht spricht Bände. Ich fühlte mich schuldig. Schließlich hatte ich nicht den Mut, ihr es direkt zu sagen. Der Umweg über die Freundin schien einfacher. Ich wusste, wenn ich es N. erzählte, wüsste bald die halbe Welt davon. Ich nahm es billigend in Kauf. Die Boten, die einst für mich schmerzende Informationen über die Muse herantrugen, nehmen nun all den Schmerz wieder mit. Nicht postwendend. A. war der Empfänger. Ich fühle mich schuldig. Ich bin es. Sie ist nun am Boden zerstört, weil ich all ihre Hoffnungen zerstört habe. Weil ich seit langer Zeit mit ihr flirte und zu viel versprochen habe. Ich fühle mich schuldig.

Ich nehme mir vor, mit ihr zu reden. Bei einem Kaffee oder zwei. Ich werde es nicht einhalten, das ist jetzt schon klar.

------

Neben alledem kam die Muse doch noch für eine halbe Stunde vorbei. Allen Erwartungen nach ignorierte sie mich. Pikant war nur, dass eine ihrer Freundinnen, mit der sie kam und die ich nie zuvor gesehen habe, auf mich zukam und meinen Benutzernamen im Schulforum kannte. Eine Freundin der Person, die ich hinter dem einem Alias vermutete. So zielstrebig und bestimmt. Sie war offensichtlich angeheurt. Zur Prüfung stellte ich eine einfach Fangfrage. Der Köder war bissig, die Unbekannte konnte nicht antworten.

Irgendwann - besagter Freund, ich, die Muse und ein paar Komparsen waren unter sich - machte die Muse eine plakative, angreifende Aussage in Richtung meines Freundes. Derart plakativ, dass sie genauso gut mich hätte angreifen können. Leider habe ich den Sachverhalt nicht verstanden, sodass ich mich einer Wertung erst einmal verwähre.

Weiterer Höhepunkt des Abends war die Nachricht, dass bekannter ICQ-Freund in die Muse verliebt ist. Ein Schock gleichwohl, noch vor einer Stunde kündete er an, A. "klar zu machen". Ein Schock, der doch keiner war. Man forderte eine Schlägerei von uns. Dazu kam es nicht. Nicht wir. Es gibt mehr in unserer Freundschaft als nur diese eine Person. Nicht mehr als eine Stunde später gingen die Muse, ihre Freundinnen und natürlich der ICQ-Freund wieder. Auf dem Weg zur nächsten Party. Man ließ mich mit dem duo infernale und dem Freund alleine. Alles weitere steht oben.

Resumée: Ein eigenartiger Cocktail aus Liebe, Schmerz, Überraschung, Enttäuschung und Freundschaft. Ich hatte an diesem Abend nichts getrunken. Dachte ich.

Currently playing: Interpol - Say hello to the angels
Current mood: Traurig
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag

Samstag, 4. März 2006

Neuste Polemik - I am not amused.

Die B.Z. (Axel-Springer-Verlag) hat eine tägliche Kommentarsparte, wo auf eine aktuelle Nachricht eingegangen wird. Heute schrieb Lothar Loewe:

"Seit der blutigen Mordherrschaft von Lenin und Stalin weiß die Weltöffentlichkeit ziemlich genau, zu welchen grausamen Untaten die kommunistischen Herrscher im Kreml fähig waren. Daß nun endlich bekannt wird, der ehemalige Kreml-Chef Leonid Breschnew habe sogar persönlich den heimtückischen Mordanschlag auf den polnischen Papst, Johannes Paul II., 1981 befohlen, kann Kenner der kommunistischen Verbrechen nicht überraschen. Wir sollten in unserer Glückseligkeit über das Ende des Kommunismus eines nie vergessen: Die Machthaber dieser verrotteten Weltideologie schreckten vor nichts zurück. Sie gingen über Berge von Leichen, sie mordeten und haben die Welt jahrzehntelang ins Unglück gestürzt. Das galt für Breschnew ebenso wie für Stasi-Mielke und für all die anderen Spitzen-Bonzen zwischen Helmstedt und Wladiwostok. Die Terroristen von al-Quaida hatten teuflische Vorgänger." (B.Z. vom 3.3.2006, Seite 3; Hervorhebungen wie im Original)

(Vorweg: Ich bin kein Kommunist oder Befürworter der staatlich gebilligten oder angeordneten Gewalttaten in ehemals kommunistischen Ländern. Ich gehe mit der Idee der absoluten Gleichberechtigung konform, halte ihre Umsetzung aber für nicht menschenmöglich.)

Beispiellose Polemik einer Tageszeitung, die sich die größte Berlins nennt. Eine Tageszeitung, die im Axel-Springer-Verlag erscheint, der einst durch die Studentenproteste unrühmlichen Ruhm erlangte. Den ungeheuren Populismus, der durch diesen Artikel verbreitet wird, kann wohl jeder selbst erkennen. Hoffe ich. Daher werde ich an dieser Stelle erst einmal nicht näher darauf eingehen, eventuell aber später darauf zurückkommen.

Ich gehe jetzt zum Konzert.

Currently playing: Hot Hot Heat - Jingle jangle
Current mood: Ärgerlich

Das Unheil kommt mit großen Schritten

Erzähle mir die Vergangenheit, und ich werde die Zukunft erkennen.
Konfuzius

Heute Abend gehe ich das erste Mal seit langem wieder auf ein Konzert. Eine befreundete Indie-Band wird spielen, danach eine Punk-Combo. Also an sich ein netter Abend, ich bin anlässlich dessen früher vom Training losgegangen, was ich selten so halte. Was tut man nicht alles für Freunde.

A. und N. kommen auch mit. Erst sollte der komplette trismegistische Bund vereint sein, aber die Muse möchte doch nicht. Ich hatte mich eigentlich gefreut, da sie aller Wahrscheinlichkeit nach Kontakt mit mir aufnehmen wollte. Im Schulforum ist sie zusammen mit A. aufgetaucht und hat eine wilde Diskussion über sexuelle Vorlieben angefangen - d.h. ich und ein Freund glauben, dass sie es waren. Die Chancen stehen gut, 60% tippe ich. Tippe ich in meiner Hoffnung. Es werden wohl nur 30% sein. Nun aber kommt sie doch nicht mit, warum weiß ich nicht. Aber es werden noch zwei weitere Freunde dasein (darunter der aus dem ICQ-Zitat), die in meine kleinen Liebesgeschichten eingeweiht sind. Meine beste Freundin hat auch abgesagt. Nun hänge ich da also mit ein paar Freunden fest, die mich alle zusammen mit A. auf dem nächsten Klo sehen wollen.

A. fragte mich heute noch, ob sie mich abfüllen dürfe. Ich sagte nein, schließlich verehre ich den Alkohol nicht so sehr, dass ich mich betrinken muss. Auf meine Frage nach dem Grund verwies sie mich auf den gestrigen Chat im Schulforum.

Sie will heute Abend also tatsächlich den entscheidenden Schritt gehen, wenn ich nichts falsch verstanden habe. Das Dilemma nimmt konkrete Formen an. Dieser Abend wird also etwas Neues bringen. Etwas Schlechtes auf jeden Fall. Etwas Gutes nur mit einer gehörigen Prise Glück, oder das, was ich als Glück beschreibe.

Wünscht mir Glück.

Currently playing: The Beatles - She came in through the bathroom window
Current mood: Skeptisch
von: ninikupenda in Rubrik: Mein Tag
Texte finden
 
RSS-Feed
  Für alle Rubriken