Ich komme mir wie auf einem schlechten Trip vor. Heute traurig, morgen fröhlich. Und dazwischen verunsichert. Ganz grob gesehen. Im aktuellen Beispiel geht es mal wieder - wer ahnt es nicht - um A.
Sie entwickelt sich scheinbar zum zentralen Thema der letzten zehn, zwölf Artikel. Und auch sonst verliere ich immer mehr Gedanken an sie. Ich war heute sogar eifersüchtig, als sie mit ihrem alten Schwarm flirtete. Vor meinen Augen. Nein, ich war eifersüchtig. Warum? Ich liebe sie (noch?) nicht.
Letzten Donnerstag haben wir gemeinsam den pädagogisch ach so wertvollen Psychologie-Unterricht geschwänzt, es war ja eh Vertretung, und uns zusammen hingesetzt, um einmal über uns und unsere Beziehung zu reden. Mit Beleuchtung der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Ich werde jetzt keinen Gesprächsmitschnitt präsentieren, aber so viel sei gesagt: Sie liebe mich nach eigenen Aussagen tatsächlich und möchte eine Beziehung eingehen. Ich liebe sie nicht, schwärme jedoch für sie und kann nicht ausschließen, dass sich zukünftig etwas daran ändert. Eigentlich wollte ich noch klar machen, dass es da niedere Triebe gibt, mit denen ich nicht recht weiß, wie ich umgehen soll. Aber ein Freund hatte das komplexe Problem ihr gegenüber so untreffend auf den Satz "Er will dich ficken." reduziert, dass ich nur dementierte - was ja auch rechtens ist. Den komplizierten Sachverhalt dann doch noch darzustellen, habe ich mir erst einmal erspart, weil Missverständnisse vorprogrammiert waren. Es wird wohl eine zweite Auflage des Gespräches geben.
Nun bin ich stark verunsichert. Liebe, keine Liebe? Beziehung, keine Beziehung? Zurück katapultiert an den Anfang. Ich scheue mich davor, eine Beziehung einzugehen, weil ich große Probleme auf mich und sie zukommen sehe, aber andererseits verspüre ich den Drang, wieder in festen Händen zu sein. Es tut so gut, jemanden zu haben, an dem man sich festhalten kann, und den man vorzeigen kann, wenn wer Flirtattacken startet. Ob ich mit ihr zusammen sein kann, weiß ich nicht. Wir sind so verschieden. Aber doch so ähnlich.
Als universelle Lösung habe ich über einen Auszug nachgedacht. Gestern hat es mir das Hirn zermatert, sodass ich nicht einmal ordentlich einschlafen konnte. Ich sehe schon meine Mutter in Sturzbächen an Tränen ausbrechen. Früher oder später muss es aber sein. Aber wohin? Möglichst ein Altbau im Friedrichshain. Auf der Linie Volkspark - Kollwitzplatz sieht es nett aus. Verkehrsanbindung muss top sein. Straßenbahn M8 und eine beliebige S-Bahn sind Pflicht. Weiterhin sollte es genügend Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe geben. Mein begrenztes Wissen über den Friedrichshain sagt mir aber nichts über die relevante Infrastruktur des favorisierten Gebiets. Dann noch die Miete. Kann ich mir das überhaupt alles leisten? Am besten wäre wohl das Zusammenziehen mit A. Heute ein Paar, morgen eine WG. Das wäre einen Versuch wert. Zumindest wenn ersteres rein technich klappt. Aber wer weiß.
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Noch ein letztes Wort zum vorherigen Artikel: Ich war wohl recht aufgeputscht vom Hormoncocktail, daher würde ich das Geschriebene in die Ecke der Aussätzigen drängen. Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt so gedacht habe und eine gewisse grundlegende Wahrheit nicht zu leugnen ist. Nur der letzte Absatz war doch stark überzogen. Egal. Journalismus oder was es sein will muss auch selbstkritisch sein.

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Tot
Traurig
Gelangweilt
Glücklich
Ärgerlich
Skeptisch