This life is fulfilling me.

Auf dem Prüfstand

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Da ist mein digitales Tagebuch nicht einmal einen ganzen Tag alt, schon wird sein journalistischer Anspruch auf die Probe gestellt.

Es ist etwas geschehen. Etwas nicht unwichtiges. Etwas bewegendes. Aber auch etwas brisantes. So brisant, dass jegliche Berichterstattung zum moralischen Feldzug werden würde. Wie also verfahren? Soll man schonungslos dokumentieren, aber dabei die Privatsphäre verletzen? Oder über Dinge schweigen, die zum Himmel schreien?

Die Entscheidung fällt schwer. Als selbsternannter BILD-Kritiker bin ich mir der Geschichte bewusst und weiß mit dem Namen Benno Ohnesorg etwas anzufangen. Was hier kumulierte, soll also nun auf dieser Ebene ein Sequel finden? Das ist nicht zu verantworten. Wie also verfahren?

Ist es rechtmäßig, Informationen zu verheimlichen, obgleich man den Anspruch zur Schau trägt, offen mit allem umzugehen? Kann man sich verschließen und doch offen sein? Ein eigenartiges Paradoxon. Heine meinte einst in seinem Werk "Idee. Das Buch Le Grand": "Die deutschen Zensoren --------------- Dummköpfe ------" und karikierte damit seinerzeit die mediale Situation Deutschlands. Dennoch kann ich es nicht billigen, ein Fegefeuer für die Offenlegung eines Themas zu entfachen, nach dem auch nie gefragt wurde. Nachfrage und Angebot. Der Goethe-Bund möge es mir verzeihen.

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