Ayo [stellungnahme]

Hallo, mein Name ist Ayo. Ich hänge dir schon seit Jahren an den Fersen. Manchmal mach ich dein Leben hell, öfter aber zeige ich dir die Dunkelheit. Ich bin gekommen, weil du nicht alleine bleiben konntest. Du hast jemanden gesucht, der immer abrufbar ist, bzw. dich einfach die meiste Zeit über begleitet. Vielleicht hast du dir nicht gerade eine Begleiterin wie mich gewünscht, aber ich bin jetzt da. Mal blass, mal fast gar nicht sichtbar, mal so sehr anwesend, dass ich dich eigentlich übernehme. Du weißt, dass das nicht gut ist. Aber allein wirst du mich einfach nicht los. Deine kläglichen Versuche mich abzuschütteln haben im Gegenteil meist eher dazu geführt, dass ich nach einer Weile noch präsenter wurde. Ich würde nicht sagen, dass ich mich an deiner Erbärmlichkeit erfreue, aber ich lebe von deiner Schwäche, deinem Schmerz. Dich in deiner Hilflosigkeit zu beobachten gibt mir Kraft.

Ich bin die, die dich zu Taten treibt, die du später bereust. Ich bin diejenige, die in deinen dunkelsten Zeiten neben dir auf dem Boden liegt und die Decke anstarrt. Ich bin auch die, die dir im Schneidersitz gegenüber sitzt und zuschaut, wie du die falschen Mittel wählst und ich bin die, die dir den schweren Weg zeigt.

Als wir uns begegnet sind wusstest du, dass ich so schnell nicht wieder gehen würde. Du wusstest, dass ich anders bin. Aber du kanntest das Ausmaß nicht. Du wusstest nicht, wie tief ich in dich eindringen könnte und würde. Du hättest mir, meinen Worten mehr Aufmerksamkeit schenken sollen. Als du anfingst, dich mir selbstständig immer mehr zu öffnen, musste ich nicht mehr viel sagen. Aber ich war die ganze Zeit bei dir, bin immer knapp hinter dir gegangen, hab dich gestoßen, manchmal ein Bein gestellt. Ich hab es geschafft, dich von mir abhängig zu machen. Es gab Zeiten, da wolltest du gar nicht ohne mich sein, wolltest mit mir an deiner Hand immer weiter sinken. Ich hab dich auf die Probe gestellt, mich dir vorenthalten. Was du aber nicht weißt: ich war trotzdem da und ich habe deine Leiden und deine Qualen in mich aufgenommen – und ich bin stärker geworden. Ich habe auch mein Ziel erreicht, dich dazu zu bringen, dich selbst zu hassen. Was ich nicht bedacht hatte, du fingst auch an mich zu hassen. Aber du hast schnell eingesehen, dass dich auch das nicht zufriedener macht und so akzeptiertest du mich letztendlich.

Du konntest und kannst deine Gedanken nicht vor mir verstecken. Ich bin die, die dir das schlechte Gewissen macht! Ich bin immer noch diejenige, die dich steuern kann. Du bist manchmal so klein, dass du fast selbst in deinen Tränen untergehst, aber Aufgeben – das kannst du nicht. Auch dafür werde ich weiterhin sorgen, denn sonst muss ich gehen. Aber du bist mein Werk und ich gebe dich nicht her!

am  19. Januar 2010  um  02:34

2Punkt(e) vergeben

Ich hab den Eintrag jetzt ungelogen schon 3 mal gelesen und mir fällt nichts treffendes ein, außer, dass es mich echt fesselt.

am  19. Februar 2010  um  19:57

2Punkt(e) vergeben

Finds auch echt gut... Fesseld ist wirklich treffend.


Glaub nicht, das du das aus Spaß schreibst. Sondern das du das wirklich fühlst, so hört es sich zumindest an.


Ansonsten hoffe für dich du verdienst mit schreiben dein Geld, wenn nicht solltest du das echt tun. 2 Points


Ps. Sollte man da wrklich Punkte vergeben? Fühl mich als würde ich zu einer Beerdigung gratulieren.


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