2.0-Musik
Heute geht es nicht mehr ohne 2.0! Alles muss 2.0 sein, sogar unsere Sprache ist auf die neue Welt gepolt...Worthülsen, die wie Plastiktüten durch den Raum treiben, weil sie einfach zu bedeutungsleer sind, um Gewicht zu haben...überall begegnet man ihnen, leider. Ich mag es nicht. Ich kann es nicht mehr hören und nicht mehr lesen.
Dabei sind sie überall, diese armen Menschen, die sich notgedrungen ob ihrer Zugehörigkeit einer bestimmten Berufsgruppe mit diesen sinnentleerten Neologismen schmücken müssen...in der Wirtschaft geht es nicht mehr ohne, in der Musikindustrie, ja, die komplette Medienwelt ist voller Wörter, deren aufgedunsene Hülle wie ein verfaulender Wal in sich zusammensackt, sobald man sich dieses Ungetüms, stinkend wie es ist, entledigen will.
Heute nun habe ich einen Text zwischen die Finger bekommen, den ich nicht unkommentiert lassen möchte. Der Absender ist unwichtig. Vermutlich bleibt dem Autor nichts anderes übrig, als sich des 2.0-Gebrabbels zu bedienen, weil er nunmal zu den "Medienschaffenden" gehört.
Es geht um eine Veranstaltung aus dem Dunstkreis einer kulturellen Einrichtung, die ich hier ungenannt lassen möchte, den im Großen und Ganzen ist deren Zweck nicht in Frage zu stellen...obwohl...naja...anderes Thema.
Der Veranstaltungs-Titel: "Future Music Camp". Damit referiert er auf den Begriff des "Barcamps", ebenfalls einer jener Hülsen, die erfunden wurde für Menschen, die sich wohl zu hipp fühlen, um noch auf Veranstaltungen zu gehen, die sich "Konferenz" schimpfen. Nein, ein "Barcamp" ist etwas anderes. Dieses Camp läuft ohne Programmpunkte ab, ohne Einführung, ohne feste Redner...jeder plappert und am Ende klopfen sich alle auf die Schulter, wenn der Kaffee alle ist oder keine Power-Point-Folien mehr übrig sind.
Naja, so weit, so gut. Der Text war einfach dazu da, um auf diese Veranstaltung hinzuweisen. Es sei nämlich durchaus Wert, darüber Bescheid zu wissen! Es sei nämlich das erste "Barcamp mit Fokus auf Musik & Entertainment 2.0". Teilnehmer seien unter anderem Vordenker aus der Medienbranche (ahja!), Vertreter der Netaudioszene (wer braucht sowas?), Berater (für was? 2.0?), Anwälte (kann man nicht genug von haben), Zukunftsexperten (das Gegenteil von Historikern?), Kreativköpfe (dazu fällt mir nunmal jetzt unkreativerweise gar nichts ein) und junge Querdenker (die wollen auch mal was sagen dürfen).
Übrigens - unbenommen der Tatsache, dass nicht einmal Begeisterung dafür heucheln kann - fehlt mir auf dieser Liste des Who-is-Who der Teilnehmer zum Thema Musik was ganz Entscheidendes: Die Musiker. Und das muss ich nicht kommentieren.
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- geschrieben von:mcclane
Eine Stadt wird ermordet
Sie sind alle tot. Mausetot. Und es werden immer mehr mausetot. Ganze Familien von Karlsruhern werden um die Ecke gebracht. Erwürgt, erschossen, erstochen, ertotet sozusagen. Das ganze geschieht nicht echt, es wäre ja wirklich eine schreckliche Sache...nein, es sind Krimis, die sich alle in Karlsruhe abspielen. Einen ganzen Tisch voller Bücher habe ich heute in einer Buchhandlung erblickt. Literaten, Buchrücken an Buchrücken, alle mit Karlsruher Motiven auf dem Cover und alle mit toten Karlsruhern zwischen den Seiten.
Karlsruhe-Krimis haben Hochkonjunktur. Nicht einmal, weil Karlsruhe so eine kriminalistische Stadt ist, die so aufregend ist, dass sich sogar der SWR hin und wieder dazu genötigt sieht, seine spannenden Tatorte teilweise in Karlsruhe zu drehen, sie aber dann flugs ins nahe gelegene Ludwigshafen zu verorten....
Nein, einfach weil Krimis so verdammt easy zu schreiben sind und es in dieser mittelprächtigen Beamtenstadt nichts anderes gibt, worüber man schreiben müsste. Oder sich einfach noch nie jemand die Mühe gemacht hat, nachzugraben...Naja gut, um die literarische Ehre dieser Stadt zu retten, muss gesagt sein: Es gibt auch einige Sci-Fi-Autoren in dieser Stadt, die in Sammelbänden auftauchen. Aber im Vergleich zu den Massen an KK (Karlsruhe-Krimis) wirkt das kleine Büchlein an fantastischer Literatur nur...naja...spärlich. Besser sind KK aber auch nicht....eigentlich machen sie sich vor allem in einer Sache schuldig...die Banalisierung ehemals lesenswerter Literatur, oder wie ich auch jetzt mal so sage: das Wolfgang Hohlbein-Syndrom. ;)
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- geschrieben von:mcclane
Bekanntes von Bekannten
Aber ich hab festgestellt...die Zahl derer, die ich kenne, hält sich in Grenzen. Noch, jedenfalls. Es muss sich ändern, alleine meines Selbstwertgefühls wegen.
Es mutet doch geradezu illusorisch an, betrachte ich mir die Zahlen einiger Nutzer dort...die kennen 432 Menschen...oder 387....oder 455. Manche sogar über 500....500! Nun bin ich wirklich naiv manchmal...und ganz abstruse Dinge habe ich schon geglaubt. Aber 500 Menschen zu kennen...also, ich weiß nicht. Selbst, wenn ich den Fahrkartenkontrolleur von Samstagnacht, den Taxifahrer von Samstagnacht, den Mann, der mir den Weg zu mir nach Hause erklärte von Samstagnacht und meinen Mitbewohner...Halt, den kenne ich...also selbst wenn ich Kontrolleur, Chauffeur und dings...den Mann, der mir den Weg nach Hause erklärte als Bekannte zähle...und das sind sie ja, wenn ich sie kenne...und wenn ich die letzten zwölf Monate diese Bekannten aller Samstagabende addiere, komme ich auf....hm....weniger als 500. Ja, und wenn ich meinen Nachbar dazu zähle, auch wenn er nicht bei "wkw", wie es heißt, ist, komme ich nicht auf 500. Oder 400...oder 300....
Ich werde ein eigenes Portal aufmachen..."wmw" - Wer mag wen. Ich denke, und da bin ich mir sicher....es wird übersichtlicher zugehen. Wesentlich übersichtlicher.
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- geschrieben von:mcclane
Krieg der Welten
Wie erniedrigend, von einer Bäckerei-Verkäuferin Sonntagmorgen vor dem Sonntagsdienst gefragt zu werden: "Wollen Sie ein Heißgetränk zum Mitnehmen?". Und alles, was man im Dämmerzustand zwischen Wachen und Dösen hervor bekommt, ist ein "Nurn.....Brezl. Dange." "Darf es sonst noch etwas sein?","Ne, nix." Erstaunlich, dass sich überhaupt Wörter in dieser Denkmasse mit der trägen Konsistenz von Grütze bilden konnten, es über die Stimmbänder und Zunge (einer Zunge mit dem Elan eines gestrandeten Buckelwals) ans Ohr der Veräuferin geschafft haben. Förmlich geschleppt, möchte ich sagen.
Ich wollte selbst in jener Tüte aus Papier stecken, in der nun eine Butterbretzel steckte. Mich tragen lassen, am besten Nachhause....Welch eine Schmach.
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- geschrieben von:mcclane
Ich bin ein Baum...oder so.
Ja, ein Baum. `türlich war ich zunächst am Boden zerstört, dass mir das keltische Horoskop so ein Schicksal zuweist. Nun gut, genug geheult hab ich dann...Feigenbäume sind weinerliche Whimps. Aber letztlich hat mich das Bild eines solcher Gewächse dann entschädigt für den anfänglichen Schreck. Das Ding sieht nämlich knorke aus.

Laßt Euch nieder, Freunde. ^^
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- geschrieben von:mcclane