Vielen Dank.

Was heutzutage so alles in Betonklötzen steckt, konnte die Polizei gestern eindrucksvoll erlernen. Was in den Köpfen vieler Menschen vorgeht, durfte die ganze Nation kennenlernen, auch ich. Der Schwung aus dem letzten Wochenende muss mitgenommen werden, um das Ziel, die Atomkraft ad acta zu legen, endlich zu erreichen. Dass es wieder Hoffnung gibt, haben alle Atomkraftgegner wohl weniger als 20 Leuten zu verdanken, die sich phänomenal an Schienen ketteten und in Beton gießen ließen. Dafür bedanke ich mich, auch dafür, dass mich diese Aktionen aufgeweckt haben, mich und hoffentlich viele andere.

Aber was bringen die Ereignisse der letzten Woche, erst Obama, dann Protest? Kann der Mensch die Erde, seine Erde, wie er es immer wieder grundlegend falsch predigt, noch retten, die ganzen Konfliktherde rechtzeitig löschen, die Gefahren erkennen und bannen? Wird die Erde untergehen, werden wir uns durchwursteln wie eh und je, wird am Ende doch noch alles gut?

Es gibt da verschiedene Theorien, man nennt sie Historientheorien, die entweder positiv oder negativ gestimmt sind, was im Grunde nur bedeutet, dass das Endziel entweder die Lösung aller Probleme auf Erden oder aber die Apokalypse darstellt. Grundsätzlich soll aus der Geschichte gelernt werden, um die Welt immer ein Stück besser zu machen. Die meisten Theorien sind daher positiver Art, nur wenige sind negativ. Soweit mein Verständnis aus dem Geschichtsunterricht, falls etwas falsch sein sollte, gerne berichtigen. Der Punkt ist jetzt natürlich folgender: Da die Weltgeschichte immer weiter fortschreitet, wir immer neue Erkenntnisse gewinnen und daraus lernen wie aus den simplen Fehlern im Leben (Feuer ist heiß und tut weh), steuern wir direkt auf den Höhepunkt der Erdgeschichte zu.

Ein Punkt wird hierbei außer Acht gelassen. Der Mensch ist mittlerweile in der Lage, durch Fehler im System nicht nur sich selbst auszulöschen, wie es so viele Geschöpfe auf Erden bereits vorgemacht haben (Aussterben), sondern besitzt die Macht, über das Schicksal der Welt mit seinem Geist zu befinden. Fatal, wenn man bedenkt, wie unausgereift doch der menschliche Verstand allzu häufig ist. Kurzum: Die Evolution könnte mit dem Menschen aufhören, wenn er es schafft, die Erde zu vernichten. Und  leider ist er auf dem besten Weg, dies zu tun.

Ich bin genauso wenig Prophet wie alle Anderen auch, ich kann nur meine eigene Meinung widergeben. Ich bin Anhänger der Durchwurstelvariante, doch auch die Apokalypsentheorie spricht mir zu. Die schlechten wie die guten Dinge im Leben und auf der Welt gleichen sich mehr oder weniger aus, der klassische Kampf wie man ihn aus dem Kino kennt, und ein Jeder ist in der Verantwortung, diesen Kampf für sein individuelles Gute zu kämpfen. Was dabei herauskommt, ist das Mittelmaß, da ja das Gute des Einen das Schlechte des Anderen darstellen kann. Die Ausschläge hin zum Guten oder zum Schlechten werden Mithilfe von mehr Macht, sei es wissenschaftlicher oder politischer Art, immer extremer, die Gefahr eines Supergaus wie die Hoffnung eines Blümchenregens immer wahrscheinlicher. Dementsprechend kann es irgendwann bei ungünstigen Auslegungen der schlechten Seite zur Apokalypse kommen, muss es aber nicht. Es kann auch genauso gut genauso bleiben, wie es seit jeher war. Mittelmaß.

Hoffen wir das Beste, Love, Peace, Unity, juhu. Ne jetzt wirklich. Hoffen wir das Beste.

 

Na also!

Glaubt man das wirklich? Wird nun alles gut? Ich bin da mal zurückhaltend euphorisch und sage, dass dies die beste Wahl war, die Amerika treffen konnte. Darüber bin ich froh, genauso wie darüber, dass nicht noch eine gefährliche Person Vizepräsident dieses so bedeutenden Landes geworden ist. Der Dick hat mir persönlich da schon vollkommen gereicht. Jetzt darf die Palin endlich wieder dahin geschickt werden, wo sie herkam, da, wo der Pfeffer wächst, oder so ähnlich.

Wir werden erleben, wie gut uns dieser neue Präsident tun kann, nicht, dass ich an seinen Ideen zweifle, doch die Durchführung selbst in seinem Amt scheint mir nach wie vor mehr als schwierig. Ist nur zu hoffen, dass er auch dann die nötige Abgrühtheit, für die ihn die Medien nun lobpreisen (Spiegelonline:Laut war gestern, cool ist jetzt), auch dann unter Beweis stellen kann, wenn es knifflig wird. Ich persönlich bin fest davon überzeugt.

Die ersten Probleme gibt es bereits jetzt. Medwedew verkündet einen neuen Raketenplan, Israel steht Obamas Außenpolitik skeptisch gegenüber. Nicht zu vergessen die Wirtschaftskrise und der ganze andere Mist. Obama muss schnell handeln, hat wenig Zeit, um sich in sein Amt einzufühlen, dafür hat der gute alte Bush gesorgt.

Nichts desto trotz keimt weltweit Hoffnung auf, auch bei mir, wenigstens ein bisschen. Und mal ehrlich: Wenn man die Wahl hat zwischen einem jungen, dynamischen Mann mit Visionen und einem in die Jahre gekommenen Mann ohne Visionen, wennn greift man sich da wohl? Natürlich. Ein derartiges Ausnahmetalent lässt man sich als Staat einfach nicht durch die Lappen gehen, Schwarzer hin, Rassismus her.

Es geht doch.

 

Deckel öffnen.

Couldn't help but make me feel ashamed to live in a land
Where justice is a game.

So klang es noch aus meinen Ohren.

An innocent man in a living hell.

So fühlte ich mich tief in mir.

Nelson Mandela hat vor ein paar Tagen seinen neunzigsten Geburtstag gefeiert. 45000 Menschen im Hyde Park und weitere Millionen Menschen an den Fernsehgeräten feierten mit. Es ist ein Geburtstag für die Freiheit auf der Welt, eine Säule gegen das immer schwerer zu tragenden Gerüst der Unterdrückung, der Bedrohung, der Hölle auf Erden.

In Zeiten von Fussball-Euphorie ist es ja schon lange bekannt, dass wirklich wichtige Themen in der Hintergrund rücken, zu Ungunsten all jener, die nicht die Möglichkeit haben, euphorisch zu sein. Da werden Reformen im Innenland vertagt, da werden den ganzen Tag Nachrichten gebracht, die einzig und allein der Belustigung und der Ablenkung dienen.

Und obwohl man dies weiß, naja, vielleicht weiß man es ja auch nicht, konnte sich kaum jemand diesen Momenten, diesen Tagen entziehen, fieberte nicht mit der Mannschaft, mit der Nation, mit, entfährt einem die pure Enttäuschung nach bitterem Finalende. Schon wenig später sagt man sich freilich, wen kümmert sowas, ist nicht wichtig, das Leben geht weiter und so fort. Doch haben trotzdem viel zu viele, inklusive der Kanzlerin, das Augenmerk für, wenn auch subjektiv gesprochen, wichtigere Dinge verloren. Dies ist natürlich nicht nur in Zeiten der EM so, es passiert tagtäglich und wir alle sind Opfer unseres unvollkommenen Verstandes, der nicht gesegnet ist mit der Gabe, an mehreren Gedanken gleichzeitig teilzuhaben und an mehreren Orten gleichzeitig zu sein.

So unterbrach ich dieses Geschwafel just, nur um ein paar Happen Reis in mich zu schlingen, und für ein paar Momente war ich fern dieser Welt und nur noch in meinem eigenen Kosmos befangen.

Nur gut, dass es sich lohnt, sich aus eben jenem Kosmos zu lösen und über den Tellerrand hinaus zublicken, wo einen nicht nur das Unheil, sondern ebenso weiteres Bereicherndes empfängt.

Put in a prison cell, but one time he could-a been
The champion of the world.

 

Brisante Zahlen.

340 Stunden! Soviel Sonne gab's im Mai noch nie.

Anfang 2005 gab es rund um den Erdball 16.500 atomare Sprengköpfe.

Im Jahr 2006 wurden mindestens 1.591 Menschen in 25 Ländern hingerichtet und 3.861 in 55 Ländern zum Tode verurteilt.

Zurzeit gehen rund 70 Prozent der weltweit eingesetzten Primärenergie verloren - bei der Produktion, beim Transport, beim Endnutzer.

Weltweit hungern rund 800 Millionen Menschen.

Insgesamt wurden im Mai 168 Mrd. Euro an Wertpapierbörsen in Deutschland gehandelt.

Obama:2156 Stimmen; Clinton:1923 Stimmen

1,5 Milliarden Menschen müssen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen.

Schleuser verdienten zwischen 1990 und 2000 pro Jahr circa 3,5 Milliarden Dollar mit Menschenhandel.

Das IPCC rechnet abhängig von den Zuwachsraten aller Treibhausgase und dem angewandten Modell bis 2100 mit einer Zunahme der globalen Durchschnittstemperatur um 1,1 °C bis 6,4 °C.

Allein 40000 Telefone hörten die Ermittler vergangenes Jahr deutschlandweit ab.

Weltweit sind 219 Millionen Kinder unter fünf Jahren durch Armut kognitiv eingeschränkt.

Der russische Erdgas-Förderer Gasprom ist an der Börse 350 Milliarden Dollar wert und damit das größte Unternehmen Europas.

Im Zeitraum zwischen August 2003 und August 2004 wurde eine Fläche von 26.000 km² Wald gefällt, was einer Fläche entspricht, die etwa halb so groß ist wie die Schweiz.

Die weltweiten Militärausgaben beliefen sich im Jahr 2004 auf 1,035 Billionen Dollar.

Alle drei Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen extremer Armut.

Die 2006 veröffentlichte Ausgabe der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources umfasst 16.119 Arten, 530 mehr als zwei Jahre zuvor.

Transnationale kriminelle Vereinigungen:

  • Cosa Nostra, 40000 Mitglieder

  • Drogenmafia Kolumbien, 25000 Mitglieder

  • Italienische Mafias, 64000 Mitglieder

  • Russland, 160000 Mitglieder

  • Japanische Yakusas, 37000 Mitglieder

  • Triaden in Hongkong, 115000 Mitglieder

Nach Angaben von UNICEF arbeiten heute 190,7 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren.

Weltweite Ausgaben für Parfüm und Kosmetik: 33 Mrd. Dollar

Jährliche Kosten des Irakkriegs: 180 Mrd. Dollar

Erforderliche Summe, um in Afrika die Milleniumsziele bis 2015 zu erreichen: 25 Mrd. Dollar

Agrarsubventionen der reichen Länder: 245 Mrd. Dollar

Weltweite Werbeausgaben: 446 Mrd. Dollar

Entwicklungshilfebudget der USA 2003: 16 Mrd. Dollar

876 Millionen Menschen können weder lesen noch schreiben, Frauenanteil 66%.

Luxemburg besitzt die größte PKW-Dichte: Auf 1000 Menschen kommen 669 Autos.

Aids tötet jeden Tag 8000 Menschen.

Der weltweite Drogenhandel wirft 400 Milliarden Dollar pro Jahr ab.

Es wird geschätzt, dass weltweit jedes Jahr mindestens 100 Millionen Wirbeltiere für Tierversuche verwendet werden.

Das Radarüberwachungssystem Sive, dass die spanische Grenze vor illegalen Migranten schützen soll, hat 140 Millionen Euro gekostet.

In Sierra Leone sterben von 1000 Kindern rund 270 im Laufe der ersten 5 Lebensjahre. Jedes 4. Kind.

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes lebten 2003 (Stand 31. Dezember) in Deutschland 6.639.000 Menschen mit einer Schwerbehinderung.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass es weltweit etwa eine Million Suizide pro Jahr gibt und dass 10 bis 20 Mal so viele Suizidversuche scheitern.

Der Deutsche Telekom Konzern ist eines der weltweit führenden Dienstleistungsunternehmen der Telekommunikations- und Informationstechnologiebranche. Noch.

 
Currently playing:Roy Black - Schön ist es auf der Welt zu sein (mit Anita)
Current mood: Skeptisch

Einmal Substanzen zum Einnehmen, bitte!

1. Gestern war ja Tag der Arbeit und, einigen Wenigen vielleicht auch bekannt, Vatertag. Das löste in Deutschland kontroverse Diskussionen aus, angefangen von Straßenschlachten in Hamburg, Nürnberg und Berlin, über Kundgebungen der Gewerkschaften mit der SPD, die sich jetzt endlich wieder lieb haben, herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle, bis zum Aufruf unser aller Familienministerin Ursula, die Männern zur Abstinenz am Vatertag aufrief. Dies fand beim Volk enormes Gehör, zu sehen direkt in meiner Nachbarschaft, wo statt der 3000 besoffenen Väter 30000 besoffene Väter auf dem hiesigen „Bauernmarkt" anzutreffen waren, quasi als Trotzreaktion. Ist aber auch unerhört, den Dauerbreiten das Trinken verbieten zu wollen und ich persönlich kann mich da nur auf die Seite der Väter stellen, ich hätte es genauso getan, aber nicht nur einmal, sondern immer, wenn ich genug Gehirnzellen hätte, um das schadlos zu überstehen, denn ganz im Ernst, ich habe doch eine gewisse Bindung zu meinem Körper, die die meisten grob fahrlässigen Männer wohl nicht haben, und möchte auch noch mit 40 ganz bewusst sagen können, zum Vatertag wird ordentlich gesoffen, basta! Und nicht komplett dem dauerhaften Vollrausch unterstellt zu sein, der nichts anderes mehr zulässt, folglich diese bewussten Entscheidungen von vornherein ausklammert. Deshalb appelliere ich, ganz im Gegensatz zu Ursula, daran, einfach mal mehr aus Leidenschaft zu trinken und nicht aus purer Resignation, die beim Anblick auf die kleinen Plagen entsteht, die gerade wieder die Windeln vollgekackt haben.

2. Albert Hofmann ist tot. Schlägt in die gleiche Kerbe, wie das Alkoholisieren des Volkes. Es geht um Drogen. Für jeden, den es interessiert, die Wirkung von LSD sieht ungefähr so aus:

"Die letzten Worte konnte ich nur mit grosser Mühe niederschreiben. [...] die Veränderungen und Empfindungen waren von der gleichen Art [wie gestern], nur viel tiefgreifender. Ich konnte nur noch mit grösster Anstrengung verständlich sprechen, und bat meine Laborantin, die über den Selbstversuch informiert war, mich nach Hause zu begleiten. Schon auf dem Heimweg mit dem Fahrrad [...] nahm mein Zustand bedrohliche Formen an. Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen. Indessen sagte mir später meine Assistentin, wir seien sehr schnell gefahren. [Zu Hause angelangt] wurden Schwindel und Ohnmachtsgefühl zeitweise so stark, dass ich mich nicht mehr aufrecht halten konnte und mich auf ein Sofa hinlegen musste. Meine Umgebung hatte sich nun in beängstigender Weise verwandelt. [...] die vertrauten Gegenstände nahmen groteske, meist bedrohliche Formen an. Sie waren in dauernder Bewegung, wie belebt, wie von innerer Unruhe erfüllt. Die Nachbarsfrau [...] war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige, heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze.

....Jetzt begann ich allmählich, das unerhörte Farben- und Formenspiel zu geniessen, das hinter meinen geschlossenen Augen andauerte. Kaleidoskopartig sich verändernd drangen bunte phantastische Gebilde auf mich ein, in Kreisen und Spiralen sich öffnend und wieder schliessend, in Farbfontänen zersprühend, sich neu ordnend und kreuzend, in ständigem Fluss. Besonders merkwürdig war, wie alle akustischen Wahrnehmungen, etwa das Geräusch einer Türklinke oder eines vorbeifahrenden Autos, sich in optische Empfindungen verwandelten. Jeder Laut erzeugte ein in Form und Farbe entsprechendes, lebendig wechselndes Bild."

Ich habe diesen Selbstversuch leider nicht vorgenommen, sondern der Meister persönlich, er hat dabei ein Vielfaches der heute als handelsüblich geltenden Dosis zu sich genommen. Ich habe es aber, zu gegebenem Zeitpunkt, vor und werde anschließend ein Zebra ehelichen, in Las Vegas versteht sich. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss weiter an der „Rum Diary" lesen.

 
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