Was sollen die Leute denn denken, sie sind so schrecklich konservativ.

Bis vor ein paar Jahren dachte ich, dass es nicht konservativ, sondern konserativ heißt. Weil man das v ganz gerne beim sprechen verschluckt. Das Wort Konservativ kommt aus dem Lateinischem und heißt übersetzt soviel wie bewahrend. Folglich kann man nur konservativ sein, wenn man etwas zu bewahren hat, wenn man ein armer Hanswurst ist, ein Bettler auf der Straße lebend zum Beispiel, könnte nichts bewahren, weil er nichts besitzt, höchstens die Klamotten an seinem Leib und einen geklauten Einkaufswagen. Es geht also um Besitz.

Konservativismus ist meistens rückschrittlich, so sagt man von der Restauration im 19. Jahrhundert, sie sei konservativ. Die Perspektiven nach vorne machen derweil andere. Warum entscheidet man sich trotzdem dazu, konservativ zu sein? Wenn ich nach draußen gucke, fällt mir wenig ein, dass es zu bewahren gilt, einschließlich der Menschen. So gesehen bin ich ein eher linker, progressiver Typ. Nur um das mal klarzustellen, ich bin also parteiisch.

Konservative Menschen sagen, ihr Leben sei erhaltenswert. Das ist dann aber irgendwie, subjektiv betrachtet, widersprüchlich, denn demzufolge wäre entweder die CDU nicht konservativ oder 38% der Menschen zufrieden mit den Verhältnissen. Zumindest das Letzte bezweifle ich stark. Und auch die CDU dürfte eigentlich nicht konservativ sein, würde sie einen relativ aufgeklärten Blick auf die Geschichte und auf die Umwelt werfen. Unt trotzdem bezeichnet sie sich selber so, warum? Geschichte wurde bis zum heutigen Tag nicht von konservativen Kräften gemacht, sondern von denen, die die Verhältnisse ändern. Zum Beispiel nehme man die französische Revolution oder die zwar langsame, doch mittlerweile als Erfolg betrachtete Errichtung von Demokratien. Auch in der Forschung kann man sich nicht auf das Erhalten beschränken, sondern sucht nach Neuem, im Weltall zum Beispiel. Also wie kann man demnach als vernünftiger Mensch behaupten, man sei konservativ und wolle keine Veränderung/Verbesserung der Lage? Die Natur des Menschen ist nicht konservativ.

Oder etwa doch? Bin ich gerade zu eindimensional? Sicherlich ist jeder auf die Absicherung seines Lebens bedacht, doch gleichzeitig strebt der Mensch immer nach Besserem, Größerem, selbst wenn er schon alles zu haben scheint. Man siehe sich nur einmal Millionäre an, die im großen Stile Steuern hinterziehen. Stars träumen immer von noch mehr Ruhm, Bescheidenheit ist ein Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. Vielleicht ist ein wenig konservativ sein in diesen Fällen sogar angebracht, doch das Weltgeschehen braucht diese ewig Gestrigen nicht länger. Nur schade, dass die Reformer von Heute die Bewahrer von Morgen sind.

 

Wind und Wetter

Im Wind von heute fliegen die Blätter, es ist zwar kein Herbst, aber fliegen tun sie trotzdem. Wahrscheinlich haben sie einfach keine Lust mehr auf all das Schlechte auf der Welt, die Luft scheint ihnen ein Platz der Hoffnung zu sein.

Im Wind von heute fliegen meine Träume, sie fliegen davon und wissen nicht, wohin. Ich sehe ihnen zu und denke, schade, das wäre schön gewesen. Aber wozu denn grämen? Alles ist besser, als nichts und der Wind kommt auch irgendwann zurück.

Im Wind von heute bibbern die Menschen, es ist zu kalt, es ist zu windig, es ist gefährlich. Sollten sie nicht froh darüber sein, dass sich endlich etwas rührt, dass die Starre ihres Verstandes nicht die Starre dieser Welt bedeutet? Aber das tun sie nicht.

Warum

Liegt es in der Natur des Menschen, hat er Angst vor Veränderung? Ja hat er, manchmal zurecht, meistens zu Unrecht. In den seltensten Fällen ist sie gut, und wenn dann war das Vorherige ein Übel sondergleichen. Ich will jetzt gar nicht den Moralapostel spielen, dafür tauge ich nicht, aber die Natur des Menschen ist manchmal nicht zu seinem Vorteil angelegt. Lass sie uns verändern.

 
Currently playing:Bob Dylan - Blowin in the Wind
Current mood:Der Wind der Veränderung überfährt mein Gesicht

Ich bin massenkompatibel.

Manchmal gehe ich ins Kino, am nächsten Morgen gehe ich zur Schule, denn ich mache gerade mein Abitur, in ein paar Monaten bin ich fertig. Dann werde ich berufstätig werden, erst Zivildienst machen, dann ein Studium anfangen oder eine Ausbildung, später hoffentlich genig Geld verdienen, um ein Mal im Jahr in den Urlaub zu fliegen. Wählen werde ich dann die SPD, die CDU, kleiner Mann oder Wirtschaft, je nachdem, was gerade gut kommt. Musik höre ich gerne, aber nicht diesen Chartmist, sondern anspruchsvolle Musik, denn ich will mich ja von anderen Menschen intellektuell abheben. Deswegen lese ich auch so viel, so kann ich in jedem Gespräch geistige Ergüße von mir geben und somit mein Umfeld beeindrucken.

Als kleiner Junge wollte ich Feuerwehrmann werden, dann Polizist, dann Rennfahrer. Ich war ruhig in der Schule und hatte ganz gute Noten, ich war ein Durchschnittskind. Als Baby war ich ein süßer kleiner Fratz, den meine Eltern nur zu gerne hatten, wenn er ruhig war und nicht ausstehen konnten, wenn er schrie. Sie waren gute Eltern, auch wenn sie es nicht leicht mit mir hatten.

Heute saß ich in der Schule, mit allen anderen aus meinem Jahrgang, und zusammen haben wir über das Abitur gesprochen. "Was lernt ihr, was lernt ihr nicht? Die Wochenenden werden mehr und mehr eine Farce, findet ihr nicht auch? Ich hab echt kein Bock mehr, wird echt Zeit, dass wir hier rauskommen, auch noch heute Abend zu dieser dummen Sextaner-Veranstaltung, noch weniger Zeit für andere Dinge. Das Leben ist so schlecht, oh ist das süß, hast du Hausaufgaben gemacht? Man nervt mich der Typ, unglaublich, wie man nur 24 Stunden am Tag so behindert sein kann." Ich schaute auf die Uhr und dachte mir, wann die Stunde wohl zu Ende geht und was ich dann mit meinen Freistunden mache, in die Mensa setzen oder lieber zu Burger King, ich habe noch Gutscheine. Später kaufte ich mir dann noch eine DVD und rief meine Freunde an, morgen gehe ich wieder ins Kino. Alle werden da sein.

Ihr kotzt mich alle an.

 

Mal nachgedacht.

Wenn ich noch drei Meter weiter gehe, stehe ich in der Wand. Von da aus hätte ich einen perfekten Blick auf das dahinterliegende Zimmer. Wenn ich Glück habe, und das habe ich für gewöhnlich, dann kann ich dort schöne Beobachtungen machen. Meine Kamera sollte ich nur nicht vergessen, ansonsten besteht die Gefahr, das ich die besinnlichen, verstörenden, herzerwärmenden oder auch faszinierenden Bilder nicht in meine Kopf behalte. Mein Kopf wiegt circa genauso viel wie die Köpfe anderer Menschen. Überhaupt wiege ich zwischen 50 und 100 Kilogramm, was ja 50000 bis 100000 Gramm entspricht. Ich kann auch noch Meter in Zentimeter umrechnen, so sind es genau 300 Zentimeter bis in die Wand. Blumen blühen nicht im Winter, dafür ist es zu kalt, aber die Sonne scheint trotzdem, aber nicht so lange, aber bald wieder länger, aber jetzt noch nicht, erst später. Und überhaupt würde ich nur zu gerne wissen, was hinter dieser Mauer passiert, wenn ich doch nur fliegen könnte, dann könnte ich nach Afrika fliegen, wie ein Vogel, ich sähe nur aus wie ein Mensch. Ob mich die Vögel trotzdem in ihren Reihen akzeptieren würden? Schlau genug bin ich hoffentlich. Ich kaufe ihnen noch ein paar Geschenke, auch der Oma. Dazu pflastere ich eine Straße, so können mich meine Freunde mit dem Auto besuchen. Meine Federtasche hat kein Loch, aber meine Autotür. Da kann ich Schlüssel reintun, dann geht sie auf. Das ist wie bei Piraten und Schätzen, die brauchen auch immer einen Schlüssel, dann geht der Schatz auf, das war auch schon im Mittelalter so, wie heißt das Ding noch, Keuschheitsgürtel? Noch drei Tage, dann bin ich älter, noch 4 Tage, dann bin ich tot. Vielleicht. Ich könnte auch wieder auf den Weihnachtsmarkt gehen und Schnitzel trinken und die Bourgouisie verfluchen, oder anbetteln, oder kitzeln, dann lachen sie und ich bin glücklich. Vorher drücke ich den Schalter und beschreibe die Quadrierung des Kreises, nachdem gehe ich schlafen und hämmere an die Wand. Da will ich nämlich hin, ich will sehen, was da ist.

 
Currently playing:Ich sehe nicht, ich erblinde.

Einfach davongerannt.

Schonmal nichts gehört, auch wenn man sich die Ohren nicht mit den Händen zuhält? So geht es mir momentan. Ganz schön behindert, im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Glück, am Donnerstag soll ich zum Arzt, bis dahin muss ich aber unbedingt Lippen lesen lernen, ganz schnell... Ach was, so schlimm ist das auch nicht. Aber manchmal habe ich schon das Gefühl, bald taub zu sein. Das Ohr fühlt sich schonmal so an. Und der Rest des Körpers folgt schon bald. Mit dem Geiste ist es ja schon lange so. Ansonsten schafft mich das Leben zu sehr. Tut es eigentlich auch so. Das letzte Wochenende ist der beste Beweis dafür. Und wir dachten, alles wäre überstanden! Ach wie naiv. Aber lass uns nicht mehr darüber nachdenken, ob es besser wird, lass es uns noch genießen so lange es noch währt. Vielleicht währt es ja ewig. Du weißt hoffentlich, was ich meine.

Der Körper stellt sich ziemlich schnell auf neue Situationen ein, schneller als der Kopf überhaupt realisiert, wie die Lage ist. Und jetzt, da der Körper angekommen ist in dem neuen Alltag, ruft auf einmal der Geist und meckert. Hätten die beiden sich mal lieber besser abgesprochen! Nun muss der Geist sehen, wie er alleine fertig wird, oder ob er den Körper wieder zurückruft. Aber wohin zurück? Denn eigentlich ist da, wo der Geist sich gerade befindet, nichts, wo man sich befinden könnte. Nichts als Leere. Und genau das hat der Geist jetzt auch gemerkt. Jetzt heißt es, so schnell wie möglich dem Körper nachzulaufen, denn einer allein auf neuem, unbekannten Terrain, das wird auf Dauer nichts. Auch das haben die beiden mittlerweile realisieren können. Also mein Rat an euch beide: Entweder ihr lasst beide Ruhe walten und keiner prescht allein vor, oder, wenn das vorpreschen denn sein soll, ihr tut es gemeinsam. Das wäre sehr nett von euch, denn am Ende muss ich die ganze Misere ausbaden.

 
Currently playing:Funny van Dannen - Der Affe
Current mood:Geht schon.


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