Erste große Romane der Nachkriegszeit
50er: Zeitkritische Literatur ->Satire
60er: Politisierung der Literatur -> 68er
Dokumentarismus
Ende der 60er: „Scheitern" der Politisierung
70er: Wende nach Innen, Zuwendung zum eigenen Ich
80er: Ausgleichstendenzen, Erfahrung der 70er erweitern -> Objektivieren
Erfolgreichster Roman der 80er: Patrick Süskind - Das Parfum
Finger schnippen als Ziel
Ernst Wilhelm Nay, Sternenbalance
Da hat der Tisch nicht aufgepasst und ist auf den Boden gekracht.
Heinrich Böll: „Billard um halbzehn"
1 Tag einer Familie
Hauptperson: Festes Ritual, Billard spielen mit Portier
Fähmel
Ich fahre nach Rostock mit einem Kloppstock
Günter Grass: „Die Blechtrommel"
Nazi? Aber guter Schriftsteller
SPD-Mitglied bis 1993, gegen „Ruckzuckwiedervereinigung"
Ich in der Welt. Ein Irrender, Aussätziger, ein Ketzer, ein Hetzer. Ich breche aus!
Oskar Matzerath
Eine Aktion, die Reaktion eines Anderen, ich beobachte, bin ich Agierender oder Reagierender?
Mit 3 aufgehört zu wachsen, Blechtrommel geschenkt bekommen
Ich möchte einen Roman schreiben, dessen Hauptperson Marten heißt.
Reicht es, wenn ich von Büchern nur gehört habe, oder muss ich sie gelesen haben?
Lächerlicher Kompromiss: Entweder Augen schließen oder aber für immer öffnen.
ICH RAMME DIR PAPIER INS HIRN! HEUTE ABEND DVDS GUCKEN?
Martin Walser: „ Halbzeit"
Zunächst Hörspiele
1953 Gruppe 47, Ende 50er 1. Roman
Kommunist?
Anselm Kristlein
Nicht makellos und unvertieft. Mir gefiel das Referat.
Räumliche Distanz
Ich gehe durch die Straßen, wie ich es öfter tue, wenn ich nachdenken möchte. Es ist Samstag Nachmittag, doch die Geschäfte in der Stadt sind noch geöffnet, es streifen Menschen meinen Weg. Ich denke darüber nach, wie es wäre, glücklich zu sein und was man dafür erreichen müsste. Ich frage mich, ob die Menschen um mich herum ähnlichen Gedanken nachhängen, oder ob sie zielstrebig von Geschäft zu Geschäft gehen, um belanglose Sachen zu kaufen oder um sich mit anderen Menschen zu unterhalten. Ich unterhalte mich manchmal mit den Verkäufern an der Kasse, ich mache Small Talk, es kommt nie etwas vernünftiges dabei heraus. Die Menschen um mich herum sehen nicht glücklich aus und ich bin es nicht. Soviel ist klar, doch dann schweift mein Blick auf einen Mann auf der anderen Seite der Straße, er hält einen Becher in der Hand, ein Penner, Bettler oder wie auch immer man ihn nennen möchte, auf jeden Fall verwahrlost, aber niemand beachtet ihn, niemand schenkt ihm Aufmerksamkeit geschweige denn ein paar Cent, die doch jeder entbehren könnte, aber es nicht für angebracht hält. Ich auch nicht, denn wie mir schon oft gesagt wurde, diese Art Menschen betteln doch nur, damit sie sich Alkohol davon kaufen können. Ich fand das bis jetzt immer dreist von ihnen, sollten sie doch etwas ordentliches damit machen, um nicht am nächsten Tag wieder betteln zu müssen. Dann fällt mein Blick auf die Wand, neben der er steht, Plakate sind daran angebracht, sie zeigen Werbung zu Konzerten oder von bestimmten Clubs in der Stadt. Ich denke an gestern, ein Überschwang Alkohol löste Euphorie aus und ich tanzte, schlief mit einer Frau, fühlte mich gut. Genauso muss es den Pennern gehen, ein Lichtblick im Dunkel, nach dem wir alles suchen, wenn wir so etwas tun, Drogen nehmen, einkaufen, sich betrinken, all sowas, um herauszutreten aus der Welt, um etwas besonderes zu sein, um sagen zu können, man hat gelebt, man hat es gut getan.
Ich gehe weiter und stricke auch den Gedanken weiter, komme zu Leid der Welt, dass gerade jetzt geschieht, die Gedanken, die dieser Penner haben muss, all die traurigen Samstagnachmittage, die ich bisher erlebte. Auf der großen Waage des Leids bin ich nur ein Staubkorn und fühle mich gleichzeitig tonnenschwer.
Ich gehe weiter, gelange zu einem Park und setze mich auf eine Bank. Vögel zwitschern und die Kinder auf dem Spielplatz toben herum, spielen Fangen, ein Spiel, dass ich früher ebenfalls ausgiebigst gespielt habe. Die Eltern sitzen auf den Bänken und lesen dicke Bücher, sind abgetaucht in eine Welt, die nicht ihre ist. Während ich mir meine Brille putze, kommt eine Person auf mich zu, ich kann sie erst erkennen, als sie schon ganz nah ist. Es ist eine Frau und sie fragt mich, ob ich gläubig wäre und ob ich mir vorstellen könnte, ihr eine kleine Spende zukommen zu lassen, für eine Wohltätigkeitsorganisation, die gegen den Hunger in der Welt kämpft. Ich sage ja, gebe ihr mein Essensgeld und sinke in mich zusammen.
It's just the price I pay.
Wenn diese Stimme zu den Worten ansetzt, bin ich gespannt, voller Vorfreude. Wenn sie dann kommen, brechen sie über mich hinein, wie die wogenden Meereswellen über den Strand. Ich fliege, oder zumindest fühlt es sich so an. Ich höre ihnen zu, ich stimme ihnen zu und alles um mich herum ist von dieser unbeschreiblichen Wärme und Kälte zugleich erfüllt, Spannung, Begierde. Ich singe mit, aus voller Kraft, aber ich weiß nicht einmal genau, was ich da singe. Es ist nicht so wichtig, was zählt, ist dieser Moment, in dem ich mir eine Silbe herausnehme aus dem Gesamtwerk und es für meine Zwecke benutze, wohlwissend, dass es nicht der richtigen Empfindung entspricht. Es entspricht meiner Empfindung, es entspricht mir. Und plötzlich kommen Lösungen aus meinem Mund, kommt Adrenalin hervorgeschossen und lässt mich aufstehen. Und es wissen.
Momente überkommen einen, doch was bleibt zurück? Ist es wirklich das Wissen? Oder ist es nur sein Schatten, wenn die Wahrheit weitergezogen ist? Benötige ich die dauerhafte Wahrheit oder lässt es sich auch ganz gut mit der Wahrheit des Moments leben?
Manchmal befreit es einen so sehr, dass man sich wünscht, auf der Stelle die volle Wahrheit zu verwirklichen. Aber auf den Boden der Tatsachen ist immer noch der Spiegel angebracht, der die ausgesendeten Emotionen wieder reflektiert, sie zurückschickt, zurück zu dir, wo sie einfach verloren gehen, ob auf dem Weg oder inmitten deines Körpers, ist unklar. Was bleibt, ist der Weg, doch der Weg ist schwach ohne den Willen, den Willen der Wahrheit.
Ich wünschte, ich könnte festhalten.
Vergangenheit
Du warst gestern nicht zu Hause. Du hast dein Leben bereichert, das war wertvoll, doch dann warst du ziemlich müde, aber schlafen konntest du nicht. Wegen der Erderwärmung? Es war verdammt heiß und du hattest den Kopf voll von Gedanken und Formeln. Es dauerte circa eine Stunde, bis du endlich in den verwirrten Halbschlaf eingesunken bist. Wie lange es dann dauerte, bis du ganz geschlafen hast, weißt du nicht. Im Traum erschien dir eine gute Fee, die dir keine Wünsche erfüllte, sondern mit deinen Freunden Frisbee spielte, welche das wohl sehr schön fanden, bei den glücklichen Gesichtern, die sie gemacht haben. Danach warst du campen mit der Mutter deiner beiden Töchter Isabella und Katharina. Sie haben am Meer gesessen und plötzlich sprang ein Orca hervor und grüßte freundlich, bevor er einem Schmetterling hinterherjagte. Das war alles in allem ein echt schöner Traum und als du davon aufgewacht bist, konntest du lange nicht aufstehen und an nichts anderes denken, als an die vergangene Zeit.
Gewinnbringende zwischenmenschliche Beziehungen.
Wasserflasche, Sonnenbrille, grüne Tasche, eine Grille. Hüpfen auf der roten Wiese, eine Prise in der Luft, ist kein Duft ist ein Gestank, ja bist du denn wirklich so krank? Siehst ganz bleich und blaße aus, komm ich bring dich schnell nach Haus. Was zuhaus da bist du schon, denkst wohl gar ich wär dein Sohn? Nein, dein Sohn der bin ich nicht, und darum sag ich ins Gesicht, schau mich an du übler Wicht, hör mir zu, sieh bloß nicht weg, kleines mieses Stückchen Dreck, wenn ich dir die den Fuß zersäg, ihn dir auf das Bäuchlein leg, ihn dir gar ins Arschloch ramme und dazu ein Liedchen singe, dass du wirst als letztes hören, dass dich am Ende nicht wird stören, weil du nämlich nichts mehr hörst, wie auch ohne deine Ohren, welche ich werd nicht verschonen... weil du nämlich nichts mehr sagst, wie auch ohne ein Gebiss, dass ich dir bereits entriss. Willst du diese Liedchen hören? Es geht nicht lang, ach sei nicht bang, erfreu dich dran!
Schnipp SchnappBeine ab.Schnipp SchnappLuft wird knapp.Schnipp Schnapp schnuund raus bistdu!
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