Drachen steigen lassen.
Es ist sehr viel Wind vonnöten, um große Drachen in die Luft zu heben. Ein paar 100 Meter entfernt von mir versucht es jemand gerade, doch scheitert von Mal zu Mal immer schöner. Dabei müsste er lediglich auf die richtige, steife Brise warten, wie sie in Hamburg ja nun wirklich nicht selten ist, ordentlich Anlauf nehmen, die richtige Technik draufhaben. Aber nein, jetzt hat er sich wieder ins Gras gelegt.
Bei gewissen Vorhaben muss der Wille Berge versetzen können. Nur dann erheben sich, erfüllen sich wahre Träume. Nicht aufzugeben ist eine Tugend, die oftmals an der Banalität der angeblichen physikalischen Grenzen stößt, wo doch gerade die Physik so vieles möglich macht. Man muss sie nur richtig anwenden können, den Dreh raushaben, die richtige Technik besitzen und beherrschen. Glück gehört natürlich ebenfalls dazu. Wenn der passende Moment gekommen ist, in dem das Glück auf deiner Seite ist, kann man Drachen steigen lassen. Man muss genügend Wind besitzen.
Irgendetwas fehlt ihm noch, eines der Drei Dinge, Glück, Begabung, Wille. Nur zusammen sind sie stark, wie die glorreichen drei Musketiere, können Träume in Erfüllung gehen lassen, fordern das beschissene Schicksal heraus, kämpfen gegen den Frust, vermindern das Leid. Und wenn der Drachen dann endlich steigt, weiß niemand, wie er kommen wird.
Er hat ihn gerade in die Luft bekommen, mal sehen, wo er landet.
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