Outside the Classroom
Vor mir liegen die weiten Weiten der Prärie, die unendliche Aussicht, der niemals nahe Regenbogen, der Horizont.
Hinter mir liegt das Nichts, ich bin ein Aussätziger, aber ich habe es geschafft, das Nichts zu überwinden, wodurch ich zu Etwas wurde. Darauf bin ich stolz.
Nur noch ein paar Schritte und die Freiheit erreicht ihren Höhepunkt. Ich weiß, dass ich sie nicht für immer besitze, ich weiß, dass sie schneller vorbei ist, als mir lieb ist, ich weiß es, doch es ist mir egal. Das muss es auch sein, denn sonst wäre es nicht vollkommen.
Ich trinke mein Bier, es prickelt, ich habe morgen keine Schule, nichts, was mich aufhält, keine Verpflichtungen, die meinen Kater verhindern, ganz im Gegenteil, nun beginnt die Zeit, in der der Rausch Realität sein muss, um zu wissen, was ihn ausmacht.
Mit einer unglaublichen Hochstimmung bin ich am Montag aus der Schule gegangen. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Die Prüfung war sehr in Ordnung, mein Gefühl war gut, nun sollte es ans Feiern gehen. Als erstes den Sekt, dann das Bier, zwischendurch nochmal die Noten abholen, Erleichterung, weitertrinken, nochmehr Alkohol kaufen, Freude spüren, lachen. Keine Sekunde, kein Moment war verkehrt, und dies stundenlang, bis in die Nacht hinein. Nichts zu sehen von herannahendem Fall nach Ende der Schulzeit, von Ahnungslosigkeit, was zu tun ist mit der neu gewonnenen Freizeit. Bis jetzt natürlich, aber auch die folgenden Tage lassen solche Gedanken nicht zu. Und warum auch? Viel zu kurz ist die Zeit, deswegen lieber genießen, anstatt zu verpassen.
Nun muss es nur noch wieder richtig Sommer werden, das Eis muss den Sangria kühlen, jemand muss das EM-Revolverheld-Lied vernichten, natürlich muss der Weltfriede her und die Socken müssen gewaschen werden. Dann ist wirklich alles gut. Aber auch sonst ist's okay.
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