Was geht da vor sich?

16.8.08:

Keine Ahnung, was mit mir los ist. Irgendwie will es in den letzten Tagen nicht so recht funken, und das, obwohl ich mich oft genug ansporne. Keine Muße, alles Müll, um es kurz zu halten. Gute Gedanken sind da, doch verfliegen viel zu schnell. Habe ich es verlernt, das Ransetzen und einfach Machen, irgendwas kommt am Ende schon heraus? Ich weiß es nicht, wahrscheinlich muss ich mich zunächst akklimatisieren und danach das Potential, dass die veränderte Situation mit sich bringt, ausschöpfen. Momentan tut mir nur der Finger weh, dummes Missgeschick, aber ich werde nicht aufgeben.

Ganz allmählich kommt es wieder, vermute ich, zumindest fühlt es sich so an. Sehr gut, weiter so, versuchen wir es einfach mal. Ich bin Marten Lorenzen, geboren am 9.7.1988 in Schleswig, im Martin-Luther-Krankenhaus, das neuerdings „Schlei-Klinik" heißt, beschissener Name, diese Wichser. Wohnhaft in Hamburg, erst seit ein paar Wochen, was der Hauptgrund dafür ist, warum ich nur noch selten an die Welt da draußen gedacht habe, was nun aber vorbei ist, weil ich angekommen bin. Heute spüre ich es ganz deutlich. Oh Mann, ist es ein tolles Gefühl, wenn die Kraft wieder in den Adern fließt, trotz Schmerzen im Rücken. Der Alltag fasst mich, packt mich, enormes Potential, wie ich schon sagte.

Olympia im Fernsehen. Ich wollte es so gerne Boykottieren, Ignorieren, ich bin grandios gescheitert, habe es exakt eine Woche ausgehalten, irgendwann kriegen sie dich, die Rede ist von den Medien, die Stimmen im Land, das Gerede. Du kannst ihm nicht entkommen, oder besser, hoffentlich kannst du ihm entkommen, ich konnte es nicht....China ist schon böse. Aber wem erzähl ich das.

Kurze Pause, irgendwas stimmt hier nicht. Zu früh? Zu spät? Es war der schnellstmögliche Zeitpunkt. Nein, er ist richtig, ich weiß es, ich weiß ja nicht viel, aber das weiß ich. Danke für den Support an dieser Stelle, auch wenn ich nicht sage, wer damit gemeint ist. Jetzt ist wieder Euphorie angesagt, es ist ein Kommen und Gehen, wie lange es wohl hält? Genießen wir es, nutzen wir es. Es geht doch wieder viel zu schnell vorbei, wie immer.

Wie es sonst geht? Ganz normal, wie ich halt bin, zu Freudensprüngen komme ich recht selten, schade eigentlich, vielleicht bräuchte ich sowas öfter. Auch die Dramatik bleibt aus, die Probleme, es ist nichts Packendes geschehen, dass sich lohne würde, zu berichten. Ihr müsst euch weiter langweilen.

Drüben gingen gerade die Lichter an, nicht zum letzten Mal, wie ich hoffe. Es wird Abend, es wird Morgen, vertreibt den Kummer, vertreibt die Sorgen. Sorry. Spontanlyrik. Dämliche Angewohnheit. Zurück zum Thema und damit zu den alles entscheidenden Fragen, die zu beantworten eure und meine nächste Aufgabe wird: Warum zur Hölle brennt da jeden Abend Licht, obwohl niemand mehr arbeitet? Was geht in diesem Haus vor? Wer sind diese Freaks?

Ich bin Marten Lorenzen, Guten Abend.

 
Current mood:Neu, neu, neu. Oder zumindest anders.

Nachtgedanken

So, Nacht. Das heißt, es ist ein paar Stunden später als gerade eben. Viele Menschen schlafen jetzt, viele andere schlafen nicht, so wie ich. Ich möchte ein bisschen darüber nachdenken, welchen Tätigkeiten sie jetzt wohl gerade nachgehen. Ich kann mir zum Beispiel gut vorstellen, dass viele von ihnen gerade mit anderen Menschen schlafen, also per Definition Sex haben. Andere wiederum fahren gerade in der U-Bahn zur Arbeit oder kommen von dieser, oder arbeiten ganz schlicht und ergreifend. Haben sie dabei ein Lächeln im Gesicht oder ist ihr Ausdruck eher gelangweilt?

Nicht zuletzt sterben in dieser Nacht wieder sehr viele Leute. Noch kein Grund in irgendeiner Form besorgt zu sein, das ist schließlich normal, zumindest manchmal. Haben sie ein schönes Leben hinter sich? Haben die vielen Schlafenden noch ein weiterbringendes Leben vor sich? Man will es hoffen, aber letztendlich ist das Ansichtssache. Ihre Sache. Ich kann nur für Voraussetzungen sorgen, wenn überhaupt.

In wievielen Haushalten in Deutschland jetzt noch das Licht brennt? Und die viel wichtigere Frage: Wieviele Lampen von ihnen sind Energiesparlampen? Aber verstricken wir uns nicht wieder in Anklagen, sondern bleiben wir auf der Sonnenseite, die sich momentan wohl vom brasilianischen Regenwald über den Atlantik bis nach Australien und China erstreckt (Zeit:00:19). Auf Hawaii dürfte es in diesen Augenblicken ziemlich heiß sein, es sei denn, es regnet, dann ist es eher naß, schlecht für die Badegäste, gut für die Natur, denn Regen wird immer rarer, wie allerorten zu hören ist.

Ich kann mir nicht helfen, ich kann Heute keinen romantischen Blick mehr aufnehmen. Dies wird heutzutage allerdings generell schwieriger, denn wie soll man noch romantisch sein in Zeiten von 24-Stunden Einkaufsmöglichkeiten und 430 km/h schnellen Magnetschwebebahnen? Findet ihr das schön, bei halsbrecherischer Geschwindigkeit bei Amazon Bücher einzukaufen? Ist doch höchstens praktisch, wo bleibt die Sorgfalt, das Faible für den richtigen, den echten Einkauf? Ich wünsche mir ein wenig Entschleunigung, sodass ebendieser Einkauf wieder zum Erlebnis wird, nicht zum Leid. Dass hierfür entweder ein längerer Tag oder ein anderes Leben nötig wird, ist mir durchaus bewusst. Man wird jawohl mal träumen dürfen.

 

Abtropfen, entnehmen und zubereiten.

Gleich wird es klingeln, ich bin mir sicher. Gleich klingelt es, ich nehme ab und frage: „Hallo?". Dann wird man mir antworten, der Gegenüber wird sich mir vorstellen und wir werden ein Gespräch führen, wie noch ein Gespräch am Telefon geführt worden ist! Weggewischt sind die Rekorde der Vergangenheit, jetzt zählt nur noch mein Symbol.

Oftmals stelle ich mir Derartiges vor, wenn ich mir meine Medizin in den Arsch stopfe. Besser ist es noch nie geworden, es zögert nur den Moment der Offenbarung hinaus, den Moment, indem es nicht mehr reicht, indem mehr zu wollen die Trendwende ist. Heilung zum Beispiel!

Sitzend bewege ich mich auf der Stelle, stampfe den Beat einer Generation, Beatgeneration, ach währt ihr doch wieder da. Vielleich steht, sitzt, liegt sie direkt vor mir, zum Greifen nah, braucht nur noch ein Strecken, ein Recken, danach, um sie zu holen. Schön wärs. Während ich hier sitze sterben Menschen, klar, diesen Spruch hört man sehr oft und noch öfter ist er wahr, doch Bemerkung schenkt man ihm schon lange nicht mehr. Ich laß gestern in einer Abizeitung, in der eine Person, um sich der Aufmerksamkeit der Anderen gewiß zu sein, zunächst schriftlich das Wort „Penis" in den Raum wirft. Nicht sehr taktvoll, doch in diesem Etablissment sicherlich gewinnbringend, skandalös eventuell, doch wie man weiß bringen Skandale die meiste Aufmerksamkeit. Was also ist NICHT skandalös am Mord eines Menschen? Nur weil er alltäglich ist macht es ihn noch nicht weniger bedeutend, nein, sogar wesentlich bedeutender als alles andere, nicht vergleichbar mit sogenannten Boulevard-Skandalen. Und dennoch ist er aus dem Blickwinkel der Menschen verschwunden. Sie kümmern sich nicht darum, nur um sich selbst und finden das auch noch gut. Ist das erstrebenswert? Wohl kaum. Woran es allerdings liegen mag, dass Tote jede Publicity verloren haben, weiß niemand.

Viele sagen, das sie nichts ändern können. Das mag stimmen, allerdings ist dies kein Argument, nichts zu tun. Ich sage ja auch nicht zu mir, duschen macht mich nicht sauberer, weil ich eh wieder dreckig werde, sondern ich sage zu mir: „Duschen macht mich kurze Zeit sauber, wenn ich wieder schmutzig bin, dusche ich erneut. So sollte man es machen. Wenn wieder Menschen sterben, muss man wieder etwas tun, auch wenn es sich langfristig nicht ändert, dass Menschen sterben. Liege ich hier richtig oder was?! Auf Antwort wird gebeten, Gott, der du nicht existierst.

Gestern war ich joggen, mal was für meine Gesundheit tun. Da ich es auf dem Land getan habe, de facto mir wenig Menschen begegnen, blieb mir der leidvolle Anblick der joggenden Meute in der Stadt verwehrt, wie sie mit ihren Ipods, auf Profi-Jogger getrimmt, daherhecheln, schwitzend, sabbernd, wie geifernde Freier auf dem Straßenstrich, wenn sie vom Angebot überfordert sind. Ich hasse diese Abkehr von der urtümlichen Joggingmoral, dieses Eins sein mit der Natur, diese Grüppchenbildung, dieses Aufmachen einer eigenen Klasse des Joggings. Wie eine verschworene Gemeinschaft sahen sie aus, die stolzen Athleten. Heutzutage lieben sie ihren Individualismus so sehr, dass sie am liebsten mit sich selbst schlafen würden, doch da dies nicht so viel Spaß macht, gehen sie eben alleine joggen, abgegrenzt von der Außenwelt, der sie wiederum einen Scheiß bedeuten und so weiter und so fort.

Durch die Individualisierung des Menschen sind so viele ursprünglichen Gemeinschaftsinstinkte im Dreck verkommen, dass die Vorteile den Verlust schon lange nicht mehr aufwiegen können. Egoismus macht sie überall breit, wo der Einzelne die Gemeinschaft verlässt, man sieht es beim Steuerbetrug, man sieht es im Kegelverein, man sieht es bei der Arbeit. Hauptsache, frei und unabhängig zu sein, nach mir die Sinnflut. Jeder hat seine Welt, Verantworung wird weggeschoben und am Ende der Tabelle stehen die, die keine andere Wahl haben beziehnungsweise Menschen, die dem Zeitgeist hinterherhinken in ihrer „Wir sind alle Gleich"-Idylle. Wahrscheinlich gehöre ich auch dazu, wahrscheinlich bin ich von vorgestern, wahrscheinlich sollte ich nach dem Turbo-Abi einen Turbo-Job anfangen und somit eine Turbo-Karriere beginnen, die später zu einem Turbo-Leben mit einem Turbo-Tod führt. Was würde ich glücklich werden, ich kann mir diese Perspektive verdammt gut ausmalen, ja förmlich mahle ich sie mir aus, und zwar aus dem Schädel. Müßiggang ist des Menschen verderben, na das wollen wir doch mal sehen! Abgrund, ich komme, aber wenigstens sehe ich in diesem Untergang noch einen Sinn, die Karrierefutzis werden schon bald keinen mehr haben. Wenn sie tot sind.

Allerdings kann selbst ich mich Egokacke (nicht zu verwechseln mit der Esokacke, dazu ein anderes Mal) nicht gänzlich entziehen, natürlich nicht, ich bin ja auch nur ein Mensch. Mit leckerem Essen, mit Bücher lesen, mit Musik, die beim Joggen aus meinen Kopfhörern dringt, ich bin ein alberner Wicht, ziehe andere in den Dreck und hab es selber am stecken, oder auch einfach meiner Tagesplanung, die ich allem anderen unterstelle. Nach mir die Sinnflut, wie gesagt. Ein Mittelding ist alles, was nötig ist, sagte ich auch schon einmal an anderer Stelle.

So heißt es jetzt, sich hochschwingen aus der tiefsitzenden Verkrustung befreien, atmen, spüren, können, Energie. And love is all you need. Wer dies bedenkt, kann weiterkommen, da bin ich mir sicher, der wird alsbald den Hörer abnehmen, der Beat wird wieder pochen, ich werde in stampfen, atmen, fühlen und verbreiten, denn das ist meine Aufgabe, mein Ziel, dem alles andere unterzuordnen ist.

 

Deckel öffnen.

Couldn't help but make me feel ashamed to live in a land
Where justice is a game.

So klang es noch aus meinen Ohren.

An innocent man in a living hell.

So fühlte ich mich tief in mir.

Nelson Mandela hat vor ein paar Tagen seinen neunzigsten Geburtstag gefeiert. 45000 Menschen im Hyde Park und weitere Millionen Menschen an den Fernsehgeräten feierten mit. Es ist ein Geburtstag für die Freiheit auf der Welt, eine Säule gegen das immer schwerer zu tragenden Gerüst der Unterdrückung, der Bedrohung, der Hölle auf Erden.

In Zeiten von Fussball-Euphorie ist es ja schon lange bekannt, dass wirklich wichtige Themen in der Hintergrund rücken, zu Ungunsten all jener, die nicht die Möglichkeit haben, euphorisch zu sein. Da werden Reformen im Innenland vertagt, da werden den ganzen Tag Nachrichten gebracht, die einzig und allein der Belustigung und der Ablenkung dienen.

Und obwohl man dies weiß, naja, vielleicht weiß man es ja auch nicht, konnte sich kaum jemand diesen Momenten, diesen Tagen entziehen, fieberte nicht mit der Mannschaft, mit der Nation, mit, entfährt einem die pure Enttäuschung nach bitterem Finalende. Schon wenig später sagt man sich freilich, wen kümmert sowas, ist nicht wichtig, das Leben geht weiter und so fort. Doch haben trotzdem viel zu viele, inklusive der Kanzlerin, das Augenmerk für, wenn auch subjektiv gesprochen, wichtigere Dinge verloren. Dies ist natürlich nicht nur in Zeiten der EM so, es passiert tagtäglich und wir alle sind Opfer unseres unvollkommenen Verstandes, der nicht gesegnet ist mit der Gabe, an mehreren Gedanken gleichzeitig teilzuhaben und an mehreren Orten gleichzeitig zu sein.

So unterbrach ich dieses Geschwafel just, nur um ein paar Happen Reis in mich zu schlingen, und für ein paar Momente war ich fern dieser Welt und nur noch in meinem eigenen Kosmos befangen.

Nur gut, dass es sich lohnt, sich aus eben jenem Kosmos zu lösen und über den Tellerrand hinaus zublicken, wo einen nicht nur das Unheil, sondern ebenso weiteres Bereicherndes empfängt.

Put in a prison cell, but one time he could-a been
The champion of the world.

 

Outside the Classroom

Vor mir liegen die weiten Weiten der Prärie, die unendliche Aussicht, der niemals nahe Regenbogen, der Horizont.

Hinter mir liegt das Nichts, ich bin ein Aussätziger, aber ich habe es geschafft, das Nichts zu überwinden, wodurch ich zu Etwas wurde. Darauf bin ich stolz.

Nur noch ein paar Schritte und die Freiheit erreicht ihren Höhepunkt. Ich weiß, dass ich sie nicht für immer besitze, ich weiß, dass sie schneller vorbei ist, als mir lieb ist, ich weiß es, doch es ist mir egal. Das muss es auch sein, denn sonst wäre es nicht vollkommen.

Ich trinke mein Bier, es prickelt, ich habe morgen keine Schule, nichts, was mich aufhält, keine Verpflichtungen, die meinen Kater verhindern, ganz im Gegenteil, nun beginnt die Zeit, in der der Rausch Realität sein muss, um zu wissen, was ihn ausmacht.

Mit einer unglaublichen Hochstimmung bin ich am Montag aus der Schule gegangen. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Die Prüfung war sehr in Ordnung, mein Gefühl war gut, nun sollte es ans Feiern gehen. Als erstes den Sekt, dann das Bier, zwischendurch nochmal die Noten abholen, Erleichterung, weitertrinken, nochmehr Alkohol kaufen, Freude spüren, lachen. Keine Sekunde, kein Moment war verkehrt, und dies stundenlang, bis in die Nacht hinein. Nichts zu sehen von herannahendem Fall nach Ende der Schulzeit, von Ahnungslosigkeit, was zu tun ist mit der neu gewonnenen Freizeit. Bis jetzt natürlich, aber auch die folgenden Tage lassen solche Gedanken nicht zu. Und warum auch? Viel zu kurz ist die Zeit, deswegen lieber genießen, anstatt zu verpassen.

Nun muss es nur noch wieder richtig Sommer werden, das Eis muss den Sangria kühlen, jemand muss das EM-Revolverheld-Lied vernichten, natürlich muss der Weltfriede her und die Socken müssen gewaschen werden. Dann ist wirklich alles gut. Aber auch sonst ist's okay.

 

Aufkommende Nervosität

Oh Man, schreckliche Nacht.

Wenn du alle 5 Minuten aus dem Schlaf hochschreckst, den gerade erlebten Traum noch im Gedächtnis, dann ist das nicht gerade wunderschön. Wenn du allerdings alle 5 Minuten aus dem Schlaf hochschreckst, den immer gleichbleibenden Traum noch im Gedächtnis, dann ist das kaum zum Aushalten. Ein wahres Wunder, dass es insgesamt 8 Stunden Schlaf wurden. 8 Stunden voller Angstträume, in denen ich Matheformeln paukte, zur Prüfung ging, wieder lernte, erkannte, dass ich nicht genug könne, mit einer mir fremden Mathelehrerin sprach, in denen einfach alles um das eine Thema kreiste, die kommende mündliche Prüfung. Ausgeruht ist was anderes.

Ich hätte nie gedacht, dass ein solcher Event mir derart aufs Zahnfleisch fühlt, dass ich förmlich auf ihm zu gehen habe, dem Zahnfleisch. Dabei ist mir tagsüber kein Stress anzumerken, weder nach Außen, noch innerlich, eigentlich bin ich ganz entspannt. Wahrscheinlich will sich mein Körper seine Nervosität nicht anmerken lassen, und um trotzdem ein Ventil zu haben, verpackt er sie in Traumgestalt, was wiederum zur Folge hat, dass die Nervosität sich auf den ganzen Tag verbreitet.

Am Ende stehe ich, der ich mit Anspannung auf den nächstgelegenen Montag blicke, der sich immer und immer wieder das Erlernte ins Gedächtnis holt, der die nächsten 2 Tage verflucht, denn sie sind geprägt von dieser Anspannung, der bei jeder sich ergebenen Frage bezüglich des Stoffs in blanke Verzweiflung gerät.

Ganz ruhig Marten, entspann dich. Es sind nur 4 Punkte bis zum Ziel, 8 Punkte bis zum Sieg, 12 Punkte bis zum Titel. Und wenn alles versagt, gewinnen wenigstens die Deutschen gegen Österreich, du wirst es erleben, soviel Übel hat der liebe Gott nichteinmal für dich vorgesehen.

 

Was is? Nichts. Na los sag! Is nichts.

 War heute irgendwie scheiße drauf.

Konnte meinen Stil nicht mehr wiederfinden, musste ihn irgendwo zwischen Koldenbüttel und Friedrichsfelde verlegt haben. Man war das Scheiße, stundenlanges Rumgesuche, aber keine Spur von ihm!

Manchmal denke ich schon, ich hätte gar keinen Stil. Natürlich rede ich von Schreibstil, nicht von solch billigen Attitüden wie Modebewusstsein oder Ausstrahlung, ich spreche von einem wirklich wichtigen Wert. Ohne ihn bin ich nichts, kann nicht weiterschreiben würde mitten im Satz.

Da ist er ja! Ein Glück, hatte sich wohl nur versteckt und war mir die ganze Zeit gefolgt, so ein Gauner. Wäre ja auch nicht auszudenken gewesen, noch ein Grund weniger auf der Welt zu sein, Existenz zu heucheln, Leben zu vergeuden.

Zurück zum Thema, mir konnte noch nicht einmal der Jägermeister helfen, und dabei wusste ich gar nicht recht, was los war, kam aus heiterem Himmel, ich konnte gar nichts machen. Manche Leute sagen, das gibt sich mit der Zeit und in den meisten Fällen tut es das sicherlich auch, wie sie sehen auch in meinem, schließlich strahle ich ja wieder, zumindest im übertragenem Sinne, aber ich war mir ziemlich sicher, dass ich nie wieder aus dem Tief herauskommen würde.

Neben mir läuft der Fernseher, nun ja, was soll ich sagen, so ganz der Alte bin ich doch noch nicht. Er ist auf stumm geschaltet, ich weiß nicht, was gerade läuft, ich schaue nicht hin, schweife ab, widme mich wichtigeren Dingen, leider hab ich keine Ahnung, was das für Dinge sind. Stehe neben mir, ist ein gewohntes Bild, diese Leere, zuviel wurde gesagt und zugleich zuwenig, das macht mich kaputt. Na, wovon rede ich?

Ich hoffe, die nächsten Tage bringen mehr Licht ins Dunkel, obwohl ich das wie immer bezweifle und die Hoffnung zu wagen scheue, denn bis dato wurde ich stets enttäuscht. Nichts desto trotz, und das sage ich jetzt nicht, nur weil ich es schon immer mal sagen wollte, bin ich froh, schon so viel erreicht und noch so viel vor mir zu haben. Nicht wertend, sachlich, kompetent.

Eins noch:

Mein Leben ist so leer,

ich wünscht ich wär ein Bär,

mein Leben ist so fad und grau,

ich wünscht ich wär ne Sau.

Genug der schlechten Wünsche,

hilft ja doch nichts.

 

Verschwendete Minuten.

Aufgenommen zwischen 11 und 12 Uhr morgens am 11.06.2008:

„...Szenen, das EM-Qualifikationsspiel Türkei gegen die Schweiz endet in einer heftigen Massenkeilerei. Die Schande...Du machst mich total verrückt, weißt du das? Du bist wirklich einzigartig. Ja, ich weiß...Ich meine es ist mein Flugzeug...Vergehen, ich hab keine Ahnung was er wollte, jedenfalls hat sie sich wehren wolln und dann sind die beiden zu Boden gefallen...Das kann man von dem 6-jährigen Tim nicht unbedingt behaupten, Fahrrad fahren kann er, nur das Bremsen klappt noch nicht so...Da Isi sich stündlich...Ich weiß wie man Sitz macht, ich weiß wie man Stöckchen holt, aber ich weiß nicht, wie ich hier gelandet bin. Mit der Aktion „Liebevolles Zuhause"...Sommer: die bunte Zeit der Schmetterlinge...dagegen an der Ostküste, in New York, schwitzen die Menschen bei 37° im Schatten, ein Naturschauspiel gab es an der Küste Floridas zu bewundern, durch den kräftigen Sturm bildete sich ein meterhohe Wasserhose. Die Astronauten der US...Ich begrüße sie, liebe Zuschauer, zu einer weiteren Ausgabe unseres Sozialmagazins...Emre oder auch Endias können beide exzellente Freistöße schießen... Schauen sie sich das hier an, auch fantastisch, diese Farben zum Beispiel, wenns geht, meine Damen, besorgen sie die Steinkette und insgesamt 2 von den Anhängern, dass sie 4 Anhänger insgesamt haben, diese Kombination zum Beispiel ist die eine Möglichkeit...Frank als SMS an 5 mal die 3. Die Top 18 deiner Lieblingsspiele im Redabo. Für Monoploy heute sende k11, für Minesweeper, Free Cell und Solitär sende k12... Schwule Mädchen Sondereinheit, schwule Mädchen Kampfeinsatz, schwule Mädchen an jeder Ecke, schwule Mädchen in deiner Stadt. Schwuuule Mädchen! Wir sind schwuuule Mädchen!...Heute...Für Lovelovelove sende M10...Auf ins Reich des wilden Kaisers! Melodien...Freitag, 20 Uhr fünfzehn im ZDF... Das hätte auch nichts mehr genützt, denn da war alles schon passiert. Es war alles passiert?...Erstmals, die Familie, wirklich zueinander finden kann...Wenn sie nicht zu meinem Bankett kommen wollen, dann gut, aber halten sie mich nicht zum Narren, Doug. Äh Mister Pisken, wissen sie was, Hallo! Ich muss gar nicht so dringend auf diese Hochzeit, es ist ja nur ne Halb-Schwester. Also, wir zwei sehn uns dann beim Bankett. Alles klar. Gut!...Mach schon Homer, oder traust du dich etwa nicht?! Uähh... Aktuell haben, denn wie wir sicherlich...Streit um Poldi. Ein polnischer Politiker fordert die Aberkennung der polnischen Staatsbürgerschaft des Spielers. „Wer Tore gegen Polen schießt, darf kein Pole mehr sein." Spanien im Glück, gelungener Auftakt, gutgelaunte Fans und nach dem 4 zu 1 gegen Russland hoffen die Spanier nun endlich einen Titel zu gewinnen. Außerdem Bush bei Merkel, der US-Präsident fühlt sich offensichtlich wohl im ländlichen Brandenburg. Aber zunächst diese Frage: Sind die Polen so schlechte Verlierer? Nach der Niederlage gegen Deutschland fordert...Eiskalt abserviert, aber jetzt...Stimmts Eric? Ja Eric, Eric und ich lassen dich da sitzen... Gleich nach unserem...Verbrechen des Josef Fritzl an seiner Tochter weltweit Thema. Inzwischen ist das Älteste in Inzest und Kellergefangenschaft gezeugte Kind aus dem Koma aufgewacht...Irak, die Klimapolitik, bishin zu Lebensmittelfragen, aber wirklich bedeutsam politisch wird dieses Treffen nicht eingestuft... Für Corinna der wichtigste Beistand, denn sie weiß, dass sie als Reiterin mit vielen Sportarten Probleme haben wird. Turnen und Leichtathletik, davor hat sie Angst, Doch mit ihrem...Und da liegt der Nährboden für die Verbreitung von Chlamydien. Ein Teufelskreis. Doch was für AIDS gilt, gilt auch für Chlamydien. Kondome lindern deutlich das Ansteckungsrisiko, sie sind äußerst strapazier...20000 Messebesucher. Besonders gut war auch die Podiumsdiskussion zum Thema „Arme Alte, reiche Alte" doch auch hier beherrschte die Aussage Roman Herzogs die Diskussion...Wenn Rehagel gedurft hätte, hätte er wohl am Liebsten das eigene Tor zugemauert. Geholfen hats am Ende nichts, wer in der zweiten Halbzeit nicht eingeschlafen ist, konnte die Schweden doch noch 2 zu 0 gewinnen und jubeln sie, gejubelt haben auch die Spanier...können sie in der Zeit nicht mehr erreichen. Kate gibt alles und kümmert sich um den Rahmen und den Mittelrumpf, Quinn und Jason arbeiten an den Auslegern, während Ted an der Antriebsel herumdoktort...Where the Party...Null eins drei sieben neun acht acht eins vier vier vier, das ist die Telefonnummer aus Deutschland und aus Österreich und aus der Schweiz null neun null eins null sieben null neun acht..."

Und ich wollte einen ganzen Tag dokumentieren! Jetzt sind es nur 5 Minuten geworden, aber schlimm genug. Bei einem Tag wäre ich wohl verrückt geworden. Die Erkenntnis ist nicht neu, doch kann man nicht oft genug beweisen, wie bescheuert Fernsehen sein kann.

 

Tägliche Gebrechen

Ungenügender Schlaf, viel zu oft hochgeschreckt, nervende Träume. Aufgestanden, keinen fitten Eindruck gemacht, aber aufgestanden, die Nase war zu dem Zeitpunkt schon dicht, da können sich chinesische Staudämme eine Scheibe von Abschneiden. Vom Hungergefühl gelenkt, auf in die Küche, nach Essen suchen, Mutter gefunden, die gesprächsbereit ist, was man von mir nich sagen kann. Also Gespräch, danach Nudeln, zum Frühstück, nagut, was solls, ist ja auch schon halb eins. Moment? Etwas vergessen? Ja. Meine Buchauswahl lief nicht ganz nach meinen Erwartungen, kam doch glatt das falsche Buch heraus, aber davon will man sich den Tag ja nicht vermiesen lassen, oder?

Zwischendurch: Aufatmen, denn ich lebe noch.

Nach dem Essen, ein wenig Entspannung, aber nicht zuviel, denn Mathe wartet. Die Formeln sind einmal mehr Fremdkörper, Frust kommt hoch, sinkt wieder hinab in die Magengegend, bis ich ihn auskotze, aufhöre. Die ganze Zeit über laufende Nase, tränenreiche Augen, voller Pollen. Apropos Augen, fühlen sich nicht gut an, sind am Schmerzen, wenn ich aufstehe, aufs Klo gehe, sie zu schnell in ihrer Höhle bewege, wenn ich auf Bildschirme starre. Verklärt mir die Sicht.

Draußen: Trübe, windig. Nichts mehr da von Summerfeeling, keine schreienden Kinder im Schwimmbad, kein Schweiß auf der Stirn. Aber ganz ehrlich, vermisst du das? Staubtrocken ist doch schon alles und der Klimawandel ist Schuld, immer wieder Klimawandel, ist an allem Schuld. Auch an Langeweile.

Kopf tut ein wenig weh, Fußball ist zuende, natürlich haben die Falschen gewonnen. Herzschmerz. Ungewollte Müdigkeit, ohne bekannte Herkunft, illegaler Einwanderer, Ausländer raus, Inländer: Ab in den Süden! ...Schwierige Fragen vertag ich gern auf morgen und hoffe zugleich, dass morgen einem besseren Start ein besseres Ende folgt, wohlwissend, dass dies ganz und gar unmöglich ist. Der ganz normale Wahnsinn hat als prägnantestes Merkmal die Normalität und mit der hat ein jeder gefälligst klarzukommen. Und überhaupt: Ist doch alles halb so wild!

 
Currently playing:Netzer & Delling

Das war's dann wohl.

Nur noch Noten, Prüfung, Feierei.

Und jetzt?

 
Currently playing:Placebo - Song to say Goodbye
Current mood:Bin ich mir noch nicht drüber im klaren-"mood"


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