Nach.gedacht

„ … Er fuhr fort wie jemand, der ein neues Land sucht, müde des alten, zweifellos begierig, seinen eigenen Glücksschrei zu hören, aber was er wirklich suchte, war sein neues Land, nicht ein unbekanntes, sondern ein bekanntes, nicht eines, das andere, sonders eines, das er selber gebaut hatte, und zwar in seinem Kopf. Er fand dieses Land nicht. Es liegt anscheinend nicht auf diesem Planeten.

Er fuhr allzu unvorbereitet. Aber er fuhr nicht unberührt. Er brachte nicht nur den Staub mit an seinen Schuhen. Er ist nun enttäuscht, nicht nur darüber, dass dies nicht sein Land ist. Er nimmt es dem Land übel. Man muss das verstehen: Er war nicht in der Lage, nach seiner Reise zu sagen: Dieses Land ist so und so, seine Menschen tun das und das, ich verstehe es nicht ganz. Er erwartete ein Urteil von sich, er stand selber in der Schar derer, die auf ihn blickten. Er hatte wohl von Anfang an nicht vor, mitzuteilen, wie dieses Land ist, sondern wie er ist …“

[Bert Brecht]

 

Die Kulturell Kreativen

Eine Gesellschaftsschicht, von der ich zu hören bekam, die mein Interesse weckte, und über die ich mich seither genauer informiere. 

Ich versuche mich nicht irgendwo einzuordnen. Mit einigem kann ich mich durchaus identifizieren (ja, mit manchen Aspekten sogar 100 %), mit anderem jedoch weniger. 

Wir sind alle einzigartig. we are all unique. solange wir unseren eigenen Kopf benutzen und nach unseren eigenen Überzeugungen handeln und uns nicht einer Institution unterwerfen. um welche Institution es sich auch immer handelt ... kritisch analysierend, man muss sich umschauen, sachen in frage stellen, mit denen man aufgewachsen ist. 

 

Die Ergebnisse einer repräsentativen amerikanischen Studie legen nahe, dass derzeit eine neue Bevölkerungsschicht entsteht, die jenseits von Traditionalismus und Modernismus nach neuen Wegen sucht. Der Soziologe Paul H. Ray nennt sie die "Kulturell Kreativen". Seinen Untersuchungen zufolge machen sie erstaunliche 24 Prozent der amerikanischen Gesellschaft aus. In Europa dürfte die Zahl der Kulturell Kreativen sogar deutlich höher liegen.

Ihre Haltung ist gekennzeichnet durch Interesse an (auch spiritueller) Selbstverwirklichung, Wertschätzung von Beziehungen und ökologischer Lebensweise, engagierter Anteilnahme an der Welt. Weitere Merkmale sind Offenheit für fremde Kulturen und neue Ideen sowie für die Transformation der Geschlechterrollen. Aufschlussreich ist auch, was die Kulturell Kreativen ablehnen: Die Intoleranz der religiösen Rechten, den gedankenlosen Hedonismus der kommerziellen Medien und die skrupellose Umweltzerstörung im Namen des Big Business.

 

Und weil ich die Internetseite durchaus lesenswert finde, habe ich gleich hier eine neue Linkliste angelegt (welche übrigens ständig erweitert werden soll).

 

 

 

 

 

Ich bin bei dir.

i like to be with you.

                                        je suis bien avec toi.

                                   me gusta estar contigo.

sono volentieri con te.

 

 

 

 

Bring on the wonder.

 

I can't see the stars anymore living here
Let's go to the hills where the outlines are clear

Bring on the wonder
Bring on the song
I pushed you down deep in my soul for too long

I fell through the cracks at the end of our street
Let's go to the beach, get the sand through our feet

[Susan Enan] 

 

 rico_ich.JPG

Ein Abend mit diesem Lied, alleine in seinem Zimmer und die Einsamkeit ist perfekt. Zwei einsame Seelen jedoch finden sich, schmiegen sich aneinander, verstehen obwohl es nichts zu verstehen gibt. Die eine schnurrt während die andere durch das seidige Fell streicht. Hingegen genießt es diese andere die Wärme auf ihrem Bauch zu spüren. Das gegenseitige Atmen zu spüren.

Er sieht mich an, als ob er mir etwas sagen möchte. Er ist da und gibt mir schlicht und einfach das Gefühl, dass es hier noch jemanden gibt, der mich in dieser Umgebung wärmt, die mir so kalt vorkommt.  Er hat etwas Anmutiges in diesem Moment. Etwas Schimmerndes, Geheimnisvolles ... mein kleiner Panther.

Die Klänge von diesem Lied umgeben uns und langsam ist er dabei einzuschlafen. Ich will ihn nicht stören, denn ich seh ihm beim Träumen so gerne zu. Dann bewegen sich seine Pfoten immer, und seine Nase fängt an zu zucken ... ich werde meine Hand auf seinem Bauch haben, weil ich es so liebe wenn er so sanft atmet. Ich werde mich solange nicht bewegen, bis er aufwacht. ich könnte stundenlang hier noch so sitzen ...  

Es ist unsere Ewigkeit, jetzt und hier. Morgen kann schon alles anders sein. Der Rausch kann vorbei sein, die ausgelöste Bezauberung. oder noch viel mehr könnte vorbei sein. aber das interessiert jetzt nicht ...

 

I don't have the time for a drink from the cup
Let's rest for a while 'til our souls catch us up
 
Currently playing:Susan Enan - Bring On The Wonder
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  • 1 Kommentare(1)
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  • von:marasca

 

die ferien sind hineingebrochen und legen sich nun langsam wie ein schleier über mein bewusstsein. warum freue ich mich nicht? Vielleicht ist es die verdrängte einsicht: es sind deine letzten sommerferien! alles, was ab nun folgt, wird immer das "letzte mal" in deinem (schul-)leben sein. und was fühle ich jetzt in diesem augenblick? entlastung? angst? nein, leere! ich schwebe zwischen zweifel und zuversicht. blicke ich hinter mir, so sehe ich verschwendung des höchsten maßes. die zeit, wie im rausch ging sie vorbei. und blicke ich nach vorne, so kann ich es kaum erwarten, meine träume wahr werden zu lassen. und blicke ich in das jetzt, so ist alles was bleibt: beunruhigung. 

 

das letzte schuljahr. viel passiert. veränderungen! entwicklungen, nicht um mir, aber umso mehr in mir! ein sehr wichtiger mensch wurde letzten sommer aus meinem alltagsleben gerissen, es musste sich nun ohne sie zu recht gefunden werden. aber der horizont wurde erweitert. einflüsse aus der hauptstadt. neue menschen in der stufe wurden ins herz geschlossen. die tiefsinnigen gespräche nahmen zu. gedankenaustausch. so viel gelacht. und so viel geweint. und der umzug: nachdem das gefühl einer zusammenbrechenden welt zunächst tapfer verteidigt wurde, so fing bald wieder an, ein neues feuer in mir zu brennen. die sinnlosigkeit, wenn ich die straßen dieses dorfes durchlaufe, ich sehe ihr ende. noch ist es nicht greifbar, aber die hoffnung es irgendwann zu erreichen trägt meine füße weiter vorwärts. der tag dieser zwangsversetzung war exakt der tag einer neuen begegnung, ein mensch mit wohl einzigartiger bedeutung nun in meinem leben, der etwas in mir beeindruckte: mein weltverständnis. lust zu leben. ja! die augen geöffnet für einen weiteren blick in mich und um mich herum. der abschluss dieses schuljahres war geprägt von einem schmerzenden abschied. loslassen. und dem gefühl des missverstandenseins.

und was sagt mir das nun? ich muss noch viel lernen. sehr viel.

gestern abend war große "letzter-schultag-sauferei" der oberstufe. nun sag mir mal jemand, woher kommt diese ablehnung in mir? warum sehne ich mich im moment nicht nach dem großen party-palmen-sauf-event, sonder einfach nur gemütlichen abenden in einer überschaubaren gruppe, neuen begegnungen, gemeinsame diskussionen über das leben mit all den musikalischen, emotionalen, abenteuerlichen vielfalten und facetten? sah ich um mich, so gingen alle völlig in dieser situation auf. und es war doch auch ganz nett (zu mindest bis zu dem zeitpunkt als alle zu besoffen war und in die schule eingebrochen wurde. fazit: 500 eur schulden für stufenkasse!). alle hatten sich amüsiert, aber ich fand irgendwie nicht hinein. ich habe zwar mitgeredet, hier angestoßen, da ein smalltalk, über witze von besoffenen mitschülern gelacht. aber ich fühlte mich stets außerhalb stehend. immer nur eher als beobachter als als teilnehmerin. und es fällt mir immer schwerer ... immer schwerer. und dann denke ich, hey ich bin 18, wir haben sommerferien, es ist normal dass man noch ein paar mal so zusammen feiert. man sollte es doch ... ja irgendwie genießen. aber es geht nicht. es ist diese sehnsucht, die mich wegzieht. 

 

ich finde hier keine erfüllung.  

 
Über mich
Gib mir deine Hand. Ich lade dich zu einem Kaffee ein. Hier offenbare ich dir den Zugang zu meiner Seele.
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