bis zum Meer

 

 

man möchte alles so festhalten. aber das geht nicht. schöne, und schlechte, momente kommen, und gehen. ihre wirkung, bleibt, fliegt hinterher. hinterlässt einen schweif in unserem leben und legt sich als kleine kühle tropfen auf unsere überhitzte haut nieder.

mit der zeit verdunsten sie. das will ich nicht. 

 

ich hab so viel gespürt. so viel glück, so viel verzweiflung. alles ging so schnell, da war auf einmal die letzte schulwoche, da war auf einmal der Donnerstag und am Freitag gings ab nach Berlin zum Auswahlseminar. Immer der Blick nachvorne. Was war gestern nochmal? Ich habe meinen letzten Schultag nicht miterlebt und habe es nicht bereut.

Denn ich habe eine solche Bereicherung erfahren. ich lebte, und fühlte mich wohl. Besondere Menschen! alles war so voller Besonderer Menschen! Das Funkeln in den Augen, das Lächeln, die Nacht der Talente, die Gitarrenklänge, die Gruppenspiele, die Eindrücke aus anderen Lebenswirklichkeiten. Das Singen am Morgen, die Sprachen. Der Theaterworkshop. Der Schlafentzug, lauernt auf Isomatten. Kaltes Wasser und keine Duschen. Ein kleiner Single-Herd um 80 Leutchen satt zu kriegen. Essen auf dem Boden, mit Fingern, nach bolivianischer Tradition. Teilen. Menschen mit Idealen. Afrikanische Tänze. Becherrythmus.

Und Sonntag nachts, da sind wir zurückgedüst. in den Westen. In den Alltag, sozusagen, und doch kein Alltag mehr. Schon jetzt ist alles im Umbruch, alles anders. Jetzt heißt es Lernen, und keiner kanns, weil einfach zu viele Wellen innerlich geschlagen werden.

Im Zug, Heimweg, eine komische Gruppe. Gitarrenklänge in unseren Ohren. Dem Sonnenuntergang entgegen. Und irgendwie etwas wie Ruhe und Frieden gespürt. "als wenn wir uns schon jahre kennen, und dabei kennen wir uns erst seit drei Tagen". ja, wie wahr. Mit anderen erlebt man etwas Vergleichbares eher selten. aneinandergekuschelt und ausgeruht, und doch kein auge zugemacht. Dreimal fast den Zug verpasst, und auch noch drüber gelacht. Nachts am Bahnhof in den Schlafsack gekuschelt, 1 1/2 std auf den Anschlusszug gewartet. Mundharmonikakenntnisse vertieft. Ausgetauscht.

 

Berlin kann auch warm sein. der Fernsehturm war unser Morgenbote, irgendwie irreal, alles. 

ich habe nun noch mehr Sehnsüchte. Nach dem Meer. Schwedenbilder gesehen. ich würde jetzt so viel dafür geben, aber man kann nicht alles haben. Ich bin dankbar, für diese Zeit. zeitlich gesehen - kurz. menschlich - einmalig.

 

 

VIVA LA VIDA! 

ahora es para siempre - heute ist immer noch [Frida Kahlo]

 

 

 

am  15. April 2009  um  01:24

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Wunderbar! :)
Nimm etwas von dem Lichterglanz und der Kraft mit für dein Abitur, dann ist der Weg ja endlich frei für deine Träume!
Ich wünsch dir was!
Deine Katzi
*
Und übrigens schön, wieder von dir zu hören.. ich hab mir schon fast ein bisschen Sorgen gemacht (:
am  19. April 2009  um  03:32

0Punkt(e) vergeben
Dankeschön für deinen Eintrag, das ist ja soo lieb von dir!
Ich kann das selbe nur zurückgeben.. schön, dass du hier bist! (:
<3*

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Wir alle hinterlassen sie.
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Mit jedem Schritt, den wir gehen, schreiben wir unsere eigene Lebensgeschichte.
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