Bitte geht vorbei.
Das war der schlimmste Heiligeabend meines Lebens. Sie haben mich geschockt, ich dachte zu mindest an diesem einen Abend im Jahr könnte man einmal aufhören, sich zu verletzten, sich anzuschreien, alte Wunden bei anderen und bei sich selbst aufzureißen. aber fehlanzeige. es sind Tränen geflossen und der Abend wurde frühzeitig abgebrochen. Aber sie kann und kann auch einfach nicht aufhören zu provozieren. wie kann man sich nur das leben so schwer machen? es sind solche verdammten Nichtigkeiten, dass ich es so albern finde, sich über sie aufzuregen.
warum?
es hinterlässt narben. nicht dieser abend alleine, aber das Gesamtbild hat nun eine neue Spitze. Es war vielleicht der letzte Heiligabend so zusammen, und ich wünschte mir die ganze zeit ich wäre woanders. "nächstes jahr .. nächstes jahr bin ich nicht hier" versuchte ich mich immer und immer wieder zu beruhigen.
Stundenlang haben sie sich angeschrien. in der zwischenzeit habe ich den gesamten Raclette-tisch aufgeräumt, alles gespült, verpackt und weil mir nichts besseres einfiel, habe ich einfach weiter aufgeräumt. ich weiß nicht, warum ich das gemacht habe. alleine stundenlang das haus aufräumen, an Heiligabend. vielleicht war es eine Art Abblockreaktion. Mein Bruder konnte die ganze Zeit daneben sitzen, ihr unrechtes Gejammer und Geschreie hautnah hören. wie hat er das nur ausgehalten?
"das hier ist keine familie". "ich war auch immer allein, warum soll ich für andere da sein?". "nächstes Jahr zieh ich hier aus". Sachen, die sie vor allem mir an den Kopf geworfen hat (an Heiligabend, das muss man sich immver vergegenwärtigen). und die wunden, die sie damit immer wieder sticht, werden nie wieder verheilen.
ich habe langsam das gefühl, sie mag es gern, Menschen zu verletzen. sie braucht es, um sich beweisen zu können, weil sie sonst innerlich das Gefühl hat, unterzugehen. in dieser Beziehung. in diesem Haus. Vor ihren Kindern.
und ich bin enttäuscht. enttäuscht und ich schäme mich.
Die Sternstunden dieser Tage erlebte ich doch bei meinen Freunden und in seelenumschmeichelnden Worten von meinen Liebsten woanders.
Wobei es auch hier eine Ausnahme gibt, die mir zu tiefst ins Herz gestochen hat. Ich habe mich so bemüht, ich habe eine aufwändige (und meiner meinung nach sehr gelungene) Karte gebastelt, ich habe eine Kleinigkeit beigelegt, über die er sich sicherlich freuen wird. Bestimmt waren sie für seinen Geburstag, und erhalten hat er sie bestimmt noch nicht. aber wenn ich ihm dann via Internet zunächst ein paar Weihnachtsgrüße zukommen lasse und drauf aufmerksam mache, dass er bald einen Umschlag von mir erhält, dann kann man mit etwas wärmeren Worten in der Antwort rechnen als die, die ich erhalten habe. Wieso "unterschreibt" er mit seinem Nachnamen? Wieso nur dieser eine Standartsatz?
Das Internet macht kommunikation doch so schnell und unbeschwert möglcih. warum kann man sich für mich nicht mal 5 minuten Zeit nehmen, und ein paar persönliche Zeilen verfassen? Bin ich das nicht wert? Sicherlich, er ist im Weihnachtsstress, hat bestimmt viele Emails bekommen etc. aber er hätte sich ja zeit nehmen können, erst in ein zwei tagen Antworten ... aber nicht so. das ist verletztens. Er hätte genauso reinschreiben können "nerv mich nicht" oder "keine zeit, kleene" .
Wie viele Enttäuschungen kann ein Herz über Weihnachten verkraften?
Es folgen noch zwei Tage innerhalb den engsten Familienkreisen. Wir werden also sehen ....
Kommentare: 2
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Fühl dich mal ganz(!) lieb umarmt!
Ich hoffe, dass diese Tage schnell für dich vorübergehen. Das ist ja schrecklich, was bei euch zu Hause passiert.
Kopf hoch, du musst da jetzt durch.
Du wirst später bei deinen Kindern alles besser machen..
Miau, ich denk an dich!
Deine Katzi <3
Bei uns waren ja "nur" die Spannungen und die kleinen Streits unter Einzelnen..kein großer Zoff mit Weinen.
Ich hoff, dass der Tag heu für dich nicht auch noch so mies war :-*
Und denk einfach dran - du bist nicht allein *drück*