selten, aber manchmal
Ab und zu fällt ein Wort, fällt ein Stein auf mein Herz. ich werf ihn weg und alle Wege führen abwärts.
Ich lächle und stell mir vor du könntest mich sehen. Meine Freunde fragen wie's geht, ich sag es wird gehn.
und selten, aber manchmal, denke ich noch an dich. selten, aber manchmal, zauber ich dann ein lächeln auf mein gesicht. selten, aber manchmal, lache ich, wenn ich im regen steh. selten, aber meistens, tut das weh.
blick zurück, ich mal mir bunte bilder munter, milder den schmerz, zwing mich vorwärts, nahm jeden weg weg von dir, der sich bot, den stillstand ist tod.
wieder durch den Tag, durch den Takt geeilt. mach irgendwie weiter, obwohl mich irgendwie alles langweilt.
ich singe und stell mir vor ich könnte dich sehen.
nichts auf der welt kann mich dabei stören.
und selten, aber manchmal, habe ich noch deine lieder im ohr. wenn ich selten sage, mache ich mir manchmal wohl was vor. in wirklichkeit bist du für mich genau da wo du immer warst. unerreichbar offenbar.
erinnerung an momente mit dir, kostbar und rar, wie diamanten aus eis. halt sie nicht zu fest in meiner hand. denn ich weiß ... sie zerschmelzen zu tränen wenn die kälte mir fehlt. ich hätte nie gedacht, unsere tage seien gezählt.
Wie hätt ich dich halten können? was hätt ich dir sagen sollen?
wenn ich dich jetzt treffe, was würd ich dich fragen wollen?
Selten, aber manchmal fällt mir da was ein. Selten, aber manchmal fühl ich mich utner 1000 Menschen allein. Selten, aber manchmal, will ich schreien aber lass mich nicht.
Du bist weg, aber dafür hasse ich dich
noch lange nicht.
[Dota Kehr - selten, aber manchmal]
Es passt so gut. so schmerzlich unheimlich gut. jedes wort.
und ich hätte dir rosen gekauft, ich hätte kerzen aufgestellt, ich hätte uns eine goldene kutsche gemietet, dich zum essen ausgeführt und mit dich zum tanz gebeten.
und du hast mich getreten, mit füßen.
und jetzt sitze ich hier alleine, enttäuscht von dir und noch mehr von mir. blutend. schweren herzens. weinend. eiskalt allein. sinnlos.
zwei fronten
i had a dream. where did he went? i had the dream i could fly away from my history that i wrote on my skin.
was is bloß los. wieso fangen diese melancholischen lieder wieder an, mir aus der seele zu sprechen.
im moment zweifel ich an Grundlegendem. Ich zweifel daran, mein Leben leben zu können. Ich weiß nicht was ich will, das ist wohl das größte Übel. Mir steht so viel offen, in der ersten sekunde bin ich total begeistert, in der nächsten gleich niedergeschlagen.
Alles, was ich im moment will, ist ihn in den armen zu halten, seine wärme zu spüren und mich vor jeder gefahr zu verstecken. ich möchte einfach mit ihm in einem warmen bett liegen, den regen gegen das fenster schlagen hören und die welt vergessen. die probleme der welt vergessen, die ganzen missstände, die sorgen und probleme meines kleinen lebens eines staubkornes. ja, ich würde am liebsten weglaufen.
will ich wirklich so weit weg?
heute waren die ersten auswahlgespräche. ein jahr in einem entwicklungsland, ich kämpfe mit mir. aber ich habe das gefühl, ich kämpfe immer gegen eine andere seite in mir. hier ist es niemals still, es wird sich bombardiert ohne gnade, selbst in der nacht herrscht kein waffenstillstand zwischen den beiden Gegensätzen, die mich verkörpern, und so blieben die letzten nächte ziemlich schlaflos.
Würde mir ein Europäischer Freiwilligendienst "ausreichen"? ich weiß es nicht. ach sag mir doch jemand die antwort. bin ich dafür bereit? sitze ich nicht noch in den windeln?
ich bin völlig hin und her gerissen. etwas in mir schreit danach, die sehnsucht nach meinem geliebten frankreich zu stillen, meine sprache (jetzt, da sie doch schon so auf dem höhepunkt ist) weiter zu verbessern und später beruflich damit zu profitieren.
aber dann schreit da noch etwas in eine andere richtung. und zwar nach lateinamerika, eine neue sprache, ein neuer kontinent. der nacht wird zum tag werden und die lebensuhr würde sich auf dem kopf stellen.
was bringt das leben für mich? ist es sinnvoll? einen sinn gibt es immer, wieso redet man immer von DEM sinn?
hätte ich zwei jahre, die ich mir nehmen könnte, so würde ich beides machen, soviel steht fest. aber die jugend rennt mir davon, und die uni wird schon noch genug jahre in anspruch nehmen.
aber was ist mit meinem geliebten französisch, wenn ich ein jahr spanische gedanken denke? was wird mit meinen studienplänen?
ICH WILL ALLES. je veux presque tout. das ist mein fehler. das ist so ein großer fehler. bin ich zu bequem? könnte ich mich wirklich noch umentscheiden, ohne mir nachher vorzuwerfen, es würde nur meiner bequemlichkeit und angst zum opfer fallen? ist es das wirklich?
Now I'm tired and feeling grey. I don't know what's left to say about this life I'm willing to leave.
Fought this full and lived through hell, through many tales I'll never tell.
Not ready now, not ready now, not ready now to give this highest offering.
I had a dream
I lived it full and I lived it well, there's many tales I've lived to tell. I'm ready now, I'm ready now, I'm ready now to fly from the highest wing.
Impressionen aus Montréal.
Sucht man für das französisch wort "hasard" die deutsche Übersetzung, so muss man sich zwischen Chance, Fügung, Glück, Risiko und Zufall entscheiden.
welches andere wort könnte also besser in so einer kompakten Form zu meinem Leben passen?
Par le hasard de la vie
Pour l'amour du hasard
Par le hasard de l'amour
Pour l'amour de la vie
die gesänge und die schrillen töne von tram de balkans in meinen ohren und die gedanken an dieses unvergessliche konzert mit all diesen vermissten menschen brodeln in mir wieder hoch.
ich fühle mich gut, auch wenn seit ich wieder in deutschland bin nicht weiß, was ich zuerst machen soll. die planungen meiner ganz großen träume stehen an, und alles steht auf so wackligen füßen und schauckelt einer ungewissen zukunft entgegen. ich versuche sie hier und da zu lenken, ich bemühe mich wirklich, aber manchmal ist es zum verzweifeln. diese umzähligen bewerbungsunterlagen, die referenzschreiben, die motivationsschreiben, die gesundheitszertifikate .. und ganz nebenbei noch tausende von nachweisen und der wichtigste aller gewissensbisse: will ich das überhaupt? in dieses projekt? in dieses land? gegen all die tausenden mitbewerber - alias konkurenten antreten? bin ich dazu stark genug?
heute abend steht die erste Abi Vofi an. geld für den abiball einnehmen. ehrlich gesagt habe ich auch unglaublich lust mal wieder zu feiern (was bei solchen "veranstaltungen" ja selten der fall bei mir ist), aber ich weiß, ich darf es nicht zu bunt und nicht zu lang heute treiben. morgen steht etwas an. etwas trauriges. schwarz wird getragen und die blicke werden zu boden gesenkt.
manchmal wünschte ich mir, unsere kultur in deutschland würde die beerdigung bunt und laut feiern. nocheinmal den verstorbenen feiern, sein leben, was er erreicht hat. ihm alles gute wünschen.
aber wir wissen, wir es erwartet wird. es ist vorgeschrieben, wie man trauer ausdrückt.
ich weiß, dir geht es schlecht. aber ist es das was du hören willst: ich bin da. vielleicht ist es das, aber gewiss nicht aus meinen mund.
meine gedanken tanzen gerade samba mit mir und lassen mich danach ganz dusselig in der ecke liegen. ich wünschte mir, ich könnte viele sachen verändern. die sonne scheint und lädt mich ein, aber ich verkrieche mich in meinem schneckenhaus.
sachen geschehen um mich herum und man setzt mich vor die vollendeten tatsachen. ich fühle mich allein, unfähig und ungewollt, um es mal deutlich auszudrücken.
ratlosigkeit darüber, wie ich mich bezüglich bestimmter situationen verhalten soll. was ist zuviel? was wird erwartet? womit kann ich umgehen? mit welchen folgen und welchen einschränkungen?
strom des lebens.
woooaaahhhhh!!
die woche war umwerfend. kaum zu toppen. ich habe mich verliebt ... in prag. in salsatanzen. in die uni in brno. in tschechiens landschaft. in das backpackerdarsein.
es ist so viel passiert. ich habe ge .. gelebt. ja. so viele erste male. so viel wurde gelacht, getanzt. so viele neue bekanntschaften. so viele konzert- und festivaleindrücke. so viele beeindruckende gebäude auf mich einwirken lassen. so viele neue sachen geschmeckt. in so vielen neuen cafes und bars gesessen. so viele neue klänge in meinen ohren, neue musik.
bei der heimkehr wurde die übersprudelnde Eindrucksbombardierung jedoch gleich wieder runtergeschlagen. eine nachricht. und als folge viele vorwürfe an mich selbst. ich habe die letzte chance verpasst, mich nochmal von ihr zu verabschieden.
ab vorgestern habe ich keine oma mehr. und ich hasse mich für mein tatenloses zögern.
und im moment weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. so viele sachen gerade in meinem kopf, so schöne erinnerungen stehen trauer und vorwürfen gegenüber. so viele sachen müssten noch erledigt werden aber es willl einfach nicht weiter gehen.
die ferien sind bald zu ende. und dann?
)