cette salle mortuaire autour de moi
ich bin hier noch nicht wieder angekommen.
zwei wochen war ich keine minute lang alleine. nicht im zelt beim schlafen, nicht einmal im badezimmer. immer wenn ich aufwachte hörte ich das zwischtern der vögel, das leise atmen der anderen neben mir. das frühstück fand stets bereits an der großen tafel statt. die kinder spielten bereits. es wurde gelacht, schon viel geredet, diskutiert. man nahm sich dreimal am tag zeit um hier zusammenzukommen. die arbeit wurde liegengelassen, und man wusste einen schlusstrich zu ziehen, auch wenn es eig noch viel zu vollbringen gab. abends traf man sich immer. es wurde über die theater und musikvorstellungen geredet. vor allem aber länderübergreifender gedankenaustausch.
es war alles so lebendig. ja es wurde sich stets ausgetauscht, es wurde reflektiert, natürlich wurden auch witze gemacht. mit der zeit erkannte man, dass man den gleichen humor teilt. ironie und sarkasmus. man wusste, dass man sich von nun an umarmen konnte, man wusste nun, dass man offen miteinander sein konnte.
neue impressionen aus völlig anderen lebensgeschichten. glücklichere menschen? ja, ihre ausstrahlung verriet es. sie lebten den beruf, den sie wählten. kreativ, selbstverwirklichend. bewundernswert für mich. (die einzige aus keiner großstadt)
und ich bin noch nicht wieder angekommen. wenn wir jetzt hier am tisch sitzten kommt die altbekannte - und geführchtete stille. sie durchdringt alles. ich war so verunsichert. mir blieb alles im hals stecken. ich erzählte nichts, weil sie nicht fragten. sie interessieren sich nicht für meine gesammelten eindrücke. wenn ich etwas erzählte, wurde nichts erwidert. oder die gleiche frage nach 10 minuten nochmal gestellt. "das habe ich vorhin schon gesagt" war heute der meistgewechselte satz.
und gestern schon zu zwei meiner exzellenten "geflüchtet". raus aus diesem haus. so kalt. so ungebewohnt. aber nun bin ich wütend auf mich. ich fühlte mich so abwesend, es war nicht ich.
habe ich mich verändert? kann man sich in so kurzer zeit verändern? oder war die veränderung schon längst in mir drin zugange, und sie verlangt nun nur ihr gutes recht auch ans tageslicht zu treten?
die beiden freuen sich so auf den bevorstehenden partyurlaub. und das kann ich nur so gut nachvollziehen. ich möchte mich ja auch freuen, aber im moment ist solch ein urlaub das letzte was ich will. saufen, oberflächliche bekanntschaften, die auf alkoholbasis zustandekommen. nichts wirklich tiefreichendes. man kommt, säuft, und fährt wieder.
und ich hasse mich für mein verhalten gestern nacht. nur dargesessen habe ich und dabei haben wir uns zwei wochen nicht gesehen. ich habe euch so viel erzählt. und ihr wart so interessiert. aber auf eine andere art und weise. ich bin selbstbewusster geworden denke ich, und ihr redet so viel von der noch zu erreichenden bikinifigur. das machte mich verrückt. ihr habt stundenlang von alten alltäglichen sachen erzählt und dabei alte fotos angesehen, und ich merkte dass in mir ein gefühl von missverständnis aufkommt. es ist meine schuld, denn mein kopf ist im moment in den wolken. ich habe soviele neue bekanntschaften gemacht, und ich würde sie so gerne jetzt alle besuchen. ich will diese menschen wiedertreffen. ich will diesen lebendigen rausch wieder ausleben.
aber ihr wart die ganze zeit hier. ich hatte die gelegenheit zu flüchten, und na klar, flüchten möchten wir alle.
aber ich bin heute lieber alleine. heute? vielleicht länger als heute. ich fühle mich von meiner gesamten umgebung missverstanden. und das ist nicht die schuld der anderen. aber ich veränder mich gerade. und ich weiß nicht ob das gut ist. wer sagt mir ob das gut ist?
wer kann es mir sagen ....
ich wollte mich verlieren, ich wollte etwas neues. eine auszeit. aber die auszeit schlägt über die grenzen. letzten endes verliere ich noch viel mehr als mich selbst ...
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