so einfach und doch so anders.
ich mussste raus aus diesem dorf. und darum habe ich heute einen tag allein in Essen verbracht. "Großstadtgefühl" aufkommen lassen, sozusagen. und ja, es war wirklich wunderschön! einen kaffee getrunken, viele sprachen in meinem ohr gehört, im park die sonne genossen, mein englisch wurde bei einem gespräch etwas herausgefordert, und ich habe mir sachen gekauft. mir selbst etwas gegönnt! hach wie gut das tut, das ist balsam für die seele. flipflops! und vor allem das hier: paulo coelho - la sorcière de portobello. im zug schon ein paar seiten gelesen, und bis jetzt fasziniert es mich sehr!
so viele gesichter habe ich gesehen, und doch kann ich mich an keins errinnern. sie rauschten an mir vorbei, lachten, unterhielten sich, oder verweilten kurz und ließen mir die möglichkeit, mir über die unzugänglichsten sachen gedanken zu machen. dort jemand auf inlinern, da küssten sich grad zwei, und dort spielte ein kind am brunnen, da sonnten sich zwei frauen auf der steinbank, und dort telefonierte jemand auf spanisch, ... und ich beobachte sie und frage mich, was sie gerade fühlen. was sie dazu bewegt, jetzt in dieser stadt zu sein. frauen mit kinderwagen und fettigen harren, die männer hinter dem obststand, der alte herr alleine mit dem touristenrucksack ... und ich fand es aufregend! verstehen tue ich es auch nicht. aber es hat mir das gefühl gegeben, dass es noch so viele sachen zu entdecken gibt! so viele menschen kennezulernen! und die orte, aus denen sie kommen. es hat mich fühlen lassen, dass das leben noch einen puls hat.
und als ich hier aus dem zug stieg, ich war die einzige die ausstieg. ich ging die straße entlang und nichts bewegte sich. ja es war wirklich niemand zu sehen! es war so leise, ja es schlug mir förmlich ins gesicht weil der zug zuvor so voll und laut und lebendig gefüllt war. und jetzt? verloren. kein leben. tod.
hier gibt es keine geschichten. und wenn, dann ist ihr handelsspektrum auf einen umkreis von 20 km beschränkt. und zur zeit verschlossen hinter den mauern ihrer einfamilienhäuser. (es scheint die sonne, und keiner ist draußen!). manchmal komme ich mir vor wie ein geist, der jeden tag mehrmals diese straßen abläuft. ungesehen von allen müden augen dieser stadt.
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