die ferien sind hineingebrochen und legen sich nun langsam wie ein schleier über mein bewusstsein. warum freue ich mich nicht? Vielleicht ist es die verdrängte einsicht: es sind deine letzten sommerferien! alles, was ab nun folgt, wird immer das "letzte mal" in deinem (schul-)leben sein. und was fühle ich jetzt in diesem augenblick? entlastung? angst? nein, leere! ich schwebe zwischen zweifel und zuversicht. blicke ich hinter mir, so sehe ich verschwendung des höchsten maßes. die zeit, wie im rausch ging sie vorbei. und blicke ich nach vorne, so kann ich es kaum erwarten, meine träume wahr werden zu lassen. und blicke ich in das jetzt, so ist alles was bleibt: beunruhigung. 

 

das letzte schuljahr. viel passiert. veränderungen! entwicklungen, nicht um mir, aber umso mehr in mir! ein sehr wichtiger mensch wurde letzten sommer aus meinem alltagsleben gerissen, es musste sich nun ohne sie zu recht gefunden werden. aber der horizont wurde erweitert. einflüsse aus der hauptstadt. neue menschen in der stufe wurden ins herz geschlossen. die tiefsinnigen gespräche nahmen zu. gedankenaustausch. so viel gelacht. und so viel geweint. und der umzug: nachdem das gefühl einer zusammenbrechenden welt zunächst tapfer verteidigt wurde, so fing bald wieder an, ein neues feuer in mir zu brennen. die sinnlosigkeit, wenn ich die straßen dieses dorfes durchlaufe, ich sehe ihr ende. noch ist es nicht greifbar, aber die hoffnung es irgendwann zu erreichen trägt meine füße weiter vorwärts. der tag dieser zwangsversetzung war exakt der tag einer neuen begegnung, ein mensch mit wohl einzigartiger bedeutung nun in meinem leben, der etwas in mir beeindruckte: mein weltverständnis. lust zu leben. ja! die augen geöffnet für einen weiteren blick in mich und um mich herum. der abschluss dieses schuljahres war geprägt von einem schmerzenden abschied. loslassen. und dem gefühl des missverstandenseins.

und was sagt mir das nun? ich muss noch viel lernen. sehr viel.

gestern abend war große "letzter-schultag-sauferei" der oberstufe. nun sag mir mal jemand, woher kommt diese ablehnung in mir? warum sehne ich mich im moment nicht nach dem großen party-palmen-sauf-event, sonder einfach nur gemütlichen abenden in einer überschaubaren gruppe, neuen begegnungen, gemeinsame diskussionen über das leben mit all den musikalischen, emotionalen, abenteuerlichen vielfalten und facetten? sah ich um mich, so gingen alle völlig in dieser situation auf. und es war doch auch ganz nett (zu mindest bis zu dem zeitpunkt als alle zu besoffen war und in die schule eingebrochen wurde. fazit: 500 eur schulden für stufenkasse!). alle hatten sich amüsiert, aber ich fand irgendwie nicht hinein. ich habe zwar mitgeredet, hier angestoßen, da ein smalltalk, über witze von besoffenen mitschülern gelacht. aber ich fühlte mich stets außerhalb stehend. immer nur eher als beobachter als als teilnehmerin. und es fällt mir immer schwerer ... immer schwerer. und dann denke ich, hey ich bin 18, wir haben sommerferien, es ist normal dass man noch ein paar mal so zusammen feiert. man sollte es doch ... ja irgendwie genießen. aber es geht nicht. es ist diese sehnsucht, die mich wegzieht. 

 

ich finde hier keine erfüllung.  

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