von der dürre und der flut.

 

eindrücke. impressionen. menschen, die gegen eine sucht ankämpfen. jeder tag ist eine neue herausforderung, jeder tag ein neuer start ins ungewisse. "werde ich heute trocken bleiben?"

viele gedanken kamen in mir auf. einerseits erkenne ich, dass ich glück habe. ja, jeder tag meines lebens ist erfüllt von glück. ich habe kontrolle über mich selbst, mal mehr mal weniger. ich kann meine zukunft selbst bestimmen. mal hoffnungsvoller, mal mit angst. und ich kann mich vor allem mit mir selbst auseinandersetzen! eine so verdammt wertvolle chance, die - wie ich heute gefühlt habe - nicht selbstverständlich gegeben ist. vor allem wenn man seine eigenen sinne betäubt um vor seinen problemen zu flüchten.

und die lebens-leidensgeschichte einer frau hat mich besonders über mich zum nachdenken gebracht: wenn man erstmal familie hat, kinder, hausfrau, einen mann, dann hat man keine zeit mehr, sich um sich zu kümmern. man vergisst, seine eigenen bedürfnisse zu hinterfragen. man lässt keine extremen emotionen aufkommen - wut, ärger, liebe, man unterdrückt sie um seinen verpflichtungen im alltag besser nachkommen zu können. wenn man jung ist, so hat man zeit, man denkt über sich selbst nach, muss selbstverantwortlich abwägen welchen persönlichen und beruflichen weg man einschlagen will. aber hat erstmal die familienroutine von uns besitz ergriffen, so will man seinen kindern nur das beste geben. immer für sie da sein. und man vergisst sich selbst.

in diesen minuten ging mir nur eins durch den kopf: niemals eigene kinder! niemals eigene kinder! ich leibe kinder, aber ich will keine eigenen. man darf niemals aufhören, sich selbst zu lieben. erst dann kann man seine liebe auch an andere weitergeben. und ich niemals in diesem abgestumpften kreislauf reingeraten. es ist nicht so, dass ich die verantwortung nicht haben will, aber ich habe angst, mein leben gegen eine bloße existenz zu tauschen. ja, "angst" ist wohl wieder das richtige wort. meingott, es sind verdammt egoistische gedanken. aber sie kamen in mir immer und immer wieder hoch.

 

 

ich habe glück. in so vielerler hinsicht. ich habe enorme chancen, unglaublich viele im vergleich zu so vielen anderen menschen auf der welt. das größte problem ist wohl nur, dass ich nicht weiß, auf welcher art und in welcher kombination ich welche dieser chancen nutzen will/muss/kann. welche prioritäten.

aber eins steht fest: keine sucht, nein ich will keiner sucht mich jemals unterwerfen. und ich will niemals aufhören, zu lernen. ich will niemals aufhören, mich anderen gruppen und menschen zu öffnen. ich will niemals aufhören, vorurteile abzubauen. ich will niemals aufhören, herausforderungen anzunehmen. 

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