be my mirror.
"Wie schaffst du es, in allen Unglücken immer noch die positiven Seiten zu sehen?"
weil ich an mir gearbeitet habe. und weil ich es noch immer tue. seit jahren. jeden tag. weil ich das ewige gemeckert vor ein paar jahren satt hatte. diese ewige schlecht-macherei, die nichts aber wirklich nichts verändert und nur zu innerer und äußerer unzufriedenheit führt. dafür, so habe ich mir überlegt, ist mir meine kraft zu schade. nun soll man nicht denken, ich sei einer dieser aufgesetzten dauer-lächlerinnen, die sobald sie merken sie werden beobachtet nur mit ihrer schrillen quietischigen stimme verdeutlichen wollen "hach schaut her ich bin ja so gut gelaunt, 24 std am tag, niemals gehts mir schlecht". die eine schow in der schule abziehen und mit ihrer aufgesetztheit doch wirklich gute eindrücke bei manchen hinterlassen! aber sobald sie kurz aus der öffentlichkeit verschwinden, sieht es mit ihrer friede-freude-eierkuchen-einstellung doch gleich ganz anders aus.
nein. ich habe mir nur als vorsatz gesetzt, mich in nichts mehr mich hineinzusteigern, was mir eigentlich nur schadet. eine etwas egoistisch ausgerichtete einstellung, weil vor allem meine mutter bekommt wohl manchmal zu spüren, dass ich mich einfach nicht mehr in ihre überdrehten wutausbrüche integriere. dass ich ihr weder zustimme, wenn sie wieder psychisch übertreibt, noch ihr widerspreche. ich entziehe mich einer konfrontation aus den angehäuften erfahrungen, eine weiterbringende kommunikation aufzubauen würde eh scheitern. sie kann gerne kommen, wenn sie sich abreagiert hat. aber ich bin kein boxsack mehr. soll sie doch woanders draufschlagen. der alte boxsack braucht nun seine energie für sich selbst, er zentriert sie lieber auf die schönen seiten des lebens, seines lebens. verantwortung übernehmen für sein eigenes glücklichsein, und nicht die gründe seiner unzufriedenheit außerhalb suchen.
manchmal ist es nicht ganz so leicht, aber gerade wenn man solch einen satz von einer mitschülerin ehrlich ins gesicht gesagt bekommt, wo man es doch selbstverständlich fand das problem auf diese weise anzugehen, sehe ich das als einen beweis, dass sich da langsam aber sicher (wirklich sicher?) ein optimismus in mein unterbewusstsein einnistet.
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