ich schließe meine augen. ich ziehe meine hände zurück.
alles so taub. ich höre nichts. ich sehe nicht wirklich. ich fühle nichts.
ich habe angst, anderen menschen zu vertrauen, weil ich mir selbst nicht vertraue. "In meinen Eingeweiden saß ein Tier, das fraß an mir und trieb mich um, später fand ich seinen Namen: Panik." [Christa Wolf]. und es passt so gut. ja Panik. PANIK. PANIK!
es wird niemals klappen. niemals niemals niemals niemals. ich werde mich niemals trauen, ich werde alles verprassen. mein ganzes leben. meine existenz ja so wie so, aber ich fühle mich im moment unendlich hoffnungslos. meine glücksauffassung, sie zerfließt mir zwischen den händen. diese glücksauffassung, welche mir nun schon seit wochen, ja monaten eine flamme im herzen und in der seele aufgestellt hatte. wärmend, guttuend. aber die flamme fing an, immer kleiner zu werden. sie flackert nun. und mit gläsernden blick sehe ich sie an. ich weiß, dass ich sie retten könnte. und genau das ist ja das schlimme!
Die Elite der Zukunft hat keine Gegenwart. immer und immer wieder hämmert sich dieser Satz in meinem kopf vor. ein satz, aus den tiefsten empfindungen, ja aus der tiefsten wut heraus entstanden. und jetzt, da wo er raus ist, wo er seine wörter gefunden hat und nicht nur noch bloße eingebung ist, da steht er vor mir. jeden tag. jede minute. jede sekunde. panik. PANIK. PANIK!
ich will so viel! ja ich will so verdammt viel. und doch gönne ich es mir nicht. ich will es nicht wollen!
ich bin alleine. sie schreien von allen seiten. sie wollen etwas von mir. und ich selbst will nicht wollen. sie reißen an mir, sie reißen mich aus meiner trance, in welcher ich nun schon seit stunden schwebe. eigentlich schon seit tagen, aber nun stößt dieser zustand auch nach außen. ich bin alleine. nur nebel um mich herum. ich bin alleine. ich sehe an, wie alles nach und nach zerbricht. was mir so wichtig ist, es wird gerade zerstört! meine einst so sicheren festungen, sie liegen bald in trümmern vor mir. und ich will etwas tun. aber ich bin alleine gegenüber dieser masse, dieser masse an missverständnissen, erfüllten ängsten und unerfüllten hoffnungen, problemen, benötigten planungen, zerbrochenen beziehungen. ich schließe meine augen. ich flüchte. ich ziehe meine hände zurück. und ich will es nicht wollen. ich bin alleine.
ein bild ist nichts als eine illusion von vergangenen momenthaften gefühlen. wir lieben es, weil wir es vorzeigen können vor unserem inneren gerichtshof. wir schützen uns damit, neue gefühle aufkommen zu lassen, wir halten an den alten gemochten gefühlen fest. ein urteil wird erwartet, zwischen abgestumpftheit und völligem schwachsinns.
auch sie ist nicht da. ihre hand in meiner hand. ein versprechen. unsere hände, hunderte von kilometern getrennt. ich bin alleine. ich brauche sie. ich brauche so viel. und doch will ich es nciht brauchen.
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