was sind unsere probleme schon in

 

jeder tag eine neue therapie. schritt eins: sich selber zweifel schaffen. schritt zwei: die hoffnungslosigkeit für komplett erklären, alle sachen hinschmeißen wollen, aufgeben wollen. schritt drei: sich zurückziehen, nachdenken, alleine (oder mindestens mit seinem kater). schritt vier: sich vor die frage stellen: möchte ich jetzt daran hängen bleiben, oder will ich trotz dieser beschissenen tatsache in der welt das beste aus meinem leben machen? für mich selbst, aber auch für meine mitmenschen? schritt fünf: sich für den optimismus entscheiden. für die taten. für das handeln, auch wenn es in der großen weiten welt wohl hoffnungslos aussieht. so ist es das für einen selbst und sein leben doch auf keinen fall.

 

es gibt von allem eine kehrseite. besonders gut herausgestellt im neuen blogeintrag dieser bewundernswerten frau, die einen traum hinterhergegangen ist, den ich im moment auch noch in den startlöchern träume. ein fremdes land, das wir europäer als exotisch bezeichnen. menschen helfen. und dabei für sich selbst antworten auf bisher unbeantwortete fragen suchen, antworten, die man in seiner "heimat" nicht findet. sehr lesenswert! keine oberflächlichen reiseberichte, sondern tiefgründige, tiefsinnige betrachtungen. selbst- und landeskritisch.

und in schritt eins hatte mir ihr neuer eintrag etwas ins gesicht geschlagen. bisher nur abenteuerliche, berauschende emotionen, und jetzt: der zauber ist vorbei, die realität kommt an einen heran. die ungerechtigkeit, das elend, das unendliche leid der bevölkerung. kein egoistischer erlebnistrip, nein: das leben! und das ist nunmal nicht immer rosarot mit gänseblümchen.

aber irgendwie habe ich dann spätestens in schritt vier begriffen, dass diese angst in mir allein eine angst vor enttäuschungen ist. angst, von den menschen enttäuscht zu werden, die einen oberflächlich betrachten. die einen ablehnen. angst, alleine zu sein. angst, trotzdem keine antworten auf ungestellte und doch vorhandene fragen zu finden. aber würde ich mich davon aufhalten lassen, zu handeln, so wäre die enttäuschung über mich selbst doch viel größer als die enttäuschung, die ich eventuel über andere empfinden könnte.

 

am  4. Juni 2008  um  01:47

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Miau, Hallo Liebes (:
Eine sehr gute Freundin von mir geht dieses Jahr nach Peru, das war auch immer ein großer Traum von ihr. Sie wird dort 12 Monate Behinderte betreuen und hofft, dass sie dadurch auch Kraft für sich selbst schöpfen kann..
Ich freue mich unheimlich für sie, dass sie sich diesen Traum verwirklicht. Aber irgendwie hat es auch ganz schön gepiekst, denn mir ist bewusst geworden, dass es Menschen gibt, die es einfach tun. Ihre Träume einfach leben, und nicht immer nur ausmalen. Ich glaube, das erfordert ganz schön Mut.. und das bewundere ich.
Ich lese gerade in einem schönen Buch, da steht auch soetwas bezüglich dieser Unverbindlichkeiten seinen Träumen gegenüber..
" [...] - mein Traum ist möglich geworden. Wenn ich es versuche und scheitere, weiß ich nicht, wie der Rest meines Lebens aussehen wird: Daher ist es besser, weiter zu träumen, als der Möglichkeit ins Auge zu sehen, der Traum könnte fehlschlagen." (Paulo Coelho; Der Zahir)
Ich glaube, viele Menschen befürchten das. Aber was du sagst, ist richtig: keine Enttäuschung kann so groß sein wie die, dass man sein Leben lang nichts gewagt hat.
Ich drück dich, Die Katzi <3
am  5. Juni 2008  um  21:14

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ja, mut erfordert es wohl ganz viel. vielleicht denkt man auch einfach zu sehr vorher drüber nach. ich mein, man sollte natürlich nicht einfach mal so spontan ein auslandsjahr einlegen, aber die nötigen vorsorgen kann man bestimmt auch alle regeln ohne sich mit seinen gedanken vorher so blockierend im kreis zu drehen ...
etwas angst habe ich auch, mit negativen eindrücken überrumpelt zu werden. niedergeschlagen statt weltoffen wiederzukommen. aber andererseits, vor allem wenn man in ein armes land geht, dann ist das ein sichtwechsel fürs leben. man lernt bestimmt sachen in unserem wohlstand hier mehr zu schätzen, und die kleinen freuden am leben mehr zu genießen. ich denke, man wird es dann in seinem gesamten späteren leben einfacher haben, sich mit dem, was man hat, außerordentlich glücklich zu schätzen. mit dem blick auf das wichtige. niemals will ich einmal nörgeln, weil bei meinem nachbarn das unkraut auf meinen vorgarten überwächst, wenn du verstehst.
der zahir - ein schönes buch soweit ich es den leseproben im internet entnehmen kann. ich überlege, es auch mal zu lesen, wenn ich mit meinem aktuellen stoff fertig bin :)
ich drück dich auch zurück, marasca :)
am  6. Juni 2008  um  00:29

Oh.. nunja, es ist nicht das erste Buch, das ich von ihm lese und ich muss ganz ehrlich zugeben, dass es auch nicht das Beste ist (;
Also wenn ich dir eins für den Anfang empfehlen darf, dann ist das "Elf Minuten".. oder natürlich "Der Alchimist".
Seine Bücher sind ein wenig.. spirituell. Aber es liest sich sehr schön und man fühlt sich irgendwie immer persönlich angesprochen, weil die Gedanken und Probleme der Figuren so wunderbar alltäglich sind. Und es dreht sich auch immer irgendwie um den Sinn und die Sichtweise des Lebens und Lebensträume, die wohl einjeder hat (:
Wie gesagt, ich kann dir Elf Minuten wärmstens empfehlen.. es ist wundervoll!
Allerliebste Grüße und schonmal ein schönes Wochenende.
Deine Katzi (:

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