so schreibe ich dich.

auf deutsch, weil ich mich auf französischen Sprachterrain zu unsicher fühle. ich hoffe, du hast dein Wörterbuch zur Hand. weil es mir wichtig ist, weil du mir wichtig bist, und weil es mir wichtig ist, dir meine Sicht der Dinge offenzulegen.

 

 

"l'enfer, c'est les autres". aber gleichzeitig können sie auch der himmel sein.

Weil du mir Halt gegeben hast, weil du mir auf eine undefinierte schöne Weise neue Orientierung verschafft hast, so habe ich mich vielleicht zu sehr auf den äußeren Kampf konzentriert. Auf mich selbst und meine Überlegungen. und auf dich und dem, was du von dir verraten hast.

aber da gibt es noch mehr.

Der innere Kampf, ausgeführt in den dunkelsten Ecken unserer Seele, alleine, verloren. wir verschließen uns vor anderen und unserem Umfeld aus Angst vor Missverständnissen, vor Enttäuschungen, vor Verrat. Und diese Angst ist dort in uns, weil wir selbst schon alle mal jemanden enttäuscht haben. weil wir in einem Augenblick unseres Lebens schon alle mal jemanden verraten haben. Weil wir es zugelassen haben, dass Missverständnisse in uns herranwachsen und Vorurteile in uns füttern, die uns die Sicht auf die Realität versperren.

Während ich hierbei triumphierte, "meinen inneren Kampf gewann", mein Lebensgefühl nach und nach wieder zurückkam und ich mich für andere Sachen öffnen konnte, so war es für mich immer ein Rätsel, ob ich dich gerade glücklich und erfüllt sehen kann, oder ob du doch in deinem inneren auf der Suche bist, ewig unsicher und orientierungslos.

 

Ich sehe in dir einen unendlich gutmütigen Menschen. Verständnisvoll. Interessiert an den Lebensgeschichten anderer, und mögen es noch so unwichtige Einzelheiten sein. Du willst Menschen nach ihrem Charakter und nicht nach ihrem Aussehen bewerten. Du denkst an Menschen, denen es schlechter geht in der Welt. Du hast Leidenschaften, für die du dich hingibst. du hast einen weiten unabhängigen Horizont. Du kannst anderen Menschen viel geben.

 

Du bist gut! Aber du bist auch nur ein Mensch, der Fehler macht. Aber solange du diese in dir ausfindig machst, und über dich selbst reflektierst, selbstkritisch (was du bist), solange du aus ihnen lernst, solange zeugt dies nur noch zusätzlich von deinem verständnisvollen, aufrichtigen Wesen. Ungeschehen kannst du deine Fehler, deine Worte, deine Beleidigungen niemals machen. Aber fange an, dir und deinem Wesen zu vertrauen. Vertraue dir selbst, dass du nicht schlecht bist. nein, dass du gut bist.

Du hast etwas aus deinen letzten zwei Jahren gemacht, mehr als wohl die meisten Menschen in deinem Alter. Du hast dich Herausforderungen gestellt, und sicherlich viele von ihnen gemeistert. und es ist wohl irgendwo normal, dass man auch sachen rückblickend findet, über die man enttäuscht ist. aber siehe bitte nicht nur die negativen seiten.

 

Das alles schreibe ich aus meiner Sichtweise. Mehr kann ich nicht schreiben! Das ist alles was ich weiß, und ich maße mir an, dich so zu kennen. Ich sehe dich so. ich habe dich so kennengelernt. ich habe so mit dir geredet. ich habe so mit dir im wildpark gesessen nachts. ich habe so mit dir einen spaziergang in der sonne um den see gemacht. ich habe so mit dir gerdet. ich habe so mit dir stundenlang tee und kaffee in deiner kleinen wohnung getrunken und musik gehört.

denn ich vertraue dir.

 

Wenn ich jetzt von Vertrauen spreche, so muss ich sagen, dass ich nicht ehrlich war. Ich weiß von deinem Blog, schon seit Mitte März. Und damals, am 20. April, so war bereits ein Eintrag mehr oder weniger an dich gerichtet: meine ängste in deinen worten. , angestoßen von dir, "les psychotropes".

 

Du fehlst hier. Heute bin ich zum Bahnhof gelaufen, an deinem Haus vorbei. es ist nicht mehr das gleiche. etwas Leben wurde hier genommen. nicht wirklich, aber für mich. aber ich bin nicht traurig, es ist nur die nostalgie, die mich etwas trübt. auch ich wünschte, ich hätte einige sachen anders gemacht. aber ich sage mir, dass es auf die zukunft und gegenwart ankommt.

 

D. alias Zenon
am  2. Juni 2008  um  19:46

merci de tous ces mots, merci pour tout ça. Avec toi, je me suis toujours montré honnête et sincère, mais je n'ai jamais cherché à faire plus, à exagérer ; je suis resté moi-même. Je suis ravi que "moi-même" puisse te redonner goût à la vie, qui, en dépit de toute la merde qui nous entoure, est belle !
Aller, courage Kleene !!

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