mitternachtsgespräche.
Wenn man sagt dass das Liebesleben wie eine Zugreise ist, dann habe ich Angst. Denn ich fahre alleine. Ich fahre immer alleine und atme die Liebe der anderen. Eine Reise kann weit gehen, aber auch nur eine Station. Manchmal muss man umsteigen. Aber wohin führt mich das alles? Ich sage mir ich muss laufen, laufen und die welt entdecken. Nicht durch die Fenster. Ich höre das gleichmäßige Klopfen auf den Schienen. jetzt. jetzt. jetzt. einschläfernd. eintönig. Alles engt mich so ein und ich weiß nicht wo oben und unten ist. Ich verliere mich in den Geräuschen in meinem Herzen, im Rauschen der Emotionen, die mir einen Schauer über die Haut laufen lassen. Ja, ich verliere mich. und ich lasse zu, dass ich mich verliere. Denn der Schmerz schmeckt so zuckersüß und verursacht ein Kribbeln, dass all deine Sinne betäubt. Berauscht. Aber ich habe Angst. Angst in wirklichkeit alleine zu sein. Angst. Angst keinen Ausweg aus diesem glitzernden Rausch zu finden. Die nächste Station, nun eine unverständliche Durchsage, und nicht wissen wohin man will. Man will doch eigentlich in einem ganz anderen Zug sein. Man ist nicht einverstanden mit der Situation, mit der Geschwindigkeit wie alles abläuft. Aber man bleibt sitzen. Weil man es immer so getan hat. Man hat sein Ticket in der tasche, das einem sicherheit garantiert. Man hütet es. Man hält es fest. Es hält uns fest.
Manchmal versuchst du, die träume eines anderen zu halten. Schweben. Fliegen. Lass dich tragen und das ist es was das leben ausmacht. Was sich außerhalb unserer gedanken und gefühle abspielt ist nur nebensache. Das hier und jetzt, zwischen dir und mir. Unvergleichbar.
Das leben ist nicht halb so interessant als das, wozu sie in unserem köpfen gemacht wird. Durch uns wird das leben erst lebendig.
es ist unglaublich. irreal abscheulich wie ich mich fühle. und gründe dafür suche ich schon zu lange heute in mir.
meine berlinerin ist da! gestern angekommen, große freudenstränen, nostalgie, ein knappes jahr ist es her dass sie in die hauptstadt gezogen ist. es hat sich so viel bei ihr verändert (und das letzte mal war ich silvester bei ihr). sie erzählt von dem völlig anderen menschlichen umfeld. das viel weitere spektrum an möglichkeiten. ihre schulischen erfolge (ihre schule ist kein vergleich zu meiner vom niveau, angeboten) und bei mir? mein leben ist langweilig, ich bin langweilig! und diese wörter dringen sekündlich wie impulse in mir hoch.
l.a.n.g.w.e.i.l.i.g. u.n.i.n.t.e.r.e.s.s.a.n.t
wenn ich mich mit anderen vergleiche, mit anderen "normalen" menschen (ich meine jetzt überhaupt keine wunderkinder oder megatalente), so bin ich nichts.
ich kann nichts so wirklich. ich kann alles nur ein bisschen, wenns hochkommt. andere haben eine schöne stimme, beherrschen ein instrument tadellos, können super tanzen, sind im schauspielern umwerfend, können sich in der kunst ausdrücken, oder überzeugen einfach durch sportliche interessen oder ihr äußeres.
ich kann nichts. ich habe keine tolle figur. ich kann nicht singen. ja ich kann noch nichtmal ein instrument geschweige denn noten lesen, was ich sehr bereue. ich wünschte meine eltern hätten mich früher dazu gezwungen, noten lesen zu lernen. und an das sportliche feld wage ich mich schon längst nicht mehr dran. ich denke aus fehlendem selbstbewusstsein aber auch aus realistischen ansätzen.
wenn mich jemand fragen würde "wer bist du, erzähl mal von dir!" so würden mit nach spätestens 5 minuten die wörter fehlen. ich wünschte ich wäre mehr, nichts außergewöhnliches, kein star, nein das ansehen der masse will ich nicht haben, ich will nur, dass ich in meinem leben für die menschen, die mir wichtig sind, etwas besonderes bin. und wenn ich alles so höre, was andere in meinem alter schon alles gemacht haben, wie kreativ sie schon waren, wie sie schon größere veränderungen an einem tag vollbracht haben als ich in einem jahr, so lässt es mich nicht mehr ruhig in den spiegel sehen.
es gibt so kleinigkeiten, die dich auszeichenen. die zeigen, wie du zu manchen sachen stehst. es fällt mir immer schwerer, ein oberflächliches gespräch zu führen. das überfordert mich.
Seelenverwandtschaft.
Glaubt ihr an Seelenverwandtschaft?
Wenn die Worte völlig überflüssig werden, die Sprache längst vergessen ist, die Seelen schmiegen sich aneinander und verstehen. Man könnte auch einfach sagen "die chemie stimmt". oder "wir sind auf einer wellenlänge", wir "ticken im gleichen takt". und doch ist da doch irgendwo mehr. dieses gefühl, diese andere person schon eine ewigkeit zu kennen, ihr bedingungslos vertrauen zu können, weil man einfach fühlt, weil man einfach im tiefsten inneren spürt, dass sie ein bedingungslos gutmütiges Wesen beherbergt. Diese Gewissheit, verstanden zu werden wie noch nie von jemanden zuvor. Diese Beruhigung, sich seiner Tränen nicht schämen zu müssen, sich fallen lassen zu können und zu wissen, dass man zusammen fällt und einander auffangen wird. Dieses unglaubliche Glück, für dass man sich jedesmal nach dem Aufwachen beim Leben bedankt, dass es einen wiederfährt, sodass man die Hoffnung nicht aufgibt: Ja es gibt diese Menschen noch! Diese Menschen, die alles verändern, nur mit einem Blick, nur mit einem Lächeln, nur mit einer Umarmung ... mit der Wärme ihres Herzens. Sie übertragen diese Wärme auf dich und nach und nach spürst du, wie neues Leben in dich einfährt.
Seelenverwandtschaft. dieses wort wiegt sehr schwer auf meiner zunge, denn ich habe unglaubliche freunde, die wichtigsten menschen in meinem leben, und ich liebe sie mit meinem ganzen herzen. aber das wort seelenverwandtschaft würde ich bei ihnen nicht verwenden. wir lieben uns, aber wir sind sehr unterschiedlich. und das ist auch extrem wichtig, jeder hat seinen eigenen stil (nicht nur aussehen, musik, ...) sondern vor allem seinen eigenen denkstil, seine eigene weltanschauung, seine eigene lebenseinstellung. und ich liebe es, dass sie ihre eigenen träume haben. wir ergänzen uns einander.
aber seelenverwandte, sie sind eins. wie zwei stücke, die aus der gleichen plastik stammen und nun wieder zusammen gefunden haben. sie passen aufeinander.
vom Denken und Denker.
Denn mit den Gedanken ist es eine eigene Sache. Sie sind oft nicht mehr als Zufälligkeiten, die wieder vergehen, ohne Spuren hinterlassen zu haben, und die Gedanken haben ihre toten und ihre lebendigen Zeiten. Man kann eine geniale Erkenntnis haben, und sie verblüht dennoch, langsam, unter unseren Händen, wie eine Blume. Die Form bleibt, aber die Farben, der Duft fehlen. Das heißt, man erinnert sich ihrer wohl Wort für Wort und der logische Wert des gefundenen Satzes bleibt völlig unangetastet, dennoch aber treibt er haltlos nur auf der Oberfläche unseres Inneren umher und wir fühlen uns seinethalben nicht reicher. Bis - nach Jahren vielleicht - mit einem Schlage wieder ein Augenblick da ist, wo wir sehen, daß wir in der Zwischenzeit gar nichts von ihm gewußt haben, obwohl wir logisch alles wußten.
Ja, es gibt tote und lebendige Gedanken. Das Denken, das sich an der beschienenen Oberfläche bewegt, das jederzeit an dem Faden der Kausalität nachgezählt werden kann, braucht noch nciht das lebendige zu sein. Ein Gedanke, den man auf diesem Wege trifft, bleibt gleichgültig wie ein beliebiger Mann in der Kolonne marschierender Soldaten. Ein Gedanke, - er mag schon lange vorher durch unser Hirn gezogen sein, wird erst in dem Momente lebendig, da etwas, das nicht mehr Denken, nicht mehr logisch ist, zu ihm hinzutritt, so daß wir seine Wahrheit fühlen, jenseits von aller Rechtfertigung.
[lieblingsabschnitt aus momentaner Schullektüre]
wolkenformation.
ich habe angst, abzustumpfen. ich würde gern ein paar mehr außergewöhnliche sachen machen, aber "außergewöhnlich", was ist das?
ich könnte mir im moment nicht vorstellen, jemanden zu lieben. und aus tiefster seele sage ich, dass ich niemanden mehr hier finden will, den ich liebe. weil ... ich will nicht. mh. komisch. ich will alleine losziehen, und ich will nicht an diesen ort gefühlsmäßig gebunden werden. wenn ich weiß dass die besonderen menschen, mit denen ich hier meine lebensgeschichte verschmelzen durfte (mit blick vor allem auf meine exzellenten), dann wird mir so das herz schon so schwer. aber ich weiß, dass sie auch nicht hier bleiben werden, aber wenn ich wüsste, dass hier jemand auf mich wartet, so könnte ich mich wahrscheinlich nicht frei entfalten. da, wo ich hingehe. egal wo. aber ich hätte immer im hinterkopf "nein, du darfst nicht". das klingt jetzt vielleicht etwas komisch, weil man könnte jetzt sagen, wenn man jemanden wirklich liebt dann ist es kein problem treu zu bleiben. aber immer wäre dieser gedanke da "vielleicht gehst du ja doch eines tages wieder zurück". einfach diese einschränkung in einer zeit, wo ich erstmal alle alten ketten abwerfen will, um neue zu finden. denn ohne ketten in dieser welt geht es nunmal nicht. irgendwo kommen wieder neue bindungen und verpflichtungen aus allen richtungen.
ich frage mich, ob ich überhaupt geliebt werden könnte. weil so sehr ich mich auch manchmal nach diesen momenten sehne, von jemanden gehalten zu werden, zu wissen dass ich jemanden mehr vertrauen könnte als mir, so gerne genieße ich auch meine freiheit. und das sage ich, obwohl ich noch niemals diese "freiheit" verloren hatte. ich hatte noch nie eine feste beziehung. und wo andere in meinem alter jetzt darüber wehklagen und sagen, dass irgendetwas mit ihnen nicht stimmt, denn mit 18 hat man im durchschnitt schon 3 freunde gehabt und mit dem erstbesten seine unschuld verloren, aber nein, ich bin irgendwo froh, dass es bei mir nie so weit gekommen ist. ich fühle mich kein bisschen hinterherhinkend in meiner entwicklung. an erfahrungen hat es mir im allgemeinen auch nicht gefehlt, ich habe mit der zeit die spielregeln gelernt und sie immer mehr beherrscht. aber jetzt habe ich keine lust mehr darauf.
in den letzten monaten habe ich mehr und mehr gespürt was es heißt, wirklich zu lieben. und zwar das leben. mein leben. und das habe ich einen einzigartigen menschen zu verdanken. und ja, ihn liebe ich auf eine ganz spezielle weise. und zwar vom herzen bis in jede haarspitze, alles liebt ihn. aber er wird bald sehr weit für immer weggehen, und diese liebe bleibt hier auf mir lasten. ich werde sie mitnehmen, sie soll so beweglich und ungebunden wie ich werden. denn sie macht mich stärker. jeden tag.
why would i carry such a weight on my shoulders?
es ist doch wirklich verrückt. so viel schon erlebt, in so vielen momenten einzigartig gefühlt, einzigartig gelacht und geweint. und doch verliert sich alles mit der zeit, schließlich geht es ja weiter mit dem leben. und plötzlich diese erinnerungen, die man nicht erwartet. ausgelöst von den kleinsten nadeln in deinem gewissen, deinem herzen. sie stechen dich und erzeugen einen süßlichen schmerz, getränkt von wehmut, nostalgie.
ich koste die momente noch zu wenig aus. ich will so viel machen und doch beschränke ich mich immer wieder. vor allem meine kreativität leidet darunter, unter meiner trägheit. ideen werden zu oft verworfen. und ich stecke meine energie in sinnloses zeug, das mich nicht weiterbringt.
einzigartig.
ein artig.
artig.
die leere wird nicht gefüllt. es ist mir alles nicht genug. how many summers will it take to find a person similar to him? es macht mich verrückt ich kann an nichts anderes mehr denken ich will ihn nicht verlieren! unfähig über dieses thema hier zu schreiben denn die gedanken reihen sich und ich wüsste gerade nicht wo anzufangen. ruhe um es zu ordnen werde ich wann anders suchen. ich habs ihm immer noch nicht gesagt, was erfür mich bedeutet, und so langsam habe ich das gefühl mein herz zum platzen zu bringen.
heute in klausurlernphase gezwungen, nichts gebracht, sinnloses aufschreiben und durchgelesen aber ohne große verinnerlichung. und nächste woche beide leistungskursklausuren. ja cheers.
meine blues harp hab ich auch schon seit ner gefühlten woche nicht angerührt. bohr wieder mal an ehrgeiz übertroffen.
ich ernähre mich in letzter zeit nur von musik - und zu viel ungesundem zeug.
ich hab die letzten beiden tage zu viel getrunken. ich war nicht betrunken, aber im nachhinein frage ich mich immer warum ich überhaupt trinke weil bei mir wirkt es nie und wirklich schmecken tut mir das meiste auch nicht. das macht mich unzufrieden. diese inkonsequenz.
ich war schon seit drei tagen nicht joggen. wenn man tanz in den mai und maiwanderung abzieht dann liegt meine bewegung bei null. und so fühle ich mich auch. bah.
mein seelenbuch auch schon länger nicht angerührt. weil ich nicht weiß was reinzuschreiben wäre. ich mein, es passiert etwas, aber nichts was mir es würdig wäre. lustige abende mit gleichaltrigen und doch irgendwie ist alles so weit weg von meinem herzen. es rauscht und ich rausche mit, aber am nächsten morgen bin ich davon völlig unberührt. es ist nichts dabei wo ich sagen könnte "wow gestern abend hat mein leben beeinflusst, das muss aufgeschrieben werden". nothing changes.
ich habe angst, eine freundin zu verlieren. oh ich habe so angst. es ist im moment so komische stimmung bei meinen exzellenten, zum ersten mal wie ich sie kenne habe ich angst, die engen bänder die uns umschlossen könnten reißen. help. i need each of them.
negative einflüsse wurden hier gerade konzentriert. und jetzt will ich einen punkt setzen und den abend genießen
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