war das Ergebnis unseres heutigen Besuchs beim Amtsgericht.
Genaugenommen ist das aber eigentlich schon ärgerlich, heißt es doch,
dass mein Bruder zwar weder das Bußgeld für das angebliche Falschparken
noch die Verwaltungsgebühren, die durch seinen Widerspruch und eben die
Gerichtsverhandlung entstanden sind, zu zahlen hat. Das wären
inzwischen insgesamt ca. 100€ gewesen, also war's in der Hinsicht schon
gut.
Aber da es kein Freispruch war, muss er dennoch seine eigenen
Kosten tragen, also den Urlaubstag, den er nehmen musste und die
Fahrtkosten. Und dazu kommen noch 35€, weil er (bzw. wir) auf dem Weg
zum Gericht in einer 30-Zone mit einem mobilen Blitzer geblitzt wurden
und halt doch ein bisschen sehr viel zu schnell waren. Aber diese
Kosten hätte das Gericht auch bei einem Freispruch im Bußgeld-Verfahren
wohl nicht übernommen *g*
Aber zurück zum Amtsgericht: Ich hatte
gar nicht mehr im Kopf, dass dort auch jeder durch eine
Sicherheitskontrolle muss. Aber es ist ja klar, dass die sich dort
schützen wollen, denn es werden dort ja auch andere, nicht so harmlose,
Sachen verhandelt. Das Amtsgericht in Iserlohn hatte auch irgendwie so
gar nix von einem Gericht, wie man es sich klassischerweise vorstellt
bzw. wie man es im Fernsehen immer zu sehen kriegt. Das hier war ein
relativ moderner Bau und auch die Verhandlungszimmer (man konnte es
nicht wirklich Gerichtssaal nennen) waren eher klein und so gar nichts
gerichts-mäßig.
Mein beschuldigter Bruder und wir drei Zeugen
hatten alle eigentlich gar keinen Plan, wie so was abläuft und waren
entsprechend gespannt. Irgendwann tauchte dann auch die Politesse auf,
die wir vom Fenster aus erst noch dabei beobachtet haben, wie sie
direkt vorm Gericht noch ein paar Knöllchen verteilt hat - immer
im Dienst! Der Richter ging noch kurz aufs Klo, begrüßte die Politesse
mit der er wohl öfter zu tun hat und dann ging’s auch irgendwann bald
los. Außer dem Richter war dann nur noch ein Protokollant anwesend, wir
Zeugen wurden alle kurz aufgeklärt von wegen "wahrheitsgemäß antworten,
nichts verschweigen, wenn wir vereidigt würden, würden wir uns strafbar
machen, wenn wir absichtlich oder fahrlässig was falsches sagen“ und so
weiter.
Ok, ich kürze die Verhandlung nun mal ab - die ganze
Sache war eh in ca. 15 Minuten erledigt. Mein Bruder hat seine Version
geschildert, die Politesse ihre, die seiner Version natürlich
widersprach. Und wir drei Zeugen dann der Reihe nach unsere Version,
die sich mehr oder weniger mit der meines Bruders deckte. Nur die erste
Zeugin fiel etwas aus der Reihe, was den Richter wohl dazu veranlasst
hat, meinen Bruder zu fragen, ob er nicht doch die Wahrheit sagen
wollte und eben zugeben, dass er dort falsch geparkt hätte. Dabei
ging’s bei der Unstimmigkeit gar nicht darum wo das Auto stand, sondern
darum ob es ein Knöllchen an der Windschutzscheibe hatte, oder nicht.
Hatte es nämlich auch nicht, aber .... naja, ich wollte es abkürzen.
Mein
anderer Bruder und ich haben die Version unseres Bruders bestätigt und
somit konnte der Richter das Verfahren nur einstellen. Er hat der
Aussage der Politesse zwar eindeutig mehr Gewicht beigemessen als
unserer, das hat er auch klar so gesagt, aber da er von uns nicht den
Eindruck hatte, dass wir ihn angelogen hätten, konnte er halt nicht
100% pro oder contra entscheiden, weil ja Aussage gegen Aussage stand.
Somit also Verfahren eingestellt, aber eben kein Freispruch. Siehe oben!
Mein
Bruder hat irgendwie auch gar nicht dran gedacht, dass er als
Beschuldigter, der sich selbst verteidigt, die Politesse im Zeugenstand
auch noch hätte befragen können. Ich hätte das ja an seiner Stelle
vielleicht gemacht, denn ihre Glaubwürdigkeit hat sie wohl unter
anderem dadurch bewiesen, dass sie sich noch genau dran erinnert hat,
dass es sich bei diesem Auto (dem angeblich ersten in dem Abschnitt, in
dem man nicht parken darf) um ein ortsfremdes Kennzeichen handelte.
Die
Frau arbeitet dort im Schnitt 2x die Woche und das Ganze ist nun fast 4
Monate her. Da hätte man ja mal nachhaken können, wie gut es um ihr
Erinnerungsvermögen bestellt ist und welche besondere Kennzeichen ihr
denn sagen wir mal letzte Woche oder vor 4 Wochen oder an einem sonst
willkürlichen Termin aufgefallen wären. Also ich finde das ja doch
etwas unglaubwürdig. Ich weiß auch nicht mehr genau, welche Vorlagen
oder Vorgänge ich vor 4 Monaten auf meinem Tisch hatte!
Aber
nun gut... die Sache ist erledigt. Und heute Abend werden wir wieder
genau da parken, wo wir immer parken und man eben bei einer sorgfältig
arbeitenden Politesse KEIN Knöllchen bekommt, weil es nicht auf der
Parkplatzfläche ist, sondern am Straßenrand!
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