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"Bierdeckels Tod"

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... ist der Titel eines netten Artikels im SPIEGEL, der leider auch wieder mal nur als E-Paper zu lesen ist. Der Artikel beschreibt sehr anschaulich den Ablauf und Inhalt einer Experten-Anhörung des Finanzausschusses des Bundestages zum CDU Papier "Ein modernes Steuerrecht für Deutschland: Konzept 21", das im letzten Jahr von Friedrich Merz und einigen anderen erarbeitet wurde. Und ab hier zitiere ich mal den Absatz, den ich halt so nett fand:

Der Bierdeckel.
Der Bierdeckel war die Revolution. Drei Steuersätze, sonst nichts. Keine Schlupflöcher mehr, keine Ausnahmen, Pendlerpauschale zum Beispiel. Eine Steuererklärung würde auf einen Bierdeckel passen, sagte Merz vor ungefähr einem Jahr. Es ist so viel passiert seitdem.
Heute ist Friedrich Merz irgendwo, jedenfalls nicht im Raum 3N 001. Das Konzept 21 ist ein etwas aufgeweichter Bierdeckel, labbriger als das Original, voll gesogen mit Kompromissen, die Pendlerpauschale zum Beispiel ist wieder drin, es wird niemals eine deutsche Revolution geben ohne Pendlerpauschale.


Erschreckend dann hingegen das Ende:

Man kann darin lesen, dass die letzte Steuerreform, also die wirklich "große Steuerreform", von Reichminister Matthias Erzberger geschaffen worden ist. Dass Revolutionen nur dann gehen, wenn nichts mehr geht. Erzbergers Reform stammt aus den Jahren 1919 und 1920. Deutschland hatte gerade den Ersten Weltkrieg verloren.

Apropos Steuerreform (gehört zwar eigentlich eher in "Mein Leben & ich", aber passt auch hier zu): meine ganz persönliche finanzielle Bilanz der Reformen zum 01.01.2005.

Gesunkener Eingangssteuersatz (15% statt 16%) = + 2,28€
Kinderlosen-Zuschlag bei der Pflegeversicherung (+0,25%) = - 3,09€
Fazit: ich hab netto 0,81€ weniger als im Vorjahr.

Klingt jetzt erst mal nicht so schlimm und ist es letztendlich auch nicht wirklich, auch wenn einige meine laufenden Kosten (Miete, Jobticket etc.) zum Jahreswechsel um 5-6€ gestiegen sind und ich ja generell eh nicht so viel verdiene . Aber gewonnen hab ich mit diesen Reformen jetzt nun mal eindeutig nicht so. Tja, life's hard, baby!

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