Das Feuilleton und überhaupt jeder, der was zu schreiben hat, überschlägt sich ja im Moment mit Kommentaren zu Harald Schmidts Rückkehr auf den Bildschirm. Vieles ist echt nett zu lesen, vieles wiederholt sich, einiges bringt es auf den Punkt.
Doch Schmidts gestrige Premiere im Ersten hat wieder einmal sein ebenso schlichtes wie geniales Erfolgsrezept verraten, mit dem er auch als Kahlkopf oder mit Irokesenschnitt vor die Kamera treten könnte: Er versucht tatsächlich, im Fernsehen selbständig zu denken. Er hat den Mut und die Frechheit dazu, die Fähigkeit und die Sprache. Das Entscheidende aber: Er tut es wirklich. Das allein ist schon viel mehr, als in diesen Zeiten füglich zu erwarten ist. Eine schöne Bescherung.
(aus Spiegel online: "König Vollbart" (Reinhard Mohr)
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