lianeliane
Krause Gedanken aus meinem mechanischen Gehirn mühsam hervorgekramt und zu Monitor gebracht
Einträge "Oktober 2006":
Montag, 23. Oktober 2006
Mittwoch, 11. Oktober 2006
Was machst du?
Wenn man umzieht, dann bekommt man ja so Einiges neu. Eine neue Adresse, neue Telefonnummer, neue Möbel, neue Wege in die Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen etc. Und - man bekommt neue Nachbarn.
In unserem Fall haben sie Kinder. Zwei Stück. Knaben. Einer klein, der Andere noch kleiner. Und sehr interessiert an allem, was sich bei uns so tut. Was dann ungefähr so aussieht:
lianeliane kommt nach der Arbeit nach Hause. Steigt aus dem Auto aus.
Klein: „Hallo, neue Nachbarin!"
lianeliane: „Hallo neuer Nachbar!"
noch kleiner: „Was machst du?"
lianeliane: „Ich komme nach Hause"
Klein: „Wieso wohnst du jetzt hier?"
lianeliane: „Damit ihr neue Nachbarn bekommen könnt"
Klein: „Gut"
noch kleiner: „was machst du jetzt?"
lianeliane: „Auto ausräumen und essen kochen"
der Fisch kommt nach Hause.
Klein: „Hallo neuer Nachbar"
Fisch: „Hallo" (der Fisch muss beim Nachhausekommen erst den Bankmenschen ausziehen, danach kann er erst mit seiner Umwelt kommunizieren)
Fisch: geht ab
noch kleiner: „was macht der jetzt?"
lianeliane: „er zieht sich um und dann kommt er wieder raus zum holzhacken"
Klein: „dann hol ich schon mal den Traktor"
noch kleiner: „der l. (Name ist der Redaktion bekannt) holt dann schon mal den Traktor - und was machst du?"
lianeliane: „ich geh essen kochen"
lianeliane: geht essen kochen
Auftritt der Fisch im karierten Holzhackerhemd und mit Spaltaxt (howhowhow)
der Fisch: hackt Holz
Klein und noch kleiner (versichert sich ab und an mal mit einem kurzen: „was machst du?") kommentieren seine Schläge fachkundig und bereiten schon mal alles zur Nachbearbeitung vor.
Der Fisch beginnt das gespaltene Holz aufzuschichten.
Klein mit Traktor und noch kleiner mit bloßen Händen (!) schleppen Scheit um Scheit zum Aufschichten heran. Unermüdlich. Ausdauernd. Herzerwärmend fleissig.
Die Mutter von Klein und noch kleiner kommt die Beiden zum Abendessen zu holen. Abgang unter Protest.
Keine zwanzig Minuten später ist noch kleiner wieder da. Helfen. Nach 10 Minuten wird er abgeholt - Badewanne und Bett. Es wird auch schon dunkel. Protest. Lauter Protest. Sehr lauter Protest! Mutter nimmt den kleinen Mann auf den Arm und dieser schreit aus Leibeskräften:
„Ich will arbeiten! Mama, bitte lass mich arbeiten! Bitte Mama! Aaaaaaaaaaaarbeiten! Bitteeeeeee! Lass mich arbeiten Mama!!!"
Wieso können sich Kinder das eigentlich nicht erhalten? Meine beiden dürften gerne noch ein paar Stunden mitarbeiten, die sind aber weit und breit nicht zu sehen....

Geändert am 12. Oktober 2006 um 16:37
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