Sportfaulheit
Warum ist es so schwer, sich dazu zu überwinden, Sport zu betreiben - in einem regelmäßigen Ausmaß? Woran liegt es, dass es einem ummöglich erscheint sich seine Laufschühchen anzuzuiehen und auf der herrliche grünen, mit vielen weiteren Läufern besuchten, Lände 20 bis 30 Minuten auf und abzulaufen? Es scheint die Sonne, die Bäume beginnen zu blühen, man trifft interessante Menschen am Wegrand und das Gefühl, das sich einstellt, wenn man es vollbracht hat, ist gleichzusetzen mit einer allesumfassenden Fröhlichkeit.
Vergleichbar mit dem täglichen Ritual des "Schminkens". Man möchte hübsch aussehen, vorallem zu ganz besonderen Anlässen kann es vorkommen, dass man oft mehr Zeit vor dem Spiegel verbringt, als einem rational lieb ist. Dennoch nehmen wir uns die Zeit unsere Schönheit zu unterstreichen und kalkulieren kostbare Minuten - wenn nicht sogar halbe Stunden, in die Ego-Verbesserung ein. Ist es nicht mit Sport grundsätzlich der selbe Gedanke. Ich betreibe Sport um mich wohl zu fühlen, um mir etwas Gutes zu tun und die investierte Zeit macht sich langfristig gesehen offensichtlich bezahlt. Dennoch verbinden wir - oder eigentlich spreche ich hier einmal nur für mich - mit dem Aufwand der körperlichen Betätigung nicht das Gefühl des Wohlbefindes und der Ego-Verbesserung, sondern vielmehr ein qualvolles "Muss" um im Alter nicht irgendwann einmal zu sagen: "Hätt ich doch nur".
Ich würde das gerne ändern. Es liegt in meinem Kopf und an der Platzierung meiner Perspektive. Es wird Zeit Sport neu zu definieren.
Und das alte Muster...
Sport: ein vernünftiger Versuch des modernen Zivilisationsmenschen, sich Strapazen künstlich zu verschaffen.
Peter Bamm
...loszulassen.
Current mood:in Aufbruchsstimmung
das Verlangen
Man kann so vieles in so schöne Metaphern packen um es für uns alle verständlicher zu machen. Für gescheiterte Liebschaften oder besser gesagt Hoffnungen fällt mir soeben folgender Vergleich ein:
Man nehme an, man zählt sich zu dem rauchenden Volk (schlimmm...) und man sitzt vor einer nervenaufreibenden Arbeit, es ist Mitternacht, man hat kein Kleingeld, oder eigentlich überhaupt kein Geld, zu Hause, das eigene Auto ist für einen raschen Tankstellenausritt nicht verfügbar und man inhaliert gerade den letzten Zug der allerletzten Zigarette. Und da wird es einem bewusst, wie unbedingt man sicherstellen möchte auch für "später" noch "eine" Zigarette zu haben. Nur noch eine, das wäre schon genug. Aber um an diese eine Zigarette ranzukommen müsste man Unmengen auf sich nehmen. Anziehen - warm anziehen bei dem Wetter - zu einem Bankomaten latschen, mit einem Zehner ausgestattet den nächsten Zigarettenautomaten aufsuchen, für diesen Zehner dann gleich zwei Päckchen kaufen und wieder zurück ins traute Heim. Man merkt schon, das Verlangen ist so groß, dass man mit dem Gedanken spielt, diesen Umstand und die weiten Entfernungen tatsächlich in Kauf zu nehmen. Im Grunde ist es das ökonomische Prinzip, dass sich hier in meinen Gedanken breit macht. Gehen oder nicht gehen? Was sind meine Opportunitätskosten, was verliere ich wenn ich es nicht mache und welchen Gewinn habe ich wenn ich diesen Weg auf mich nehme. Tückisch, richtig tückisch. Doch das Verlangen nach dieser einen Zigarette wird umso größer, je länger ich mich mit dem Gedanken auseinandersetze. Und je mehr ich mir vorstelle keine Zigarette mehr zu rauchen umso dringender habe ich das Bedürfnis, dieses Verlangen zu stillen. Wenn ich etwas nicht haben kann - will ich es umso mehr.
Der selbe Gedankengang ist auch auf die gescheiterte Liebschaft umzulegen. Wieso wird mein Verlangen nach einer Person größer? Klar, logisch, weil ich sie nicht haben kann. Weil ich weiss, welche Eingeständnisse es mir abverlangen würde und welchen Hürden ich gegenüber stehen würde. Dennoch will ich mein Bedürfnis befriedigen und beschäftige mich in Gedanken mit der Wahl des "richtigen" Weges, um mit kleinstmöglichem Aufwand, den größtmöglichen Profit für mich herauszuschlagen.
Fakt ist, und dieser Fakt bezieht sich sowohl auf die Zigarette als auch auf die gescheiterte Liebschaft - der zu erwartende Profit ist UNGESUND und NICHT ERSTREBENSWERT. Zigaretten töten und ER macht mich unglücklich. Daher habe ich soeben beschlossen, das Rauchen für heute sein zu lassen und ihn für immer abzuhaken. Ersatzbefriedigung: Essen!
Wir würden kaum etwas glühend verlangen,
wenn wir das Verlangte ganz kennen.
François Duc de La Rochefoucauld
Current mood:auf Entzug
Socken sind für kleine Männlein nichts
Wie aus meinem letzten Eintrag vermutlich unschwer zu erkennen ist, ärgere ich mich. Wohlgemerkt über meine eigene Blödheit und die Irrationalität die ich die letzten Wochen durchwegs an den Tag gelegt hatte. Mit dem Versuch der Rationalität Einhalt zu gebieten, bin ich auf dem Weg in einen sonnigen Frühling. Noch lässt dieser allerdings auf sich warten - unschönerweise. Die Strassen nass, die Luft kalt und die Stimmung ähnlich ungemütlich. Dennoch positiv! Ich habe durch den Einsatz und die Motivation, die ich die letzten Tage unter Beweis gestellt habe, einiges an meiner Diplomarbeit weiter gebracht. Doch noch lang kein Anlass zu entspannen - das Gegenteil ist der Fall. Ab morgen muss ich lernen. Täglich - 10 Stunden - bis 11. April. Dann heisst es noch ein letztes Mal, einem Prof. Dr. Dr. was-weiss-ich-noch unter die Augen zu treten und diesem jenigen welchen Rede und Antwort zu stehen. Diese (vor)letzte Hürde wird mein Triumpf in dieserm Szenario - erhobenen Hauptes beende ich das Trauerspiel "Uni und ich - schön wars mit uns" - schon sehr bald.
Die hässliche Sache, die mir kürzlich die letzten Nerven geraubt hat, habe ich ad acta gelegt. Wikipedia versteht unter dem Begriff "ad acta legen" dass eine (gelegentlich lästige) Angelegenheit als erledigt betrachtet wird. Meiner Meinung nach eine äußerst zutreffende Aussage, die ich durchaus bestätgien kann. Nichts desto trotz kämpfe ich mit ein wenige Verletzung, Wut und einer kleinen Träne die meine Wange hinunterkullert. Aber all in all muss ich sagen hat so ein kleines Männlein in mir immer geflüstert: "Das ist nichts für dich, das tut dir nicht gut". Man will eben nicht hinhören, man will ihn am liebsten mundtot machen, bis er dann mit einer Socke im Goscherl dahockt und schweigt. Aber kleines Männlein ist back to business und freut sich gemeinsam mit mir auf einen herrlichen Frühling, der ruhig erst im Mai beginnen darf - wenn dann der Unispuk ein Ende hat.
Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.
Katharina von Siena
Current mood:standhaft
stupid
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Da war nie ein "uns" und es wird nie ein "uns" geben!
Schon mancher dumme Verlierer wurde der heimliche Sieger.
Ernst R. Hauschka
Current mood:verarscht
"uns"
Es war als wäre mir nicht bewusst was ich wirklich wollte, als ich gestern eine mail verschickt habe mit den Worten: "das mit "uns" geht einfach nicht, ruf mich nicht mehr an". In einem Strudel der, von der eigenen Ansicht überzeugten, Gefühlsausbrüche war ein radikaler Abbruch das einzige Mittel zum Zweck mich zu befreien von den Qualen des Wartens und der unerfüllten Wünsche. Nach meiner sonntäglichen Erkenntnis dachte ich, ich hätte es soweit überstanden und innerlich einen Strich gezogen. Doch wie das Schicksal (mittlerweile schon) so oft spielt - war dem nicht so. Die geistige Unruhe, der Ärger und das stetige Verlangen nach Aufmerksamkeit hat sich phasenweise in meinem Inneren die Türklinke in die Hand gedrückt und mich zu meiner einzigen Lösung geführt: dem ENDE mit dem Wissen, wenn ich es ausspreche (bessergesagt ausschreibe), ist es wirklich und wahrhaftig und es ist meine Entscheidung, meine ganz alleine! Doch das Gefühl der Befreiung und der Erlösung blieb aus, zrückgeblieben ist nur eine Leere die sich kaum in Worten beschreiben lässt. Und wenn es sich wirklich so anfühlt, wenn es das ist was ich erleben muss um zu erkennen, was ich will, dann war es scheinbar notwendig einmal mehr ein "Ende" herbeizuführen.
Kurz gefolgt von einem Anruf....
Die innere Leere füllte sich rasant mit Nervosität und Aufregung. Mit dem Crash der Erkenntnis, dass ich eigentlich garnicht wusste, was ich gerade getan hatte. Ich hatte keine klaren Antworten auf seine Fragen, nur der klägliche Versuch meine Gefühle in Worte zu packen, die mittlerweile ein so überdimensionales Ausmaß erreicht hatten, dass auch dieses Vorhaben zwangsläufig scheiterte. Ob er verstanden hatte was ich ihm sagen wollte, ob er verstanden hatte wie es mir erging - das wage ich kaum zu vermuten - versteh' ich es doch selber kaum. Doch klar ist, dass wir nicht voneinander loskommen und dass wir uns eine Chance geben sollten, uns in einer realistischen Wirklichkeit kennen zu lernen - ein "uns" passieren lassen!
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
Lucius Annaeus Seneca
Current mood:weiterhin unsicher
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