Countdown
Es sind die letzten Stunden kurz vor meiner mündlichen Diplomprüfung angebrochen. Ich zähle die Momente (fraglich wie sie quanitifizierbar sind - dennoch) ich zähle sie... und von einem Moment zum anderen ändert sich meine Zuversicht und mein Vertrauen in mein Wissen und das Erlernte.
Die große abhängige Variable defniert sich als die konkrete Fragestellung - so gesehen ist es reine Glückssache. Fragt er mich J-I-T werde ich brillieren. Fragt er mich Varianzanalysen und Chi Quadrat Tests sollte ich den 9. Mai in Angriff nehmen.
Nervosität macht sich breit.
Prüfungen erwarte bis zuletzt.
Johann Wolfgang von Goethe
Current mood:zittrig
Coke
EYES WIDE OPEN....
... und was lernen wir von der Geschicht'?
... Coke um 01:00 des Nächtens nicht!
Current mood:putzmunter
Es wird interessant...
... doch auch ein wenig gefährlich. Es ist so eine Sache, das liebe Internet, diese lieben Datingbörsen und Single-Treffs. Eigentlich ist diese ganze Verzweiflungssache ja nicht meins und ich gebe zu es ist mir sogar "peinlich" anonym darüber zu schreiben. Mir geht es gut, ich habs nicht so bitter nötig und aktiv auf der Suche bin ich jetzt auch nicht unbedingt. Ich hab mich vor einem Jahr einmal bei so einer Seite angemeldet. "Hei, ich komm aus Wien und DAS bin ich"... wenn man das überhaupt so sagen kann. Mich durch einen Fragebogen charakterisieren zu lassen stelle ich im vorhinein bereits in Frage. Wie dem auch sei - ich habe mich aus einer Laune heraus dort angemeldet und habe vor 1 Woche, nach ewig langer Zeit, mal wieder in meinen Account gesehen - und wie es so ist, bleibt man nicht lang unbeobachtet. Schon wurde ich angemailt, geflashed und sonst noch so Spässe, die das virtuelle Dating-Leben aufregender gestalten sollen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich mir die Männer der Region also reingezogen - äußerst amüsant muss ich gestehen - überaus drollig. Bis mich dann ein junger, sympathischer Italiener aus Wien angeschrieben hat, mit dem ich bis dato in "regem" Austausch stehe.
Die Skepsis ist jedoch mein konstanter Begleiter in diesem Szenario. Nicht, dass ich es nicht genießen würde neue Leute kennenzulernen oder mich gar einmal mit "jemandem" zu treffen, aber irgendwie hat diese Seite etwas ganz "armseliges". Autsch ich weiss, auch ich hab dort ein Profil - das lässt mich nicht unbedingt in einem heroischen Licht erstrahlen - und ich will wetten unzählige andere Profile hätten wohl nie gedacht einmal "dort" zu landen. Aber gut, Italian-boy und ich verstehen uns grundsätzlich ganz gut, fraglich jedoch die Intention seinerseits sich dort ein Profil anzulegen. Mit neugierigen Fragen durchlöchere ich seinen Charakter um herauszufinden WO denn sein PROBLEM liegt. Warum er denn "ein Profil" hat und wieso er denn überhaupt "single" ist. Aber alles scheint seine Richtigkeit bzw. seine Legitimation zu haben und schön langsam beginne ich mich selbst zu hinterfragen. Warum der Zweifel? Warum das Misstrauen? Warum der wahnwitzige Gedanke an einen Psychokiller? (diese verdammt schlechten Horrorfilme hinterlassen Spuren).
Wir leben im Zeitalter der Technologie und Information. Anonym und gleichzeitig ein deart offenes Buch, dass es schlimmer kaum noch geht "Ich zeig dir ein Foto, aber wie ich heisse, sag ich dir nicht"... VERQUER! Also was tun? Ein spannendes Abenteuer eingehen und auskundschaften wo dieses "Profil" hinführt - oder - sei hier Vorsicht geboten? Italienisches Eis schlecken im ersten Bezirk, mit netter Gesellschaft, kulturellem Austausch und einem frühlingshaften Spaziergang - kann diese Vorstellung tatsächlich gefährlich sein oder bin ich nun offiziell "verzweifelt"?
Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
Demokrit
Current mood:überlernt
Sportfaulheit
Warum ist es so schwer, sich dazu zu überwinden, Sport zu betreiben - in einem regelmäßigen Ausmaß? Woran liegt es, dass es einem ummöglich erscheint sich seine Laufschühchen anzuzuiehen und auf der herrliche grünen, mit vielen weiteren Läufern besuchten, Lände 20 bis 30 Minuten auf und abzulaufen? Es scheint die Sonne, die Bäume beginnen zu blühen, man trifft interessante Menschen am Wegrand und das Gefühl, das sich einstellt, wenn man es vollbracht hat, ist gleichzusetzen mit einer allesumfassenden Fröhlichkeit.
Vergleichbar mit dem täglichen Ritual des "Schminkens". Man möchte hübsch aussehen, vorallem zu ganz besonderen Anlässen kann es vorkommen, dass man oft mehr Zeit vor dem Spiegel verbringt, als einem rational lieb ist. Dennoch nehmen wir uns die Zeit unsere Schönheit zu unterstreichen und kalkulieren kostbare Minuten - wenn nicht sogar halbe Stunden, in die Ego-Verbesserung ein. Ist es nicht mit Sport grundsätzlich der selbe Gedanke. Ich betreibe Sport um mich wohl zu fühlen, um mir etwas Gutes zu tun und die investierte Zeit macht sich langfristig gesehen offensichtlich bezahlt. Dennoch verbinden wir - oder eigentlich spreche ich hier einmal nur für mich - mit dem Aufwand der körperlichen Betätigung nicht das Gefühl des Wohlbefindes und der Ego-Verbesserung, sondern vielmehr ein qualvolles "Muss" um im Alter nicht irgendwann einmal zu sagen: "Hätt ich doch nur".
Ich würde das gerne ändern. Es liegt in meinem Kopf und an der Platzierung meiner Perspektive. Es wird Zeit Sport neu zu definieren.
Und das alte Muster...
Sport: ein vernünftiger Versuch des modernen Zivilisationsmenschen, sich Strapazen künstlich zu verschaffen.
Peter Bamm
...loszulassen.
Current mood:in Aufbruchsstimmung
das Verlangen
Man kann so vieles in so schöne Metaphern packen um es für uns alle verständlicher zu machen. Für gescheiterte Liebschaften oder besser gesagt Hoffnungen fällt mir soeben folgender Vergleich ein:
Man nehme an, man zählt sich zu dem rauchenden Volk (schlimmm...) und man sitzt vor einer nervenaufreibenden Arbeit, es ist Mitternacht, man hat kein Kleingeld, oder eigentlich überhaupt kein Geld, zu Hause, das eigene Auto ist für einen raschen Tankstellenausritt nicht verfügbar und man inhaliert gerade den letzten Zug der allerletzten Zigarette. Und da wird es einem bewusst, wie unbedingt man sicherstellen möchte auch für "später" noch "eine" Zigarette zu haben. Nur noch eine, das wäre schon genug. Aber um an diese eine Zigarette ranzukommen müsste man Unmengen auf sich nehmen. Anziehen - warm anziehen bei dem Wetter - zu einem Bankomaten latschen, mit einem Zehner ausgestattet den nächsten Zigarettenautomaten aufsuchen, für diesen Zehner dann gleich zwei Päckchen kaufen und wieder zurück ins traute Heim. Man merkt schon, das Verlangen ist so groß, dass man mit dem Gedanken spielt, diesen Umstand und die weiten Entfernungen tatsächlich in Kauf zu nehmen. Im Grunde ist es das ökonomische Prinzip, dass sich hier in meinen Gedanken breit macht. Gehen oder nicht gehen? Was sind meine Opportunitätskosten, was verliere ich wenn ich es nicht mache und welchen Gewinn habe ich wenn ich diesen Weg auf mich nehme. Tückisch, richtig tückisch. Doch das Verlangen nach dieser einen Zigarette wird umso größer, je länger ich mich mit dem Gedanken auseinandersetze. Und je mehr ich mir vorstelle keine Zigarette mehr zu rauchen umso dringender habe ich das Bedürfnis, dieses Verlangen zu stillen. Wenn ich etwas nicht haben kann - will ich es umso mehr.
Der selbe Gedankengang ist auch auf die gescheiterte Liebschaft umzulegen. Wieso wird mein Verlangen nach einer Person größer? Klar, logisch, weil ich sie nicht haben kann. Weil ich weiss, welche Eingeständnisse es mir abverlangen würde und welchen Hürden ich gegenüber stehen würde. Dennoch will ich mein Bedürfnis befriedigen und beschäftige mich in Gedanken mit der Wahl des "richtigen" Weges, um mit kleinstmöglichem Aufwand, den größtmöglichen Profit für mich herauszuschlagen.
Fakt ist, und dieser Fakt bezieht sich sowohl auf die Zigarette als auch auf die gescheiterte Liebschaft - der zu erwartende Profit ist UNGESUND und NICHT ERSTREBENSWERT. Zigaretten töten und ER macht mich unglücklich. Daher habe ich soeben beschlossen, das Rauchen für heute sein zu lassen und ihn für immer abzuhaken. Ersatzbefriedigung: Essen!
Wir würden kaum etwas glühend verlangen,
wenn wir das Verlangte ganz kennen.
François Duc de La Rochefoucauld
Current mood:auf Entzug
)