Es wird interessant...

... doch auch ein wenig gefährlich. Es ist so eine Sache, das liebe Internet, diese lieben Datingbörsen und Single-Treffs. Eigentlich ist diese ganze Verzweiflungssache ja nicht meins und ich gebe zu es ist mir sogar "peinlich" anonym darüber zu schreiben. Mir geht es gut, ich habs nicht so bitter nötig und aktiv auf der Suche bin ich jetzt auch nicht unbedingt. Ich hab mich vor einem Jahr einmal bei so einer Seite angemeldet. "Hei, ich komm aus Wien und DAS bin ich"... wenn man das überhaupt so sagen kann. Mich durch einen Fragebogen charakterisieren zu lassen stelle ich im vorhinein bereits in Frage. Wie dem auch sei - ich habe mich aus einer Laune heraus dort angemeldet und habe vor 1 Woche, nach ewig langer Zeit, mal wieder in meinen Account gesehen - und wie es so ist, bleibt man nicht lang unbeobachtet. Schon wurde ich angemailt, geflashed und sonst noch so Spässe, die das virtuelle Dating-Leben aufregender gestalten sollen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich mir die Männer der Region also reingezogen - äußerst amüsant muss ich gestehen - überaus drollig. Bis mich dann ein junger, sympathischer Italiener aus Wien angeschrieben hat, mit dem ich bis dato in "regem" Austausch stehe.

Die Skepsis ist jedoch mein konstanter Begleiter in diesem Szenario. Nicht, dass ich es nicht genießen würde neue Leute kennenzulernen oder mich gar einmal mit "jemandem" zu treffen, aber irgendwie hat diese Seite etwas ganz "armseliges". Autsch ich weiss, auch ich hab dort ein Profil - das lässt mich nicht unbedingt in einem heroischen Licht erstrahlen - und ich will wetten unzählige andere Profile hätten wohl nie gedacht einmal "dort" zu landen. Aber gut, Italian-boy und ich verstehen uns grundsätzlich ganz gut, fraglich jedoch die Intention seinerseits sich dort ein Profil anzulegen. Mit neugierigen Fragen durchlöchere ich seinen Charakter um herauszufinden WO denn sein PROBLEM liegt. Warum er denn "ein Profil" hat und wieso er denn überhaupt "single" ist. Aber alles scheint seine Richtigkeit bzw. seine Legitimation zu haben und schön langsam beginne ich mich selbst zu hinterfragen. Warum der Zweifel? Warum das Misstrauen? Warum der wahnwitzige Gedanke an einen Psychokiller? (diese verdammt schlechten Horrorfilme hinterlassen Spuren).

Wir leben im Zeitalter der Technologie und Information. Anonym und gleichzeitig ein deart offenes Buch, dass es schlimmer kaum noch geht "Ich zeig dir ein Foto, aber wie ich heisse, sag ich dir nicht"... VERQUER! Also was tun? Ein spannendes Abenteuer eingehen und auskundschaften wo dieses "Profil" hinführt - oder - sei hier Vorsicht geboten? Italienisches Eis schlecken im ersten Bezirk, mit netter Gesellschaft, kulturellem Austausch und einem frühlingshaften Spaziergang - kann diese Vorstellung tatsächlich gefährlich sein oder bin ich nun offiziell "verzweifelt"?

 

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.

Demokrit

 

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