Es ist vorbei. Da gibt es nun wirklich nichts zu diskutieren. 0:2 verloren. Kein Finale - wir fahren nach Stuttgart - Italien fährt nach Berlin. Deutschland trauert, lese ich überall. Ob "trauern" das richtige Wort ist, wo doch - zum Glück - keiner gestorben ist, mag dahin gestellt bleiben. Die Deutschen sind traurig, das hört sich besser an.
Das hört sich aber auch neu an. Ist das "das neue Deutschland"? Ein Deutschland, das traurig ist? Das ist nicht so fatalistisch gemeint, wie es sich anhören mag. Vorher hat Deutschland gefeiert, weltoffen und selbstverliebt. Jetzt sind wir traurig, ein, zwei Tage, eine Woche. Was bleiben wird, ist die Erinnerung an unsere Freude und an das Gefühl der Verletztheit. Nicht alle Träume gehen in Erfüllung. Das macht das Leben sympathisch. Wir müssen nicht gewinnen. Wir können auch verlieren und wir selbst bleiben. Wir können ein Fußballspiel, sogar eine Weltmeisterschaft verlieren und trotzdem stolz sein auf eine Mannschaft, die uns Freude bereitet hat.
Das ist das neue Deutschland, das ist das, was uns diese Weltmeisterschaft gezeigt hat. Wir lieben uns auch in der Niederlage. Wir üben keine Selbstzerfleischung, wir jammern nicht über den Untergang des Abendlandes. Wir sind eben einfach traurig - ein paar Tage lang...
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