Welt und Bild
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Die Welt, aber auch die Menschen erfassen wir in mehr oder weniger festen Bildern. Solange Welt und Bild im Einklang sind, scheint alles gut, geordnet. Wir fühlen uns sicher. Aber plötzlich gibt es Situationen, da zeigt sich, dass die Welt, die Menschen anders sind als das Bild, das wir von ihr, von ihnen haben. Es tut sich ein Riss auf, ein Blick ins Leere, plötzlich spüren wir, dass die Welt, die Menschen kein Teil von uns, kein Bild, sind, sondern etwas eigenes, im Grunde ganz und gar unverständliches. Ich kann nur das Bild verstehen, dass ich von der Welt habe, aber keinesfalls die Welt selbst. Und ich kann die Menschen, die mich umgeben, nicht verstehen, kann nur in den Bildern, die ich von ihnen habe, Teile von mir selbst wiederfinden. Meist funktioniert das, meist gelingt es, auf dieser Ebene zu kommunizieren, aber die Grenzen dessen sind eng gesteckt, und manchmal braucht es nicht viel, mich das spüren zu lassen. Es verstört, wenn ein Mensch, den ich zu kennen glaubte, mir plötzlich ganz fremd entgegentritt. Aber es ist nicht seine Schuld, so wenig wie meine, es ist nur die Beschränktheit meiner Wahrnehmung, die mich erschreckt.