Auch in der arabischen Halbinsel kritzeln die Menschen ihre Namen an Wänden und Mauern. Neuerdings wurde in Nordwest-Arabien, an der Straße von Medina nach Syrien, die folgende Inschrift entdeckt:
Bismillāh. Ana Zuhayr katabt zaman tuwuffiya ʿUmar sana arbaʿ wa-ʿišrīn
„ Im Namen Gottes. Ich, Zuhayr, schreibe (dies) in der Zeit dass ʿUmar starb, im Jahre 24".
Diese Inschrift bestätigt 1) das traditionelle Todesjahr (=644) des Kalifen ʿUmar, 2) die frühe Einführung der islamischen Jahreszählung, 3) die frühe Existenz der diakritischen Punkten, mit denen in der arabischen Schrift einige Buchstaben auseinander gehalten werden.
Wenn es keine Fälschung ist, ist die Inschrift ein Rückschlag für die ganz modernen Geschichtschreiber, die von der Frühzeit der Islam gar nichts mehr übrig lassen möchten.
In: ʿAli ibn Ibrahim Ghabban, „The inscription of Zuhayr, the oldest Islamic inscription (24 AH/AD 644-45), the rise of the Arabic script and the nature of the early Islamic state," in Arabic archaeology and epigraphy 19 (2008), 209-236.