Im Film 300 versuchen dreihundert Spartiaten und noch andere Griechen in der bekannten Schlacht bei den Thermopylen (480 v.Chr.) gegen eine große Persische Übermacht standzuhalten. Die Zahl 300 wird beim griechischen Autor Herodot (± 480-425 v. Chr.; Historiae VII, 205) erwähnt.
Die Zahl dreihundert plus noch etwas kommt auch vor in der Bibel: in der Gideonslegende (Richter 7:2–22). Auch dort wird erzählt von einer kleinen Truppe, die sich einer großen Übermacht entgegen stellt. Das Buch der Richter wird meines Wissens so um 1000 v.Chr. datiert, ist also erheblich älter als die griechische Erzählung. Daß Herodot eine Ahnung gehabt hätte vom hebräischen Richterbuch, das auf Hebräisch geschrieben und nur in einem Kleinstaat in Vorasien verbreitet war, ist unwahrscheinlich; also war er wohl unabhängig auf 300 gekommen.
Mit Sicherheit an der Bibel oder einer jüdische Bearbeitung des Gideonmaterials orientiert waren aber die Araber, die über die Schlacht bei Badr erzählten (Ibn Ishâq, Sîra, hg. Wüstenfeld, S. 428–9, 506, 516). Dreihundert und noch einige Anhänger Muhammads überfallen dort eine Karavane der Mekkaner, die 950 Krieger mit hatten. Jemand im feindlichen Lager hatte in der Nacht vor der Schlacht einen Traum, in dem die Niederlage vorangekündigt wurde. Dieses letzte Motiv kommt auch in der Gideonslegende vor.
Die Gemeinsamkeiten mit der Bibelerzählung sind: die kleine Elitetruppe der 300 plus, die Übermacht des Feindes; Gottes Hilfe beim Kampf und dazu noch das Traummotiv. So viele Übereinstimmungen können nicht zufällig sein. (Darauf hat schon Hans von Mžik in der Wiener Zeitschift für die Kunde des Morgenlandes 29 (1915), 371–383 hingewiesen.)
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