Hah! es gibt ihn noch, den blöden
Karl-May-Comicheft-Hollywood-Orientalismus. Heute Mittag beim Zappen,
auf Sat 1. Leider wurde der Empfang ein Paar Mal durch Gewitter
unterbrochen. Eine Art von Gerichtsverfahren, nicht sehr realistisch
dargestellt. Ich glaube wenigstens nicht, daß man in deutschen
Gerichtshöfen so durcheinander schreit.
Angeklagter war ein Araber, ein angeblicher Jemenitischer Ölscheich, unermeßlich reich, in
einem Gewand aus dem Kleidungsverleih. Er hat angeblich eine deutsche
Frau übers Internet ersteigern wollen für seinen Harem. 75.000 €, ein
Schnäppchen! Drei Frauen hatte er schon; die Blondine wäre der
Schlußstein gewesen.
Die eine Unwahrscheinlichkeit folgte der anderen in diesem Kinderkammerspiel.
- Der Jemenit hatte seine drei verschleierten Frauen zur Sitzung mitgebracht. Sie
hatten auf der Tribüne platzgenommen, in der ersten Reihe. Das ist äußerst unwahrscheinlich.
Die Frauen bleiben zu Hause.
- Dann gab es noch eine Haremswärterin(?), eine Frau in Bikini mit
darüber ein knallorangenes, ziemlich durchsichtiges Gewand mit Kopftuch.
Bekloppt.
- Der Scheich hatte angeblich seinen jungen Bedienten (noch mal
Kleidungsverleih; etwas billiger und ziemlich oben ohne) beauftragt,
eine Vorauswahl aus dem Frauenangebot zu treffen. Äußerst
unwahrscheinlich. So etwas überläßt man nicht seinem Personal, und
schon gar nicht wenn dies jung und gutaussehend ist.
- Der Mann glaubte, daß man in Deutschland Frauen kaufen kann. Dafür, und für Einsperrung der Kandidatin, ist er
letztendlich auch verurteilt worden. Jeder Araber seiner Klasse weiß aber, daß
man bestimmte europäische Frauen zwar mieten kann, aber Frauen generell nicht kaufen kann.
Arabische Frauen kann man auch nicht kaufen. Sogar in Saudi-Arabien ist
die Sklaverei abgeschafft worden, ich glaube im Jahre 1962. Als es sie
noch gab, konnte man tatsächlich eine Frau kaufen. Aber solche
heiratete man dann gerade nicht!
- Im Jemen soll es angeblich die Gewohnheit sein, vor der Ehe die sexuelle
Tauglichkeit einer Frau zu testen. Weit gefehlt! In Deutschland ja; im
Jemen nein.
Die einzige ‘Rechtfertigung’ für diese Hinterwaldethnologie ist, daß
die mitspielenden Deutschen noch um einiges blöder und
unwahrscheinlicher auftraten als die Araber, und daß die Kentnisse über
Europäer in arabischen Ländern genau so miserabel und beschämend sind
als umgekehrt.
Ich denke noch oft, daß die Europäer, als mehr entwickeltes Volk, den
Arabern weit überlegen sind und ihnen deshalb ein Vorbild sein sollten.
Sind sie aber nicht.
Einträge "Juni 2005":
Samstag, 25. Juni 2005
Naßangst
Ganz früher, als das Klima noch nicht verrückt spielte und der
Sozialismus noch real existierend war, regnete es in Kairo zwei Mal pro
Jahr. Der Verkehr war dann ein Chaos; viele Leute blieben einfach zu
Hause, die Stadt war nicht darauf eingerichtet. Es gab nämlich keine
Rinnsteine. Pfützen sollte man meiden, man warnte einander davor, denn
wenn das Wasser zu einem nackt liegenden Stromkabel Kontakt gefunden
hatte, konnte es tödlich sein. Ich erinnere mich eines Esels, der das
nicht wußte, und demzufolge mit aufgeblähtem Bauch elektrisiert in
einer Pfütze lag. Nach seinem Tod zog das Tier mehr Aufmerksamkeit als
je zeit seines Lebens.
Aber insgesamt war Kairo trocken; so trocken, daß Autos nicht mal durchrosteten. Das war in Alexandrien anders. Trotz der Trockenheit waren viele Kairener (Kairoten?) jedoch beunruhigt wegen der Feuchtigkeit (rutûba). Mütter warnten ihre Söhne: bevor man es wußte holte man sich eine Erkältung und wie konnte jemand überhaupt ohne Schal und Pullover? Leute die ständig husteten schrieben dieses Übel der Feuchtigkeit zu, obwohl die Luftverschmutzung (mitsamt ständiges Kettenrauchen) eine wahrscheinlichere Ursache war. Auch für Gelenkschmerzen war meistens die Feuchtigkeit verantwortlich. Vielleicht hatte man diese Beschwerden englischen Lehrbüchern entnommen; für London hört es sich plausibel an.
Aber insgesamt war Kairo trocken; so trocken, daß Autos nicht mal durchrosteten. Das war in Alexandrien anders. Trotz der Trockenheit waren viele Kairener (Kairoten?) jedoch beunruhigt wegen der Feuchtigkeit (rutûba). Mütter warnten ihre Söhne: bevor man es wußte holte man sich eine Erkältung und wie konnte jemand überhaupt ohne Schal und Pullover? Leute die ständig husteten schrieben dieses Übel der Feuchtigkeit zu, obwohl die Luftverschmutzung (mitsamt ständiges Kettenrauchen) eine wahrscheinlichere Ursache war. Auch für Gelenkschmerzen war meistens die Feuchtigkeit verantwortlich. Vielleicht hatte man diese Beschwerden englischen Lehrbüchern entnommen; für London hört es sich plausibel an.
Geruch
Bei 33˚ hört sich das Hupen der Autos anders an. Mehr sowie in Kairo; ja, daran erinnert es. Offenischtlich hat Wärme Einfluß auf die Akustik. Aber der Geruch von Kairo bleibt einzigartig. Nichts in Europa erinnert daran, auch nicht im Süden. Europa ist geruchlos, mit Ausnahme von England. Böse Zungen behaupten jedoch, das liege an einem Reinigungsmittel, das man dort inselweit benutzt.
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